Uetikon am See

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Uetikon am See
Wappen von Uetikon am See
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0159i1f3f4
Postleitzahl: 8707
UN/LOCODE: CH UKS
Koordinaten: 693751 / 235886Koordinaten: 47° 16′ 2″ N, 8° 40′ 39″ O; CH1903: 693751 / 235886
Höhe: 450 m ü. M.
Fläche: 3,49 km²
Einwohner: 5981 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1593 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
18,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.uetikon.org
Uetikon am See

Uetikon am See

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Uetikon am See (bis 1977 offiziell Uetikon genannt) ist eine politische Gemeinde in der Schweiz. Sie liegt am oberen rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im Kanton Zürich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uetikon am See liegt südöstlich des Bezirkshauptorts Meilen am Zürichsee an der sogenannten Goldküste. Die Fläche beträgt 349 ha, davon 47 % Landwirtschaft, 29 % Siedlung, 17 % Wald und 7 % Verkehrsanlagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Uetikons datiert aus dem Jahre 1150 (Uetinchova). Uetikon gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Wädenswil. Die Freiherren von Wädenswil traten die Herrschaft und die Gerichtsbarkeit über das Dorf am rechten Seeufer im Jahre 1287 an den Johanniterorden ab. 1408 gelang es Uetikon, sich von der Leibeigenschaft der Johanniter loszukaufen und im Jahre 1549 wurde die Herrschaft Wädenswil dann von der Stadt Zürich käuflich erworben. Von da an bis 1798 bildete Uetikon einen Bestandteil der Landvogtei Wädenswil. Hauptsächlichster Grundbesitzer war seit jeher das Grossmünsterstift in Zürich. Die Helvetik hob die jahrhundertealte Verbindung Uetikons mit Wädenswil auf. Die Gemeinde wurde dem Distrikt Meilen zugeteilt. Während der Mediation gehörte sie zum Bezirk Horgen, seit 1814 zum Oberamt (heute Bezirk) Meilen.

Um der steigenden Bevölkerungszahl und dementsprechend der wachsenden Schülerzahl zu begegnen wurden fünf Schulhäuser gebaut: Die Schulhäuser Kirchbühl, Weissenrain, Rossweid, Riedwies (seit 2002), Mitte (seit 2006).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uetikon 1794, auf einem Stich von Heinrich Brupbacher

Blasonierung

In Silber eine ausgerissene Tanne mit grünem Wipfel und erhöhtem rotem Stamm, pfahlweise überlegt mit einem schwarzen Ring und zwei ineinander geschobenen schwarzen lateinischen V.

Die Tanne soll den Ortsteil Langenbaum symbolisieren, das doppelte V auf die Ortsteile Klein- und Grossdorf hindeuten, und der Kreis verbindet diese zwei Ortsteile zu einem.

Die älteste Quelle für das Wappen von Uetikon am See datiert einer Glocke, die 1684 gegossen und 1860 wieder eingeschmolzen wurde, doch haben sich in einem Wappenbuch von 1743 und im Taufbuch der Gemeinde aus dem Jahr 1777 Darstellungen und Skizzen erhalten. Die heutige Version wurde am 24. Mai 1935 festgelegt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1634 1850 1900 1950 1990 2004 2015
Einwohnerzahl 382 1121 1365 2521 4026 5440 5981

Der Ausländeranteil beträgt 18,4 %.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Franziskus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Franziskus

Die katholische Pfarrei baute 2007/2008 die neue Kirche St. Franziskus, welche in Fachkreisen als beispielhaft und eigentliches Juwel des Kirchenbaus des 21. Jahrhunderts gilt. Nach langjährigen Provisorien im Saale des Restaurants Baumgarten und einer alten Konsum-Baracke, wurde der Bau einer Kirche 2004 mit einem Projektwettbewerb lanciert, den Daniele Marques, Judit Làszlò und Daniel Ciccardini aus Luzern gewannen. Das Gebäude nimmt die klassischen Formen eines Klosters mit Kirche, Wohn- und Arbeitsräumen auf, die um Kreuzgängen nachempfundene Innenhöfe gruppiert sind. Formensprache und Farbgebung jedoch sind diejenige des 21. Jahrhunderts.[3] [4]

Ein harter Schnitt ist der Eintritt vom farbigen Hof in die schneeweisse Kirche. Kühn und steil öffnet sich das Kirchenschiff nach oben. Von dort flutet Licht in der ganzen Raumbreite zu den symbolischen Orten der Präsenz Christi: Kreuz, Tabernakel, Altar, Ambo und Taufstein. Was auf den ersten Blick kühl und abweisend wirken kann, führt den Blick des Betrachters auf die wesentlichen Elemente im Raum.[3] [4] Die Kirche wurde mit dem "Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche 2010"[5] und "best architects 11 gold"[6] ausgezeichnet.

