Uji (Kyōto)

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Uji-shi
宇治市
Uji
Geographische Lage in Japan
Uji (Kyōto) (Japan)
Region: Kinki
Präfektur: Kyōto
Koordinaten: 34° 53′ N, 135° 48′ OKoordinaten: 34° 53′ 4″ N, 135° 47′ 59″ O
Basisdaten
Fläche: 67,55 km²
Einwohner: 178.445
(1. Oktober 2021)
Bevölkerungsdichte: 2642 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 26204-8
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Uji
Baum: Fächer-Ahorn
Blume: Kerrie
Vogel: Eisvogel
Kostbarer Baum: Teebaum
Rathaus
Adresse: Uji City Hall
33 Ujibiwa
Uji-shi
Kyōto-fu 611-8501
Webadresse: https://www.city.uji.kyoto.jp/
Lage der Stadt Uji in der Präfektur Kyōto
Lage Ujis in der Präfektur

Uji (jap. 宇治市, -shi) ist eine Großstadt in der japanischen Präfektur Kyōto südlich von Kyōto.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihr liegt der 1053 erbaute Tempel Byōdō-in und der Shintō-Schrein Ujigami-jinja, die beide 1994 als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) aufgenommen wurden. Uji ist der Standort zahlreicher weiterer Tempel und Schreine, darunter der Haupttempel des Ōbaku-shū-Zen, der Obakusan Mampuku-ji und der Uji-Schrein.

Da ein großer Teil des in Japan bekannten Ur-Romans Genji Monogatari in Uji spielt, befindet sich das Genji-Monogatari-Museum in der Stadt.

Die kleine Flussinsel Tachibana im Fluss Uji mit ihren pittoresken Brücken und unmittelbarer Nähe zu den bekannten Schreinen und Tempeln und beginnenden östlichen Bergen lädt zum Verweilen ein. Hier wird auch Kormoranfischerei als Touristenattraktion betrieben. Dieses Areal und der Unterlauf des Uji wird durch den nur etwa 1 km flussaufwärts gelegenen Amagase-Damm vor Überschwemmungen geschützt.

In der Siedlung Utoro (ウトロ) nahe der Bahnstation Iseda (伊勢田駅) befindet sich das Utoro Peace Memorial Museum (ウトロ平和祈念館 / 우토로 평화기념관).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uji verdankt seinen frühen Aufstieg seiner günstigen Lage am Fluss Uji, der insbesondere in historischer Zeit eine bedeutende Wasserstraße war. Schon im 4. Jahrhundert, so heißt es, errichtete der Sohn des Kaisers Ojin hier einen Palast. Die Errichtung einer Brücke in Uji im Jahr 646 durch den buddhistischen Priester Doto festigte die Bedeutung der Ansiedlung.

Als 794 die Hauptstadt nach Heian-kyō verlegt wurde, war das landschaftlich schön gelegene Uji südlich der neuen Hauptstadt ein beliebter Aufenthaltsort für den Adel. Eine dieser Adelsvillen der Heian-Zeit, die in den Besitz des Regenten Fujiwara no Michinaga überging, wurde schließlich von seinem Sohn Fujiwara no Yorimichi als Tempel gewidmet, der Byōdō-in. Dōgen Zenji, der erste japanische Patriarch des Sōtō-Zen, wurde 1200 in Uji geboren.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Arbeiter aus Korea nach Uji gebracht, um dort einen Militärflugplatz für Kyōtō zu errichten. Nach der Niederlage Japans lebten 1300 koreanische Arbeiter in der Siedlung Utoro. Sie blieben mit ihren Familien in Utoro, wurden und werden allerdings von der japanischen Bevölkerung zum Teil stark angefeindet, und es gab immer wieder Versuche, die Koreaner aus Utoro zu vertreiben. Im April 2022 wurde das Utoro Peace Memorial Museum eröffnet.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der durch Fluss und Brücke gegebenen und durch die Nähe zur Hauptstadt verstärkten Position als Handelsplatz verdankt Uji seine wirtschaftliche Bedeutung dem Tee. Seit der Einführung des Tees in Japan durch den Zen-Priester Eisai im 12. Jahrhundert war Uji ein Zentrum für die Produktion herausragenden Tees. Noch heute beziehen Tempel und Chado-Häuser ihren Tee aus Uji. 100 Gramm erstklassigen Tees (Tenju Premium) erzielen einen Preis von bis zu 25.000 Yen (220 Euro, 2016).

Das weltbekannte Animationsstudio Kyōto Animation ist in der Stadt ansässig.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Uji – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Justin McCurry: ‘Utoro is my identity’: can a museum heal the scars of Korean migrants in Japan? The Guardian, 18. Juli 2022; ウトロ地区の歴史:京都府宇治市ウトロ地区の歴史物語(ウトロ平和祈念館)。