Udo Gottfried

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Udo W. Gottfried in Sibratshofen

Udo W. Gottfried (* 21. November 1952 in Waldmichelbach) ist ein deutscher Künstler aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udo W. Gottfried studierte von 1976 bis 1980 an der Fachhochschule Wiesbaden Kommunikationsdesign, danach bis 1985 Philosophie und Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Von 1993 bis 1994 hatte er einen Lehrauftrag für Zeichnen an der Kunsthochschule Mainz. Von 1989 bis 2012 war er Dozent für Künstlerisches Gestalten am Institut für Künstlerische Keramik und Glas (Hochschule Koblenz) in Höhr-Grenzhausen. Seit Ende 2012 leitet Gottfried die Kulturwerkstatt im Jugendhilfezentrum Johannesstift in Wiesbaden.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Forster führt in das Werk von Udo W. Gottfried mit folgenden Worten ein:

„Das beherrschende Element im Werk von Udo W. Gottfried ist die menschliche Figur. Das ist seine Botschaft, sonst nichts. Das klingt wenig, ist aber viel, ja es ist alles, denn die menschliche Figur ist das Grundprinzip unseres Seins.“

und

„Als Multiinstrumentalist bespielt er Malerei, Skulptur, Grafik, Keramik, Installation und die neuen Medien. Durch all diese Gattungen mäandert die menschliche Figur. In der Malerei dominiert die Silhouette oder der Schattenriss, bei den Holzskulpturen der grobe Schnitt. Tief graben sich die Kerben in die Figuren ein. Der Linienverlauf hat etwas „roughes“, raues, aus dem sich die Gesichtszüge expressiv herausschälen.“

– Eröffnungsrede in der Galerie Mainzer Kunst, Ausstellung „Wenn ich an Dich denke ...“ Bilder und Objekte, 2009

Aus Sicht von Peter Forster zeichnet sich Gottfrieds Werks vor allem durch seine Haltung aus:

„Es ist eine Kunst, die die Welt nicht verändern will und damit die Welt direkt auf ihren Punkt bringt. Seine Kunst ist nicht politisch, fordern, anklagend, aber auch nicht harmonisch, strategisch austarierend, strukturiert und schon gar nicht berechnend. Seine Kunst hat ihre Wurzel tief in seinem Inneren, sie folgt seinem Wundern über die Welt und seiner Freude an ihr. Seine Kunst kann gar nichts anderes als Haltung sein. Seine Haltung liegt mitten im Leben und ist deshalb zutiefst menschlich.“

Vorwort zu GO. Little Instants in the Life of an Artist, 2017

Mit den Worten von Udo W. Gottfried selbst, anlässlich seiner Installation "heiter bis leicht bewölkt":

„Das Element des freien Spiels ist bis heute "Hintergrundrauschen" meines künstlerischen Denkens und Handelns und bestimmt nicht nur mein künstlerisches Leben.“

und

„Alle meine künstlerischen Formulierungen sind Annäherungen an die Welt, oft spielerisch und meist jenseits begrifflicher Formulierbarkeit. Ich spiele also bin ich! Ein emotionaler Seinszustand sucht seine visuelle Entsprechung. Es ist ein ständiges lustvolles Auf-sich-zu-gehen, auch wenn man sich ab und zu selbst im Wege steht.“

Einführung zur Ausstellung "Im Anfang war das Spiel", im Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, 2014

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträger Kunstpreis der Stadt Kirn für Malerei, 1985
  • Preisträger ESWE Kunstpreis der Stadtwerke Wiesbaden AG für Malerei, 1987
  • Projekt- und Arbeitsstipendium der Vitos Rheingau, Eltville, 2011

