Udligenswil

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Udligenswil
Wappen von Udligenswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1067i1f3f4
Postleitzahl: 6044
Koordinaten: 673056 / 215983Koordinaten: 47° 5′ 27″ N, 8° 24′ 3″ O; CH1903: 673056 / 215983
Höhe: 637 m ü. M.
Fläche: 6,25 km²
Einwohner: 2285 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 366 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,0 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.udligenswil.ch
Karte
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Udligenswil (in hochalemannischer Mundart: [ˌʊdligəʃˈʋiːl]/[ˌʊdligənsˈʋiːl], kurz [ˈʊɘdligə], ausgesprochen Udligeswil/Udligeschwil, kurz Uedlige) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udligenswil liegt auf einer Terrasse am Südhang des Rooterberges auf einer Höhe zwischen 526 m ü. M. und 840 m ü. M. Von der Gemeindefläche von 625 ha sind 66,7 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 22,7 % Wald und Gehölz und 6,9 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden von Udligenswil sind Adligenswil, Dierikon, Meierskappel und Root (alle im Kanton Luzern), sowie Küssnacht im Kanton Schwyz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1850 wuchs die Anzahl Bewohner stark an (1798–1850: +30,5 %). Die Bevölkerung von Udligenswil blieb lange Zeit stabil und schwankte von 1850 bis in die 1960er-Jahren zwischen 500 und 600 Einwohnern. Die Gemeinde war damals ein kleines Bauerndorf mit zahlreichen Lanswirtschaftsbetrieben und etwas Kleingewerbe. Seit 1960 findet ein anhaltend starkes Wachstum statt. Innert fünfzig Jahren wurde die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht (1960–2010: +224,3 %). Die bessere Verkehrsanbindung und die Lage auf einer Sonnenterrasse nahe den Städten Zug und Luzern sind dafür verantwortlich. Dadurch zogen viele Leute, die ihre Arbeitsplätze in den wirtschaftlich stärkeren Gemeinden der Region haben, in das Bauerndorf. Die Gemeinde wurde vom Bauerndorf zur Pendlergemeinde.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[3]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast die gesamte Bevölkerung, nämlich 94,76 %, benutzt als Hauptsprache Deutsch. Daneben existieren noch Albanisch mit 1,30 % und Serbokroatisch, welches von 0,97 % als Hauptsprache benutzt wird.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die Bevölkerung des Dorfes ausschliesslich römisch-katholisch. Heute (Stand 2000) sieht die Lage anders aus. Die Mehrheit bilden mit 70,56 % der Einwohnerschaft die römisch-katholischen Christen. Minderheiten bilden 14,91 % evangelisch-reformierte Christen, 7,35 % Konfessionslose, 1,84 % Muslime, 1,13 % Angehörige christlicher Freikirchen und 0,54 % orthodoxe Christen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 waren von den 2285 Einwohnern 2042 Schweizer und 243 (10,63 %) Ausländer.[4] Ende 2016 stammten die grössten Migrationsgruppen aus Deutschland (113 Menschen; 4,95 %), Italien und den Vereinigten Staaten (je 10 Menschen; je 0,44 %), Polen (9 Menschen; 0,39 %), Österreich (8 Menschen; 0,35 %) sowie Bosnien-Herzegowina und Portugal (je 7 Menschen; je 0,31 %). Ende 2015 waren insgesamt 13,7 % der Zugewanderten aussereuropäischer Herkunft.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nebenamtlich arbeitende Gemeinderat besteht aus folgenden fünf Mitgliedern:

  • Gemeindepräsident Thomas Rebsamen (FDP), seit 2011: Präsidiales, Kultur
  • Bauvorsteher Marco Zgraggen (CVP), seit 2012: Umwelt, Strassen- und Bauwesen, Wasserversorgung
  • Bildungsvorsteher Armin Schmidiger (parteilos), seit 2010: Bildungswesen und Jugend
  • Finanzvorsteher Claudio Passafaro (CVP), seit 2008: Finanzen und Sicherheit
  • Sozialvorsteher Florian Ulrich (FDP), seit 2016: Sozialwesen und Verkehr

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Udligenswil: SVP 30,1 %, FDP 22,8 %, CVP 20,0 %, glp 10,8 %, SP 8,7 %, GPS 6,8 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Udligenswil: SVP 30,4 %, FDP 24,0 %, CVP 17,4 %, glp 12,2 %, SP 8,8 %, GPS 5,7 %, BDP 0,8 %.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg war Udligenswil ein Bauerndorf. Mit dem Bau der Autobahnen rückten Zug und Luzern in nähere Reichweite. Im Jahr 2001 gab es noch 31 Landwirtschaftsbetriebe, womit dieser Sektor nur noch 24,9 % der arbeitenden Bevölkerung ein Einkommen bot. In Industrie und Gewerbe verdienten 23,7 % der Erwerbstätigen ihr Geld; in Dienstleistungsberufen 51,5 %. Durch das starke Bevölkerungswachstum hat sich der Pendlerstrom vergrössert. Im Jahr 2000 standen 136 Zupendlern (v. a. aus dem Kanton Schwyz, Adligenswil und der Stadt Luzern) 715 Wegpendler (v. a. nach Luzern und in den Kanton Zug) gegenüber.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udligenswil ist vom Öffentlichen Verkehr mit der Postautolinie Luzern-Adligenswil-Udligenswil-Rotkreuz (Linie 73) erschlossen. Der Autobahnanschluss Küssnacht 4 km weit weg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udligenswil wird im Jahr 1036 erstmals in einer Besitzbestätigung an den Chorherrenstift Beromünster als Uodelgoswilare erwähnt. Im 13. Jahrhundert kam es zu Küssnacht und gehörte ab 1291 den Habsburgern. Im Jahr 1380 gelangte es unter das Schutz- und Schirmrecht und wurde von Johanna von Hunwyl 1406 an Luzern verkauft. 1565/66 wütete die Pest und raffte die Hälfte der Bewohner weg. 1725 erregte Udligenswil internationales Aufsehen, weil der Vogt und Pfarrer Andermatt wegen einer Tanzveranstaltung in Streit gerieten. Im sogenannten Udligenswilerhandel musste sogar der Papst eingreifen. Seit 1798 gehört die Gemeinde zum Distrikt (ab 1803 Amt) Luzern.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 2003/2004 besuchten 33 Kinder den Kindergarten Schürmatt. Den Primarschülern (185 im Schuljahr 2004/2005) der 1. bis 6. Klasse steht das Schulhaus Bühlmatt zum Lernen zur Verfügung. Ab der 7. Klasse besuchen die Udligenswiler Kinder die Schule im Nachbarort Adligenswil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0 S. 459–479.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Udligenswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen und Staatsangehörigkeit (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Udligenswil
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Udligenswil
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.