Udinese Calcio

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Udinese Calcio
Vereinswappen von Udinese Calcio
Basisdaten
Name Udinese Calcio S.p.A.
Sitz Udine, Italien
Gründung 30. November 1896
Präsident Franco Soldati
Website udinese.it
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Andrea Sottil
Spielstätte Dacia Arena
Plätze 25.144
Liga Serie A
2021/22 12. Platz
Heim
Auswärts

Udinese Calcio, kurz Udinese, ist ein 1896 gegründeter italienischer Fußballverein aus der friulischen Stadt Udine. Weitere Bezeichnungen sind I Bianconeri („Die Weiß-Schwarzen“), I Friulani („Die Friulaner“) oder Le Zebrette („Die kleinen Zebras“).

Heimspielstätte ist das Stadio Friuli, derzeit nach einem Sponsor Dacia Arena genannt, welches Platz für 25.144 Zuschauer bietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udinese Calcio ist als S.p.A. eingetragen, also eine "Società per azioni", eine Aktiengesellschaft, was im italienischen Fußball nicht ungewöhnlich ist. Der Verein Udinese Calcio entstand aus der Società Udinese di Ginnastica e Scherma. 1896, bei den ersten, damals noch inoffiziellen italienischen Meisterschaften, errang die Società Udinese di Ginnastica e Scherma den Titel, der allerdings nicht anerkannt wird, da die Meisterschaften von der Federazione di Ginnastica, dem italienischen Turnverband ausgetragen wurden. Erst 1898 gewann der CFC Genua die erste italienische Meisterschaft.

Spielszene zwischen Udinese Calcio und dem FC Turin in den 1940er Jahren
Die Mannschaft von Udinese Calcio im Jahr 1979.

Große Erfolge konnte der Verein bisher kaum verzeichnen, so ist der Gewinn des Mitropa-Cups 1980 der wichtigste Titel. Darüber hinaus gewann Udinese bisher nur Pokale und Wettbewerbe im Jugendbereich oder in unterklassigen Ligen (Serie B, Serie C). Für Aufsehen sorgte Udinese Calcio allerdings in den 1980er, als man Franco Causio, der mit Italien 1982 Weltmeister wurde, und den brasilianischen Superstar Zico verpflichtete.

1986 übernahm die italienische Unternehmerfamilie Pozzo den Verein. Seit der Saison 1995/96 spielt Udinese durchgehend in der Serie A und konnte sich in den folgenden Jahren regelmäßig für den UEFA-Pokal qualifizieren, in der Saison 1997/98 sogar mit dem dritten Tabellenplatz. Im UEFA-Pokal schied Udinese allerdings meistens in der Qualifikation für die Gruppenphase aus. Lediglich in der Spielzeit 1999/2000 konnte der Verein bis ins Achtelfinale vordringen, wo man gegen Slavia Prag aufgrund der Auswärtstorregel scheiterte.

Dank des vierten Tabellenplatzes in der Saison 2004/05 durfte der Verein in die Champions-League-Qualifikation und schaffte mit zwei Siegen gegen Sporting Lissabon erstmals den Einzug in die UEFA Champions League. Dort scheiterte Udinese in der Gruppenphase am FC Barcelona und an Werder Bremen. Man konnte sich allerdings vor Panathinaikos Athen platzieren. Im UEFA-Pokal kam das Aus schon im Achtelfinale gegen Lewski Sofia und auch in der Liga belegte Udinese nur einen enttäuschenden 13. Tabellenplatz.

Erfolgreicher für Udinese Calcio verlief die UEFA-Pokal-Saison 2008/09: Die Gruppenphase konnte vor Tottenham Hotspur, NEC Nijmegen, Spartak Moskau und Dinamo Zagreb auf dem ersten Platz abgeschlossen werden. Nachdem sich Udinese außerdem gegen Lech Posen und Zenit Sankt Petersburg durchsetzt hatte, erreichte der Verein das Viertelfinale des Wettbewerbs, wo er aber an Werder Bremen scheiterte.

Sehr erfolgreich verliefen auch die Spielzeiten 2010/11 und 2011/12: Mit dem vierten bzw. dritten Ligaplatz erreichte Udinese jeweils die Play-off-Runde zur Champions League, scheiterte dort allerdings knapp am FC Arsenal, bzw. im Elfmeterschießen an Sporting Braga.

