Ufa-Palast am Zoo

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Der Ufa-Palast am Zoo, ca. 1935

Der Ufa-Palast am Zoo war das bedeutendste Uraufführungs-Filmtheater der Universum Film AG (Ufa) in Berlin.[1] Es wurde im Jahr 1919 in Berlin-Charlottenburg eröffnet und war bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg einer der Publikumsmagneten in Berlins Neuem Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungshallen am Zoologischen Garten (links), 1906

Das Gebäude in der Hardenbergstraße 29 hatte Carl Gause in Anlehnung an das unweit am Auguste-Viktoria-Platz gelegene „erste“ und „zweite“ romanische Haus von Franz Schwechten entworfen. In den Jahren 1905 bis 1907 entstand es als Ausstellungshallen am Zoologischen Garten. Das Gebäude enthielt zwei große Hallen mit umlaufenden Galerien. Im Jahr 1912 wandelte Arthur Biberfeld (1874–1959) im Auftrag der Cines-Filmgesellschaft die westliche Halle für die Aufführung des Cines-Welterfolgs Quo Vadis? in ein Filmtheater um. Zwischen 1913 und 1914 trug das Filmtheater, das auch für Bühnenaufführungen genutzt werden konnte, den Namen Cines-Palast. Der Architekt Max Bischoff (1875–nach 1929) erweiterte es im Jahr 1919 für die Ufa zu einem Kino mit 1740 Plätzen. Es eröffnete am 18. September 1919 mit der Premiere des Films Madame Dubarry von Ernst Lubitsch.[2]

Der Saal hatte eine rechteckige Grundform und war schlicht gestaltet. Für die Zuschauer war er mit doppelgeschossigen Proszeniumslogen ausgestattet. Die Sitze waren hufeisenförmig angeordnet und die Bühnenwand war mit Fayenceplatten verkleidet. Carl Stahl-Urach (1879–1933) vergrößerte den Saal im Jahr 1925 auf 2165 Sitzplätze. Außerdem erhielt er eine Lichtorgel. Der Ufa-Palast war damit bis zur Eröffnung des Ufa-Palastes in Hamburg mit 2200 Sitzplätzen im Jahr 1929 das größte Kino Deutschlands.[3]

In der Folgezeit wurde die Außenwand für Werbung genutzt. Zunächst installierte man dafür Lichtinszenierungen und große Plakate. Später erhielt die Fassade wechselnde Verkleidungen. Anlässlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin erfolgte durch Franz Pöcher, einen privaten Mitarbeiter Albert Speers, eine aufwendige Umgestaltung der Außenverkleidung in vereinfachtem klassizistischen Stil.

Einer der Luftangriffe der Alliierten auf Berlin zerstörte am 23. November 1943 das Gebäude vollständig. Im Jahr 1957 entstand an gleicher Stelle als Nachfolgebau der Zoo Palast.

Uraufführungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1933 bis Kriegsbeginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Silbereisen: Der Ufa-Palast in den Ausstellungshallen am Zoo Hardenbergstraße 29a–e. In: Helmut Engel (Hrsg.): Geschichtslandschaft Berlin. Orte und Ereignisse. Bd. 1., Charlottenburg. Teil 2. Der neue Westen. Nicolai, Berlin 1985, ISBN 978-3-87584-143-5, S. 275–298.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ufa-Palast am Zoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ufa-Palast bei www.zlb.de
  2. Informationen zu mehreren Filmen bei www.spielfilmtheater.de
  3. L'Estrange Fawcett: Die Welt des Films. Amalthea-Verlag, Zürich, Leipzig, Wien 1928, S. 122 (übersetzt von C. Zell, ergänzt von S. Walter Fischer)

Koordinaten: 52° 30′ 22″ N, 13° 20′ 3″ O