Schwarze Madonna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Nische nahe dem Eingang der römisch-katholischen Kirche steht eine afrikanische Madonna. Sie ist ein Geschenk der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Uetikon und stammt aus der Schnitzerschule in Dreifontain in Simbabwe.[7] Ausser Gläubigen aus dem Dorf zieht sie auch Pilger aus der weiteren Umgebung an.[8]

Uetiker Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Uetikon ein Ortsmuseum[9], welches sich mit der Geschichte der Gemeinde beschäftigt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Zürichsee

Das Seeufer wird stark geprägt durch die CU Chemie Uetikon. Diese wollte einen grossen Teil ihres Areals durch eine Wohnsiedlung mit Seeanstoss und Seeweg überbauen. Das Projekt wurde von verschiedenen politischen Gruppierungen bekämpft. Am 26. März stellten sich die Stimmbürger gegen den Gemeinderat, der das Projekt unterstützte.

Am 22. März 2016 informierten CPH Chemie + Papier Holding AG (ehemals CU Chemie Uetikon), die Gemeinde Uetikon und der Regierungsrat Zürich in übereinstimmenden Mitteilungen darüber, dass der Kanton Zürich das Gelände der CPH Chemie + Papier Holding AG kaufen werde, um auf einem Teil des Grundstücks eine kantonale Mittelschule zu errichten, die den Bedarf an zusätzlichen Ausbildungsplätzen am rechten Ufer des Zürichsees decken soll. Die Chemikalienproduktion wird voraussichtlich bis 2018 eingestellt bzw. an andere Standorte verlagert[10]. Für die Kantonsschule wird allerdings nur knapp die Hälfte des bisherigen Industrieareals benötigt. Der Kanton hat daher der Gemeinde Uetikon ein Miteigentum von 50 % verkauft[11]. Gemeinsam wird die Bebauung des Grundstücks ausgearbeitet, wobei auf der gemeindeeigenen Fläche eine Mischbebauung bzw. Mischnutzung (Industrie, Gewerbe, Dienstleistung, in geringerem Umfang auch Wohnen und Erholung) gemäss kantonalem Richtplan realisiert werden soll. Ein zentraler Bestandteil der Planungen, ist für die Gemeinde einen direkten Seezugang zu schaffen und auch den Seeuferweg auf einer Länge von knapp einem Kilometer zu realisieren[12].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1903 lag Uetikon an der Wetzikon-Meilen-Bahn. 1950 wurde der Betrieb eingestellt. Heute erinnert in Uetikon noch die Tramstrasse und das Bahnhofsgebäude an die ehemalige Bahn.

Die rechtsufrige Zürichseebahn (Zürich–Meilen–Rapperswil) gilt als Vorläuferin der S-Bahn Zürich. In den 1960er-Jahren erhielt sie eigens vom Kanton Zürich finanzierte RABDe 12/12-Triebzüge («Mirage») und den sogenannten starren Fahrplan, heute Taktfahrplan. Auf der Linie wurden als Vorläufer der S-Bahn ab 1968 der Halbstundentakt und die Selbstkontrolle getestet und rund 25 Jahre später auf den gesamtschweizerischen Regionalverkehr ausgedehnt. Mitten durch das Areal des Bahnhof Uetikon verläuft die Gemeindegrenze zu Männedorf. Das Hauptgebäude und die Telefonkabine stehen auf Uetiker Gebiet, der Kiosk und die Esswarenautomaten in Männedorf. Ein Kuriosum: Die Adresse des Restaurants Bahnhof in Uetikon lautet Alte Landstr. 1 in Männedorf.

Folgende Linien der S-Bahn Zürich verkehren vom Bahnhof Uetikon:

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

  • 925 Bahnhof Stäfa — Bahnhof Männedorf — Uetikon — Bahnhof Meilen
  • 931 Bahnhof Uetikon — Bergheim
  • 932 Bahnhof Uetikon — Stötzli

Schiffverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anlegeplatz Uetikon halten die Schiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft auf der Linie Zürich BürkliplatzRapperswil.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uetikon am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. a b Werner Huber, in: «Hochparterre»
  4. a b Peter Spichtig op, Liturgisches Institut, in: «Pfarrblatt der Zürcher Katholiken» N° 21/2008
  5. Architekturpreis Farbe - Struktur - Oberfläche
  6. Best Architects
  7. Internetauftritt 'Maria von Uetikon'
  8. Zürichsee-Zeitung, 14. Mai 2011.
  9. uetikermuseum.ch: Uetiker Museum, Zugriff am 12. Oktober 2010
  10. Uetikon am See Online: News: Medienmitteilungen Standortentscheid Kantonsschule Uetikon am See. Abgerufen am 1. Februar 2017 (deutsch).
  11. Uetikon am See Online: Medienmitteilungen: Medienmitteilung - Vollzug Kaufvertrag mit Kanton Zürich. Abgerufen am 1. Februar 2017 (deutsch).
  12. Orientierung Chance Uetikon. Chance Uetikon, 26. September 2016, abgerufen am 1. Februar 2017 (deutsch).