Spiel- und Trainingsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadio Moretti um 1950

Das 1920 erbaute Stadio Moretti wurde bis 1976 als Spielstätte von Udinese Calcio genutzt. Nach dem Abriss 1976 wurde auf dem Gelände ein Stadtpark errichtet, der bis heute besteht.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadio Friuli (Dacia Arena) (2016)

Die heutige Heimspielstätte von Udinese Calcio ist das von 1971 bis 1976 erbaute Stadio Friuli (aktueller Sponsorenname Dacia Arena). Der Name Friuli wurde im Gedenken an die Opfer des Erdbebens im Friaul 1976 gewählt. Architekt und Bauingenieur war der Udineser Giuliano Parmegiani. Das Stadion befindet sich im nordwestlichen Stadtteil Rizzi. Eine Besonderheit des Friuli ist der 33 Meter hohe Bogen, der als Überdachung der Haupttribüne dient.

Von 2013 bis 2016 wurde das Stadion grundlegend renoviert. Die Leichtathletikanlage wurde entfernt und die Tribünen direkt bis an das Spielfeld gebaut. Mitte Mai 2013 wurde mit dem Abriss der Curva Nord, der Curva Sud und der Distinti begonnen. Nach dem Wiederaufbau sind nun alle Zuschauertribünen überdacht. Die farbenfrohe Mosaik-Bestuhlung und die bogenförmige Überdachung der Haupttribüne geben dem Stadion sein unverwechselbares Aussehen, das rund 25.000 Zuschauern Platz bietet.

Am 8. Januar 2016 kündigte Udinese Calcio die Umbenennung der Spielstätte an. Der Automobilhersteller Dacia und aktuelle Trikotsponsor, ist seither Namensgeber des Stadions.[1] Das erste offizielle Spiel fand am 17. Januar 2016 gegen Juventus Turin vor 25.467 Zuschauern statt.[2][3]

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1911: Associazione del Calcio Udine
  • 1918: Associazione Sportiva Udinese
  • 1925: Associazione Calcio Udinese
  • 1978: Udinese Calcio

Logohistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinserfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National Titel Saison
Serie-B-Meisterschaft 2 1955/56, 1978/79
Serie-C-Meisterschaft 3 1929/30, 1948/49, 1977/78
Coppa Italia Serie C 1 1977/78
International Titel Saison
UEFA Intertoto Cup 1 2000
Mitropapokal 1 1980
Englisch-italienischer Ligapokal 1 1978

Erfolge der Jugendmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuelle Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonio Di Natale

Fußballer des Jahres/Guerin d’Oro (1)[4]

Torschützenkönig (5)[5]

Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader der Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 29. Juli 2022[6]

Nr. Position Name
1 ItalienItalien TW Marco Silvestri
2 Irland AB Festy Ebosele
3 Marokko AB Adam Masina
4 Slowenien MF Sandi Lovric
5 Deutschland MF Tolgay Arslan
6 FrankreichFrankreich MF Jean-Victor Makengo
7 Nigeria ST Isaac Success
8 Bosnien und Herzegowina MF Mato Jajalo
9 Portugal ST Beto
10 SpanienSpanien ST Gerard Deulofeu
11 Brasilien MF Walace
13 ItalienItalien AB Destiny Udogie
15 Portugal AB Leonardo Buta
Nr. Position Name
17 NiederlandeNiederlande AB Bram Nuytinck (C)ein weißes C in blauem Kreis
20 ItalienItalien TW Daniele Padelli
21 Norwegen MF Martin Palumbo
23 Kamerun AB Enzo Ebosse
24 Deutschland MF Lazar Samardžić
28 Kroatien AB Filip Benković
29 Slowenien AB Jaka Bijol
30 Nordmazedonien ST Ilija Nestorovski
37 Argentinien MF Roberto Pereyra
50 Brasilien AB Rodrigo Becão
93 FrankreichFrankreich AB Brandon Soppy
- Brasilien ST Felipe Vizeu

