Udligenswil

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Udligenswil
Wappen von Udligenswil
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton LuzernKanton Luzern Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1067i1f3f4
Postleitzahl: 6044
Koordinaten: 673056 / 215983Koordinaten: 47° 5′ 27″ N, 8° 24′ 3″ O; CH1903: 673056 / 215983
Höhe: 637 m ü. M.
Höhenbereich: 525–840 m ü. M.[1]
Fläche: 6,22 km²[2]
Einwohner: 2294 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 369 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,2 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.udligenswil.ch
Udligenswil

Udligenswil

Lage der Gemeinde
BannalpseeÄgeriseeLauerzerseeRotseeSarnerseeSoppenseeSeelisbergseeVierwaldstätterseeWichelseeZugerseeKanton AargauKanton NidwaldenKanton ObwaldenKanton SchwyzKanton UriKanton ZugKanton ZürichWahlkreis EntlebuchWahlkreis HochdorfWahlkreis Luzern-StadtWahlkreis Luzern-StadtWahlkreis SurseeAmt WillisauAdligenswilBuchrain LUDierikonEbikonGisikonGreppenHonau LUHorwKriensMaltersMeggen LUMeierskappelRoot LUSchwarzenberg LUUdligenswilVitznauWeggisKarte von Udligenswil
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Udligenswil (schweizerdeutsch Udligeswil/Udligeschwil ˌʊdligəʃˈʋiːl,ˌʊdligənsˈʋiːl, kurz Uedlige ˈʊɘdligə) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udligenswil liegt auf einer Terrasse am Südhang des Rooterberges auf einer Höhe zwischen 526 m ü. M. und 840 m ü. M. Von der Gemeindefläche von 625 ha sind 66,7 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 22,7 % Wald und Gehölz und 6,9 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden von Udligenswil sind Adligenswil, Dierikon, Meierskappel und Root (alle im Kanton Luzern), sowie Küssnacht im Kanton Schwyz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1850 wuchs die Anzahl Bewohner stark an (1798–1850: +30,5 %). Die Bevölkerung von Udligenswil blieb lange Zeit stabil und schwankte von 1850 bis in die 1960er-Jahre zwischen 500 und 600 Einwohnern. Die Gemeinde war damals ein kleines Bauerndorf mit zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben und etwas Kleingewerbe. Seit 1960 findet ein anhaltend starkes Wachstum statt. Innert fünfzig Jahren wurde die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht (1960–2010: +224,3 %). Die bessere Verkehrsanbindung und die Lage auf einer Sonnenterrasse nahe den Städten Zug und Luzern sind dafür verantwortlich. Dadurch zogen viele Leute, die ihre Arbeitsplätze in den wirtschaftlich stärkeren Gemeinden der Region haben, in das Bauerndorf. Die Gemeinde wurde vom Bauerndorf zur Pendlergemeinde. Seit 2010 war das Wachstum nur noch gering und ist seit Ende 2014 ganz zum Stillstand gekommen.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[6]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast die gesamte Bevölkerung, nämlich 94,76 %, benutzt als Hauptsprache Deutsch. Daneben existieren noch Albanisch mit 1,30 % und Serbokroatisch, welches von 0,97 % als Hauptsprache benutzt wird.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die Bevölkerung des Dorfes ausschliesslich römisch-katholisch. Heute (Stand 2000) sieht die Lage anders aus. Die Mehrheit bilden mit 70,56 % der Einwohnerschaft die römisch-katholischen Christen. Minderheiten bilden 14,91 % evangelisch-reformierte Christen, 7,35 % Konfessionslose, 1,84 % Muslime, 1,13 % Angehörige christlicher Freikirchen und 0,54 % orthodoxe Christen.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2019 zählte die Gemeinde 2'294 Einwohner. Davon waren 2'013 Schweizer Staatsangehörige und 281 (= 11,2 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (128 Menschen), Österreich (18), Italien (13), Portugal (12), der Niederlande (8), Spanien (7), Ungarn (7), dem Kosovo (6), Nordmazedonien (5) und dem Vereinigten Königreich (5).[7][8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nebenamtlich arbeitende Gemeinderat besteht aus folgenden fünf Mitgliedern:

  • Gemeindepräsident Florian Ulrich (FDP), seit 2020 im Gemeinderat seit 2016: Präsidiales und Verkehr
  • Bauvorsteherin Gisela Künzli-Huber (CVP), seit 2019: Umwelt, Strassen- und Bauwesen, Wasserversorgung
  • Bildungsvorsteherin Brigitte Henseler-Pfenninger (CVP), seit 2020: Bildungswesen
  • Finanzvorsteher Filip Erzinger (unparteiisch), seit 2008: Finanzen, Sicherheit und Jugend
  • Sozialvorsteherin Angela Müller-Küng (FDP), seit 2020: Sozialwesen

