Uedorf

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50.7833333333337.033055555555655Koordinaten: 50° 47′ 0″ N, 7° 1′ 59″ O

Uedorf
Stadt Bornheim
Unter silbernem (weißen) Schildhaupt, darin ein durchgehendes schwarzes Kreuz für das Kurfürstentum Köln, in rotem Feld ein frei schwebender silberner (weißer) Turm über Sockelbau mit drei Fenstern untereinander und ohne Dach. Er symbolisiert den Mühlenturm, der das markenteste Bauwerk undWahrzeichen Uedorfs darstellt. Darunter in grünem Feld ein silberner (weißer) Wellenbalken für den Rhein, an dessen linken Längsufer Uedorf liegt, und die fruchtbare Rheinebene sowie zugleich das Rheinland.
Höhe: ca. 55 m ü. NHN
Einwohner: 901 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1969
Postleitzahl: 53332
Vorwahl: 02222

Uedorf ist ein Stadtteil von Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis und liegt direkt am Rhein.

Geschichte[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

In Uedorf wurden Siedlungsspuren aus römischer Zeit gefunden (beispielsweise ein Matronenstein). An der Stelle des Mühlenturms soll ein römischer Wachturm gestanden haben. Mittelalterliche Dokumente nennen Uedorf im Zusammenhang mit den Klöstern Nonnenwerth (erstmalige Erwähnung: 1143), Heisterbach, Altenberg und Brauweiler. Eine Urkunde des 13. Jahrhunderts weist den Ort als Pfarrdorf aus. Die Mühle wird erstmals Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt.

Verheerende Hochwasser im Mittelalter (vermutlich 14. Jh) haben das alte Uedorf zerstört. Das Herseler Werth und die Ausbuchtung des Rheins nach Westen gehen auf diese Fluten zurück [2]. Gut erkennbar ist heute noch der Ufereinbruch am Südende der Römerstraße in Widdig (an den Rheinterrassen), wo die Widdiger Hauptstraße abrupt endet.

Uedorf gehörte in der französischen Zeit (1794–1814), ab 1798, zum Département de la Roer (Arrondissement de Cologne, Kanton Bruhl, Mairie Hersel). Preußen (ab 1815) beließ die französische Verwaltungsgliederung im Großen und Ganzen. Allerdings kamen die Mairien (Bürgermeistereien, seit 1928 „Ämter“) Waldorf, Sechtem und Hersel, und damit auch Uedorf, zum Landkreis Bonn. 1932 wurde das Amt Hersel dem – aus dem Amt Waldorf hervorgegangenen – Amt Bornheim angegliedert. 1935 entstanden aus den restlichen Ämtern die Gemeinden Bornheim, Hersel (mit Uedorf) und Sechtem. 1969 wurden sie zur Großgemeinde Bornheim zusammengefasst. Seit 1981 ist Bornheim Stadt und Uedorf ihr kleinster Stadtteil.

Namensgeschichte[Bearbeiten]

ab 1143: Oclichtorph,
ab 1261: Odorp,
ab 1336: Oydorp,
ab 1413: Oedorp,
ab 1542: Udorp,
ab 1599: Udorff,
ab 1623: Udorf,
ab 1728: Üdorf,
ab 1749: Ödorff,
ab 1790: Üdorff,
ab 1804: Uedorf

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Uedorf an Widdig, im Süden an Hersel, beides ebenfalls Ortsteile von Bornheim.

Schulen[Bearbeiten]

  • Verbundschule Bornheim (früher: Martinschule)

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Bornheim hat Bernd Marx (parteilos) zum Ortsvorsteher gewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadtbahnlinie 16 verkehrt zwischen Bonn-Bad Godesberg und Köln-Niehl auf der Trasse der Rheinuferbahn. Die Bundesautobahn 555 ist im Norden über die Anschlussstelle Wesseling und im Süden über die Anschlussstelle Bornheim (Rheinland) erreichbar.

Sport[Bearbeiten]

Tischtennis[Bearbeiten]

Der TTC Blau-Rot 1963 Uedorf e. V. nimmt am Spielbetrieb des Westdeutschen Tischtennisverbandes auf Bezirks- und Kreisebene teil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Uedorf Chronokreuz.jpg Ein Steinkreuz an der Ecke Bornheimer und Heisterbacher Straße. Die Inschrift lässt sich als Chronogramm lesen: CrVCIfIXo Data a praeLato HerMano (dem Gekreuzigten gestiftet - oder: dem Leiden Christi gewidmet - vom Prälaten Hermann): je einmal M (1000), D (500), L (50), X (10) und V (5) sowie je zweimal C (100) und I (1), Die Summe ergibt die Jahreszahl 1767.
Uedorf Verbundschule.jpg Verbundschule Bornheim-Uedorf an der Heisterbacher Straße (zwischen Insel- und Isarstraße), Nachfolgerin der Martinschule. Das neue Gebäude der Aachener Architekten Helmut Heuer und Hans-Jürgen Faust (Architekturbüro Heuer Faust [3]) wurde 2004 fertiggestellt.
Uedorf Burg.jpg „Uedorfer Burg“, ein Gehöft zwischen Heisterbacher Straße und Rheinuferweg, wo eine Burg gestanden haben soll.[4] Im April 1942 war der Hof bei einem Bombenangriff teilweise zerstört worden.[5] Die Familie Jüssen hat ihm das heutige Aussehen gegeben. Das „Caféhaus Uedorf“ gehört zu dem Anwesen.
Uedorf Mühle.jpg Mühlenturm in Uedorf zwischen Heisterbacher Straße und Rheinuferweg. Die Mühle stammte aus dem 14. Jahrhundert Sie war bis Ende des 19. Jhs in Betrieb. Anfang des 20. Jhs diente ihr Rumpf als Aussichtsturm. Heute Privatbesitz.
Uedorf Meilenstein.jpg Ein ca. 1 m hoher Meilenstein an der Elbestraße, 40 m nördlich der Isarstraße, vor dem Haus Nr. 240. Die Herkunft (ob preußisch oder französisch) ist ungeklärt.[6]
Uedorf Rhein.jpg Rheinansicht vom Rheinuferweg aus (Höhe Mühlenturm), Blick auf das Herseler Werth.

Touristik[Bearbeiten]

  • Caféhäuschen direkt am Rheinufer von Uedorf
  • Rheinradweg auf dem Leinpfad am Rhein

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Bursch: Uedorf am Rhein – Eine heimatkundliche Darstellung aus Anlaß der 850jährigen Ersterwähnung, 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten – Zahlen – Fakten. Stadt Bornheim/Rheinland, 31. Januar 2014, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  2. Wenn man die Sichtachse zwischen dem Südende der Römerstraße in Widdig (etwa von den Rheinterrassen aus) und dem Nordende des Herseler Werths als ehemaliges Ufer auffasst, erhält man eine ungefähre Vorstellung vom Ausmaß des Ufereinbruchs und des Landverlustes.
  3. Das Architekturbüro hat auch die Europaschule Bornheim geplant.
  4. Horst Bursch im Kölner Stadtanzeiger vom 2. Januar 2006
  5. Matthias Rech: Tagebücher 1914–1943. „Uedorfer Burg abgebrannt“. 15. April 1942, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  6. Eberhard Brumm, Olaf Grell: Ein Franzose, der eigentlich ein Preuße ist. Ein Halbmeilenstein in Bornheim-Uedorf. In: Meilensteinjournal 52/2006. S. 31–33, abgerufen am 18. Dezember 2014 (PDF; 437 kB).