Udagawa Yōan

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Udagawa Yōan

Udagawa Yōan (japanisch 宇田川 榕菴; * 9. März 1798 in Edo; † 22. Juni 1846) war ein japanischer Chemiker und Botaniker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udagawa kam aus einer Gelehrtenfamilie, war der Adoptivsohn von Udagawa Shinsai (1769–1834), Leibarzt des Fürsten (Daimyō) von Tsuyama und begann 1815 westliche Wissenschaften zu studieren (Rangaku), und studierte nach seinem Sprachenstudium vor allem Medizin, Botanik und Chemie, wobei er sich wie damals in Japan üblich niederländischer Bücher bediente (damals durften nur Chinesen und Niederländer das Land betreten, das zu Lebzeiten von Udagawa sehr isoliert war)[1]. Dabei wurde er auch mit den Lehren des französischen Begründers der modernen Chemie Antoine-Laurent Lavoisier bekannt, insbesondere seine Lehre von der Oxidation und seine chemische Nomenklatur. Das schlug sich in seinem Lehrbuch über Chemie von 1837 nieder (Seimi Kaisō, Einführung in die Chemie, 7 Bände, Edo/Tokio: Seireikaku), dem ersten japanischen Chemielehrbuch. Ein Großteil des Inhalts war anwendungsorientiert, zum Beispiel in Hinblick auf die Glasherstellung. Mit selbst gebauten einfachen Apparaten (darunter eine Voltasche Säule) wiederholte er die Experimente. Er untersuchte Mineralquellen und wandte die galvanische Elektrizität in der Medizin an. Von ihm stammt ein großer Teil der chemischen Bezeichnungen im Japanischen, insbesondere übersetzte er Chemie aus dem Niederländischen als Seimi.

Er schrieb auch Botanik-Lehrbücher (1822, 1833).

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Noma (Hrsg.): Udagawa Yōan. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1641.
  • Winfried R. Pötsch (Federführung), Annelore Fischer, Wolfgang Müller: Lexikon bedeutender Chemiker, Harri Deutsch 1989, S. 434
  • Tatsumasa Doke: Yoan Udagawa. A pioneer scientist of early nineteenth century Japan, Japanese Studies in the History of Science (JSHS), Band 12, 1973, S. 99–120
  • Eikoh Shimao: The reception of Lavoisier´s chemistry in Japan, Isis, Band 63, 1972, S. 309–320

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das niederländische Buch war eine Übersetzung von William Henry, Epitome of Chemistry bzw. Elements of Experimental Chemistry, 1800