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2019 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Udligenswil: SVP 22,3 %, FDP 21,5 %, CVP 19,1 %, glp 16,4 %, SP 9,7 %, GPS 9,5 %.[9]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Udligenswil: SVP 24,8 %, FDP 20,6 %, CVP 18,5 %, glp 16,5 %, GPS 9,8 %, SP 8,3 %.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg war Udligenswil ein Bauerndorf. Mit dem Bau der Autobahnen rückten Zug und Luzern in nähere Reichweite. Im Jahr 2016 gab es 149 Arbeitsstätten mit 426 Beschäftigten in Udligenswil. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist zwar noch überdurchschnittlich hoch und dennoch in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 15,02 % der Erwerbstätigen (64 Personen) in 25 Betrieben eine berufliche Existenz. Weit bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 27 Betrieben und 72 Beschäftigten und der Dienstleistungsbereich mit 97 Arbeitsstätten und 290 Beschäftigten. Durch das starke Bevölkerungswachstum hat sich der Pendlerstrom vergrössert. Im Jahr 2000 standen 136 Zupendlern (v. a. aus dem Kanton Schwyz, Adligenswil und der Stadt Luzern) 715 Wegpendler (v. a. nach Luzern und in den Kanton Zug) gegenüber.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udligenswil ist vom Öffentlichen Verkehr mit der Postautolinie Luzern-Adligenswil-Udligenswil-Rotkreuz (Linie 73) erschlossen. Der Autobahnanschluss Küssnacht ist 4 km weit weg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1970)

Udligenswil wird im Jahr 1036 erstmals in einer Besitzbestätigung an den Chorherrenstift Beromünster als Uodelgoswilare erwähnt. Im 13. Jahrhundert kam es zu Küssnacht und gehörte ab 1291 den Habsburgern. Im Jahr 1380 gelangte es unter das Schutz- und Schirmrecht und wurde von Johanna von Hunwyl 1406 an Luzern verkauft. 1565/66 wütete die Pest und raffte die Hälfte der Bewohner weg. 1725 erregte Udligenswil internationales Aufsehen, weil der Vogt und Pfarrer Andermatt wegen einer Tanzveranstaltung in Streit gerieten. Im sogenannten Udligenswilerhandel musste sogar der Papst eingreifen. Seit 1798 gehört die Gemeinde zum Distrikt (ab 1803 Amt) Luzern.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Udligenswil besuchten (Schuljahr 2017/2018) 43 Kinder die drei Kindergartenklassen im Kindergarten Schürmatt. Die Schulhäuser Bühlmatt I und II boten 137 Primarschülern in 9 Klassen eine Bildungsmöglichkeit. Die Sekundarschule besuchen die Schülerinnen und Schüler in der Nachbargemeinde Adligenswil, die Mittelschule entweder an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern oder am Gymnasium Immensee.

Lernende mit Schulort Udligenswil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe,
alle Niveaus
Gesamthaft
Abteilungen 3 9 0 12
Lernende 43 137 0 180

aus der Gemeinde und Nachbargemeinden; Quelle LUSTAT[11]

Lernende mit Wohnort Udligenswil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Basisstufe Primarschule Sekundarstufe,
Niveau A/B
Sekundarstufe,
Niveau C
Integrierte
Sekundarschule
Gesamthaft
Lernende 43 0 142 39 8 2 234

in der Gemeinde wohnhaft; Quelle LUSTAT[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Schilliger (* 1959), Politiker (FDP), Alt-Gemeindepräsident, Nationalrat
  • Nicole Lechmann (* 1984), Schauspielerin
  • Theresia Greter-Lustenberger (* 1941), Künstlerin[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0, S. 459–479.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Udligenswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  6. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  7. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde
  8. Ausländische Wohnbevölkerung nach Nationalität, Aufenthaltsstatus und Bevölkerungstyp (LUSTAT Statistik Luzern)
  9. https://www.lustat.ch/files_ftp/daten/kt/0003/w173_302t_kt0003_gd_d_2019.html Kantonsratswahlen: Stärke der Parteien 2019
  10. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde
  11. Anzahl Klassen und Lernende
  12. LUSTAT, Seite 242
  13. Greter-Lustenberger, Theres - SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen am 15. Januar 2021.