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainerhistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2019 Cheftrainer bei Udinese Calcio, Luca Gotti
Cheftrainer
Amtszeit Name
1920–1921 Ungarn József Ging 1
1922–1923 Ungarn György Kanjaurek 1
1923–1926 Ungarn Otto Krappan 1
1927–1928 Ungarn Lajos Czeizler 1
1928–1929 Ungarn István Fögl 1
1929–1930 Ungarn Eugen Payer 1
1930–1931 Ungarn Imre Payer 1
1931–1932 Ungarn István Fögl
1932–1933 Ungarn Karl Cepzkay
1934–1936 Ungarn Emerich Hermann
1936–1937 Ungarn István Fögl
1938–1939 Italien Luigi Miconi
1939–1940 Ungarn Eugen Payer
Italien Luigi Miconi
1940–1941 Italien Pietro Piselli
1941–1942 Italien Luigi Miconi
1942–1943 Ungarn Ferenc Molnár
Italien Gino Bellotto
1947–1948 Osterreich Hermann Schramseis
Italien Elio Loschi
1948–1950 Italien Aldo Olivieri
1950–1952 Italien Guido Testolina
Italien Severino Feruglio
1952–1953 Italien Aldo Olivieri
1953–1958 Italien Giuseppe Bigogno
1958–1959 Italien Luigi Miconi
Italien Severino Feruglio
1959–1960 Italien Severino Feruglio
Italien Giuseppe Bigogno
1960–1961 Italien Giuseppe Bigogno
Italien Luigi Bonizzoni
1961–1962 Italien Luigi Bonizzoni
Italien Sergio Manente
Italien Alfredo Foni
1962–1963 Italien Alberto Eliani
1963–1964 Italien Alberto Eliani
Italien Armando Segato
1964–1965 Italien Severino Feruglio
1965–1967 Italien Gigi Comuzzi
1967–1968 Italien Umberto Pinardi und Italien Giuseppe Bigogno
Italien Gigi Comuzzi und Italien Giuseppe Bigogno
1968–1969 Italien Romolo Caruffo und Italien Gipo Viani
Italien Romolo Caruffo
1969–1970 Argentinien Oscar Montez
Italien Paolo Tabanelli
1970–1971 Italien Paolo Tabanelli
Italien Gigi Comuzzi
1971–1973 Italien Gigi Comuzzi
1973–1974 Italien Massimo Giacomini und Italien Sergio Manente
Italien Sergio Manente
1974–1975 Italien Sergio Manente
Argentinien Humberto Rosa
1975–1976 Argentinien Humberto Rosa
1976–1977 Italien Livio Fongaro
1977–1979 Italien Massimo Giacomini
1979–1980 Italien Corrado Orrico
Italien Dino D’Alessi
1968–1969 Italien Aldo Campatelli
Italien Aldo Campatelli und Italien Maurizio Bruno
Cheftrainer
Amtszeit Name
1980–1981 Italien Marino Perani
Italien Enzo Ferrari
Italien Gustavo Giagnoni
Italien Enzo Ferrari
1981–1984 Italien Enzo Ferrari
1984–1985 Brasilien Luís Vinício
1985–1986 Brasilien Luís Vinício
Italien Giancarlo De Sisti
1986–1987 Italien Giancarlo De Sisti
1987–1988 Italien Massimo Giacomini
Italien Marino Lombardo und Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Bora Milutinovic
Italien Nedo Sonetti
1988–1989 Italien Nedo Sonetti
1989–1990 Italien Bruno Mazzia
Italien Rino Marchesi
1990–1991 Italien Rino Marchesi
Italien Pietro Fontana
Italien Adriano Buffoni
1991–1992 Italien Franco Scoglio
Italien Adriano Fedele
1992–1993 Italien Adriano Fedele
Italien Alberto Bigon
1993–1994 Italien Azeglio Vicini
Italien Adriano Fedele
1994–1995 Italien Adriano Fedele
Italien Giovanni Galeone
1995–1998 Italien Alberto Zaccheroni
1998–1999 Italien Francesco Guidolin
1999–2000 Italien Francesco Guidolin
Italien Luigi De Canio
2000–2001 Italien Luigi De Canio
Italien Luciano Spalletti
2001–2002 England Roy Hodgson
Italien Gian Piero Ventura
2002–2005 Italien Luciano Spalletti
2005–2006 Italien Serse Cosmi
Italien Loris Dominissini und Argentinien Néstor Sensini
Italien Giovanni Galeone
2006–2007 Italien Giovanni Galeone
Italien Alberto Malesani
2007–2009 Italien Pasquale Marino
2009–2010 Italien Pasquale Marino
Italien Gianni De Biasi
Italien Pasquale Marino
2010–2014 Italien Francesco Guidolin
2014–2015 Italien Andrea Stramaccioni
2015–2016 Italien Stefano Colantuono
2016 Italien Luigi De Canio
2016 Italien Giuseppe Iachini
2016–2017 Italien Luigi Delneri
2017–2018 Italien Massimo Oddo
2018 Kroatien Igor Tudor
2018 Spanien Julio Velázquez
2018–2019 Italien Davide Nicola
2019 Kroatien Igor Tudor
2019–2021 Italien Luca Gotti

Vereinsrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Udinese Calcio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. udinese.it: Offizielle Pressemeldung des Vereins zur Umbenennung des Stadio Friuli Artikel vom 8. Januar 2016 (italienisch)
  2. stadiumdb.com: Italy: Udinese stadium complete, renamed Dacia Arena Artikel vom 9. Januar 2016 (englisch)
  3. weltfussball.de: Spielbericht Udinese Calcio gegen Juventus Turin
  4. rsssf.com – Italy – Footballer of the Year
  5. rsssf.com – Italy – Serie A Top Scorers
  6. Udinese Calcio - Vereinsprofil. Abgerufen am 29. Juli 2022.