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990 Triennale, Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt am Main (G)(K); ART Frankfurt, Galerie am Luxemburgplatz (Wiesbaden) (E)(K); ART Hamburg, Büchergilde Gutenberg (G); Galerie Rebeka, Ljubiljana (G)
  • 1991 Galerie am Luxemburgplatz, Wiesbaden (E)(K); Galerie Bellevue-Saal, Wiesbaden (E)(K); ART Frankfurt, Galerie am Luxemburgplatz (Wiesbaden) (E)
  • 1992 »Zwischenzeit, Audio-Video-Installation«, Kunsthaus Wiesbaden (G)(K)
  • 1993 Galerie Bauer, Kastellaun (G)
  • 1994 »Kunst im Wasserturm«, Darmstadt (G); Hessiale 94, Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden (G)(K)
  • 1995 »Kunst im Weinberg«, Wiesbaden (G)(K); »Kunst bei Pro 7«, München (G)(K); »Zusammenkunst«, Produzentengalerie Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden (G)
  • 1996 »Kunst in der Naspa«, Zentrale der Nassauischen Sparkasse, Wiesbaden (E); »still-leben«, Rauminstallation und Performance (mit Christopher Tarnow), Kunsthaus Wiesbaden (G)
  • 1997 Museum im Wehener Schloss, Taunusstein-Wehen (E); Keramion Frechen (G)(K); »Zeitgleich«, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden (G); Kommunale Galerie, Schlangenbad (E)
  • 1998 Kloster Johannisberg, Johannisberg im Rheingau (G); Keramische Fläche, Keramikmuseum; Westerwald, Höhr-Grenzhausen (G)(K)
  • 1999 »Vogelfrei III, Inszenierte Gärten«, Darmstadt (G)(K); Stadthalle Bad Schwalbach (E); Hessische Landesvertretung, Gästehaus Bonn (G)
  • 2001 »Kopf an Kopf«, StadtRaumBegegnung (mit Detlef Karsten), Wiesbaden
  • 2002 »Installationen und Holzskulpturen« SägeWerkTage Trossingen (G); »Kunst in der Deponie«, Holzskulpturen, Rhein-Main Deponie, Flörsheim (G); »Gangart«, Skulpturen und Installationen, Bischofsheim (G)(K)
  • 2003 »Basarland«, Vulkan-Galerie, Mainz (G); »Boden«, Kunstaktion »espressoBAR«; Vulkan-Galerie, Mainz (G); »...wenn Frauen Hirsche stemmen ...« Galerie C. Weber, Wiesbaden (E)
  • 2004 »Stühle«, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden (G); »pas de deux« (mit Nabo Gass) Schloss Burgau, Düren (G)(K)
  • 2005 »Kunst im KlärWerk«, Installationen, Mainz-Kostheim (G); Airport ConferenceCenter im Flughafen Frankfurt (mit Ed Baga), Frankfurt am Main
  • 2006 »RaumGreifendes, Arbeiten der letzten Zeit«, Rathaus-Foyer, Wiesbaden (E); »Kleine Welten«, Atelier & Espace Photographique, Montreux, Schweiz (E)
  • 2006 »Wasser«, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden (G); [2]»REISEanDENKEN«, raumbezogene Arbeiten (mit Katja von Puttkamer), Bellevue-Saal, Wiesbaden (G)
  • 2007 »Rhythmus« Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden (G) [3]
  • 2008 »Fluchten«, Performance, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden (G) [4]; »Big Five« Projektionen, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden (G) [5]
  • 2009 »Wenn ich an Dich denke ...« Bilder und Objekte, Galerie Mainzer Kunst
  • 2010 erschien: Barbara Wolfart/Udo W. Gottfried: »Liebeslaunen. 44 Vierzeiler und Zeichnungen über ein äußerst launisches Abenteuer« , Eigenverlag, 96 Seiten[6]
  • 2012 »GO«, Schaalseegalerie Dargow; »...wenn ich treibe finde ich«, Kunstforum Mainturm, Flörsheim am Main (E);
  • Schwarzundweiss, Expressionismus, Kunst nach 1945, Galerie & Kunsthandel Draheim, Wiesbaden; Ausstellung mit Klaus Lomnitzer, Galerie Cerny+Partner, Wiesbaden
  • 2013 »wenn ich mich erinnere ...«, Galerie der Stadt Tuttlingen (E); Performance und Ausstellung "Kulturfestival im Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
  • 2014 »Im Anfang ist das Spiel«, Künstlerverein Walkmühle Wiesbaden, (G) (K), »KickART«, Kunsthalle Kempten, (G) (K)
  • 2015 »Natur Pur«, Galerie Mainzer Kunst, Mainz, »Landing«, Performance in der Bergkirche Wiesbaden
  • 2016 »12+1«, Installation in der Bergkirche Wiesbaden, »Nachrichten aus dem Allgäu«, Galerie Rubrechtcontemporary im Kaiser&Cream, Wiesbaden
  • 2017 Kunstverein Offenbach (zusammen mit dem Fotografen Thomas Wunsch), (G)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Wagenknecht: Wiesbadener Begegnungen in der Kulturwerkstatt im Johannesstift. In: wiesbadener-tagblatt.de. 15. Dezember 2016, abgerufen am 19. Mai 2017.
  2. Künstlerverein Walkmühle, Wasser 2006
  3. Künstlerverein Walkmühle, Rhythmus 2007
  4. Künstlerverein Walkmühle, Fluchten 2008
  5. Künstlerverein Walkmühle, Big Five 2008
  6. Barbara Wolfart/Udo W. Gottfried »Liebeslaunen. 44 Vierzeiler und Zeichnungen über ein äußerst launisches Abenteuer« 2010