Uedesheim

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Wappen von Uedesheim
Wappen von Neuss
Uedesheim
Bezirk 8 von Neuss
Lage Neuss-Uedesheim.png
Koordinaten 51° 9′ 48″ N, 6° 47′ 18″ OKoordinaten: 51° 9′ 48″ N, 6° 47′ 18″ O
Fläche 8,65 km²
Einwohner 4380 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 506 Einwohner/km²
Eingemeindung 1929
Postleitzahl 41468
Vorwahl 02131
Stadtbezirk Uedesheim (8)
Verkehrsanbindung
Autobahn A46 A57
Bundesstraße B9
Bus-Linien 850 851 NE5
Quelle: Fahrplanauskunft Stadtwerke Neuss

Uedesheim ist ein Stadtteil der Stadt Neuss im Rhein-Kreis Neuss.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden und im Osten grenzt Uedesheim an den Rhein, im Westen an die A 46 und an die A 57, im Süden an das Gebiet der Stadt Dormagen. Der westliche Teil Uedesheim, an der Bundesstraße 9 gelegen, wurde früher Macherscheid genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Martinus Uedesheim. Der Turm blieb 1960 beim Abbruch des Vorgängerbaus der Kirche erhalten. Untere Geschosse 1453 errichtet.

Römische Besiedlung wurde durch Funde und die „Villa Udenis“ belegt. Außerdem führte eine Römerstraße durch das heutige Uedesheim. Die Endung „-heim“ deutet auf einen altfränkischen Namen hin. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Uedesheim in einer gefälschten Urkunde aus dem Jahre 1188 als Udensheim. Seit dieser Zeit besaß die Äbtissin des Neusser Quirinusstiftes einen Hof in Uedesheim. Er hatte 1277 eine Fläche von 42 Morgen. 1293 entstand der Haupthof des Quirinusstiftes in Uedesheim. Die katholische Kirche wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Im Truchsessischen Krieg wurde der Ort vollkommen zerstört. Auch der Dreißigjährige Krieg ging an Uedesheim nicht spurlos vorüber. Im Jahre 1646 plünderten hessische Soldaten den Ort. Am 14. Dezember 1661 zerstörte ein Brand die katholische Kirche und den Quirinushof. Abermals wurde die Kirche durch einen Brand im Jahre 1783 vernichtet. Im Jahre 1794 besetzten französische Truppen Uedesheim. Im Rheinbogen zwischen Uedesheim und der Fleher Brücke legten sie eine Artilleriestellung an. Ihre Überreste sind unter dem Namen „Alte Batterie“ bekannt und noch heute zu sehen. Von 1794 an gehörte der Ort zum Kanton Neuss im Arrondissement Krefeld. Der Quirinushof mit 49,51 Hektar Land wurde enteignet und wurde Besitz des französischen Staates. 1815 fiel Uedesheim an das Königreich Preußen. 1816 entstand die Gemeinde Uedesheim, sie bestand aus den Orten Uedesheim, Macherscheid, Stüttgen und Wahlscheider Hof und sie gehörte zur Bürgermeisterei und Sammtgemeinde Grimlinghausen.[1] In den Jahren vor 1929 erhob die Stadt Düsseldorf Anspruch auf Uedesheim und hatte bereits die beiden Wahlscheider Höfe in Privatbesitz gebracht. 1929 wurde die Gemeinde Uedesheim in die Stadt Neuss eingemeindet. Allerdings kam der Ort Stüttgen an das Amt Norf. 1945 besetzten amerikanischen Soldaten den Ort. Nach dem Krieg entstand für vertriebene Bauern eine Bauernsiedlung am Ort. Als 1975 das Amt Norf in die Stadt Neuss eingemeindet wurde, kam der Ort Stüttgen an den Stadtbezirk Uedesheim.

Bis zur Errichtung der Fleher Brücke Ende der 1970er Jahre im Zusammenhang mit dem Ausbau der A 46 waren das linksrheinische Uedesheim und das rechtsrheinische, zu Düsseldorf gehörende Himmelgeist durch eine Autofähre miteinander verbunden. Der Betrieb wurde nach Inbetriebnahme der Fleher Brücke eingestellt. Bereits seit Jahrhunderten hatte es zwischen Uedesheim und Himmelgeist eine Fährverbindung gegeben. 1888 wurde die bis dahin existierende Fähre durch eine Querseilponte ersetzt. Der Fährbetrieb lief bis 1947 unfallfrei. Am 7. März 1947 kam es zu einem schweren Unglück. Die Fähre St. Antonius versank im Rhein, der zu diesem Zeitpunkt Treibeis führte. Bei dem Untergang kamen 14 Menschen ums Leben. An das Unglück erinnert heute eine Bronzetafel rechts neben dem Deichtor, die der Verschönerungsverein Neuss-Uedesheim e.V. 2008 gestiftet hat.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

JahrEinwohnerzahl

  • 1816: 0 469
  • 1828: 0 592
  • 1861: 0 637
  • 1905: 0 734
  • 1925: 0 857
  • 1950: 1.126
  • 1961: 2.859
  • 1975: 4.307
  • 2006: 4.287
  • 2010: 4.425

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl des Rates der Stadt Neuss 2014 erreichten in Uedesheim die CDU (direkt gewählt: Stefan Crefeld) 50,5 %, SPD 22,7 %, Bündnis 90 / DIE GRÜNEN 11,3 %, FDP 5,9 %, AfD 3 % und Sonstige 6,7 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 %. Dem Bezirksausschuss Uedesheim gehören an: 9 Vertreter der CDU, 4 Vertreter der SPD, 2 Vertreter von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, 1 Vertreter der FDP und 1 Vertreter der AfD.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Offene Ganztagsgrundschule St. Martinus[2]
  • Kindergarten
  • Jugendherberge

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linie 851 (Stadtbus): Kaarst Elchstraße–Neuss-Neusserfurth–Neuss-Uedesheim
  • Linie 850(T) (TaxiBus): Rosellen-Allerheiligen S-Bahn-Uedesheim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Neuen: Pulheim im Wandel der Zeiten. Pulheim 1966.
  • Heinz Ohletz: Jahre, Menschen, Initiativen 1929–1974 im Großkreis Grevenbroich. Neuss 1975.
  • Bert Pütz: Nor apa, Norpe, Norf. Norf 1974.
  • St. Martinus Neuss-Uedesheim. In: Karl Emsbach, Max Tauch: Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss. Rheinland-Verlag, Köln 1986, S. 202 ff.
  • Karl Rüdiger Himmes: Uedesheim - Ortskunde eines Neusser Stadtteils. Neuss 2009, ISBN 978-3-940671-23-3.
  • Paul-Heinz Kramp: Das Fährunglück vom 7. März 1947 zwischen Neuss-Uedesheim und Düsseldorf-Himmelgeist. In: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2010, ISBN 978-3-9810667-4-6, S. 146–155.
  • Paul-Heinz Kramp: Die "Alte Batterie" im Uedesheimer Rheinbogen und die Beschießung von Düsseldorf 1794. In: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2012, ISBN 978-3-9810667-6-0, . S. 92–105.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuss-Uedesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, J. H. C. Schreinger, 1836, S. 147 (Google Books)
  2. OGS St. Martinus. AWO Neuss, abgerufen am 10. April 2013.