Udo Recker

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Udo Recker (* 20. März 1967 in Linnich) ist ein deutscher Mittelalterarchäologe und Landesarchäologe des Bundeslandes Hessen.

Leben und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udo Recker leistete 1988/89 Zivildienst beim Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege (heute: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Außenstelle Niederzier-Hambach (heute: Außenstelle Titz). Er nahm in dieser Zeit an verschiedenen archäologischen Ausgrabungen im Rheinischen Braunkohlerevier teil. Nach Ableistung des Zivildienstes studierte er Vor- und Frühgeschichte, Historische Geographie und Volkskunde an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Zwischen 1991 und 1996 war er an Grabungen der Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Sri Lanka beteiligt. Unter der Leitung von Klaus Kilian arbeitete er zunächst in Pidurangala, Central Province, dann bis 1993 unter Hans-Joachim Weißhaar in Tissamaharama, Southern Province. 1994 übernahm er unter Helmut Roth die örtliche Leitung eines Gemeinschaftsprojekts der KAVA und des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bonn in Godavaya, Southern Province. Mit Abschluss der Frühjahrskampagne 1996 legte er die Projektleitung nieder.

Recker fertigte parallel dazu 1995 seine Magisterarbeit an, die sich schwerpunktmäßig mit der chronologischen und stilistischen Analyse rheinischer Keramik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit aus einer Siedlungsgrabung in Lohn, Stadt Eschweiler, Städteregion Aachen, befasste. Die Arbeit wurde durch die Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier finanziell unterstützt. Darauf aufbauend förderte die Stiftung in der Folge auch ein dreijähriges Aufarbeitungsprojekt zum ehemaligen Kirchspiel Lohn an der Universität Bonn. Als einer von insgesamt drei Bearbeitern legte Recker das Ergebnis seiner Untersuchungen als Dissertation vor und wurde mit der Arbeit „Das mittelalterliche Kirchspiel Lohn. Studien zu den archäologischen und archivalischen Hinterlassenschaften des Hauptortes Lohn“ 1999 bei Helmut Roth promoviert.[1]

Im selben Jahr wechselte Recker von der Universität Bonn an das Westfälische Museum für Archäologie / Amt für Bodendenkmalpflege in Münster, wo er im Fachreferat Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit ein Volontariat antrat. Von 2000 bis 2002 war Recker Abteilungsleiter Archäologie und stellvertretender Direktor des Instituts der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen mit Sitz in Wiesbaden. Mit der Eingliederung des Instituts der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen in die Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege Hessen im Jahr 2003 übernahm Recker als Bezirksarchäologe die Zuständigkeit für die Stadt und den Landkreis Gießen, die Städte Bad Homburg v. d. Höhe, Oberursel und den Hochtaunuskreis sowie den Main-Taunus-Kreis. Seit 2012 war er stellvertretender Landesarchäologe des Landes Hessen und leitete nach der Frühpensionierung von Egon Schallmayer 2013 kommissarisch die hessenARCHÄOLOGIE.

Seit 2016 ist Recker Landesarchäologe des Bundeslandes Hessen.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Recker hat in den letzten Jahren zahlreiche Grabungen in Hessen initiiert und durchgeführt. Darüber hinaus war er wiederholt im Verbund mit Dritten an Forschungsprojekten beteiligt oder hat eigene Vorhaben realisiert. Dazu gehören beispielsweise seine Grabungen einer hochmittelalterlichen Glashütte im nordhessischen Reinhardswald wie auch die Untersuchung der Wüstung Baumkirchen im Landkreis Gießen. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Siedlungs- und Wirtschaftsarchäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Archäologie des 20. Jahrhunderts sowie Kulturlandschaftsforschung.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (VLA), European Association of Archaeologists (EAA), Deutscher Verband für Archäologie (DVA), Deutsche Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (DGAMN), Kommission für Archäologische Landesforschung Hessen e.V. (KAL) - stellvertretender Vorsitzender.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gießener Anzeiger vom 8. Dezember 2014 (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zusammenfassung der Dissertation und Katalog als PDF.