Ujjain (Distrikt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Distrikt Ujjain
(Hindi: उज्जैन जिला)
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Ujjain
Verwaltungssitz: Ujjain
Fläche: 6091 km²
Einwohner: 1.986.597(2011)
Bevölkerungsdichte: 326 Ew./km²
Website: Distrikt Ujjain

Der Distrikt Ujjain (Hindi: उज्जैन जिला) ist ein Distrikt des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh. Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum ist die ca. 515.000 Einwohner zählende Großstadt Ujjain, die auch als eine der sieben heiligen Städte des Hinduismus gilt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Ujjain grenzt im Südwesten an den Distrikt Dhar und im Nordwesten an den Distrikt Ratlam; im Nordosten grenzt der Distrikt Agar Malwa an, im Osten der Distrikt Shajapur, im Südosten der Distrikt Dewas an und im Süden der Distrikt Indore.[1]

Der Distrikt Ujjain gliedert sich in sieben Verwaltungsbezirke (Tehsils oder Subdivisions): Badnagar, Ghatiya, Khacharod, Mahidpur, Nagda, Tarana und Ujjain mit insgesamt etwa 1100 Dörfern und – neben der Stadt Ujjain – nur fünf mittelgroßen bzw. kleineren Städten: Badnagar (ca. 40.000), Khacharod (ca. 40.000), Mahidpur (ca. 40.000), Nagda (ca. 110.000) und Tarana (ca. 30.000).[2][3]

Der gesamte Distrikt liegt im Westen des Bundesstaats Madhya Pradesh auf dem nur von wenigen kleineren Flüssen durchzogenen Malwa-Plateau in Höhen um die 500 m.[4] Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen bei ca. 900 mm/Jahr, wovon jedoch ca. 90 % auf die sommerlichen Monsunmonate entfallen.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ujjain – Mahakaleshwar-Tempel
Ujjain – Ram Ghat
Ujjain – Jantar Mantar

Infolge des anhaltenden Bevölkerungswachstums in weiten Teilen Nordindiens aber auch durch Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten ist die Einwohnerzahl des Distrikts in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen:[6]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 1.383.086 1.710.982 1.986.864

Hindus dominieren in den Dörfern auf dem Lande (etwa 95 %); etwa 15 bis 20 % der städtischen Bevölkerung sind Moslems. In der Dekade zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung um gut 15 % auf etwa 1,98 Millionen an, wobei der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen nur um etwa 3 % übersteigt. Ungefähr 60 % der Bevölkerung lebt in den Dörfern auf dem Lande; ca. ein Drittel der Menschen (zumeist Frauen) gelten als Analphabeten. Man spricht Hindi und Malvi.[7][8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Ujjain ist in sehr hohem Maße landwirtschaftlich geprägt, wobei auch Wanderarbeiter bis in die heutige Zeit eine nicht unwichtige Rolle spielen. In den größeren Städten gibt es Geschäfte, Handwerksbetriebe und Kleinindustrie sowie Banken, Hospitäler und weiterführende Schulen. Die meisten Dörfer sind über Buslinien an das regionale Verkehrsnetz angeschlossen; es gibt mehrere überregionale Bahnstrecken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die archäologische Geschichte des Malwa-Plateaus reicht bis ans Ende der Jungsteinzeit zurück. Im Mahabharata-Epos wird Ujjayani wiederholt als Hauptstadt des großen und mächtigen Avanti-Königreiches erwähnt. Der Maurya-Kaiser Ashoka (reg. 268–232 v. Chr.) soll hier zeitweise residiert haben. Die Region gehörte vom 4. bis. 6. Jahrhundert zum Guptareich; danach zum Reich der Rashtrakuta und der Paramara. Im 13. Jahrhundert begann das Vordringen des Islam in der Region, welches mit der Einnahme Ujjains durch Iltutmish (reg. 1211–1236), den Sultan von Delhi, im Jahr 1234 vorläufig endete. Nach der Schlacht von Panipat im Jahr 1526 übernahmen die Moguln die Macht über ganz Nordindien, die sie nach dem Tod Aurangzebs (1707) jedoch schnell verloren und an die Marathen abtreten mussten. Seit dem Jahr 1818 stand das Gebiet unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) bzw. nach der Gebietsreform des Jahres 1956 kam das Gebiet zum damals neu geschaffenen Bundesstaat Madhya Pradesh.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fruchtbare Region um Ujjain gehört zu den Entstehungs- und Kerngebieten des Hinduismus; mittelalterliche Hindutempel und Skulpturen sind jedoch infolge der Zerstörungen durch den Islam eher selten. Der Mahakaleshwar-Tempel[10] in der heiligen Stadt Ujjain wird als Sitz eines der 12 Jyotirlingas verehrt; hier findet alle 12 Jahre ein Kumbh Mela-Fest statt, in welches auch andere Tempel der Stadt einbezogen werden.[11] In Ujjain steht auch eines von insgesamt drei erhaltenen Jantar Mantar-Observatorien des Rajputen-Fürsten und mehrmaligen Gouverneurs von Malwa Jai Singh II.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ujjain district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Distrikt Ujjain – Karte etc.
  2. Distrikt Ujjain – Städte
  3. Distrikt Ujjain – Dörfer
  4. Distrikt Ujjain – Karte mit Höhenangaben
  5. Ujjain – Klimadiagramme
  6. Distrikt Ujjain – Einwohnerzahl 1991–2011
  7. Distrikt Ujjain – Bevölkerung
  8. Distrikt Ujjain – Bevölkerung
  9. Distrikt Ujjain – Geschichte
  10. Ujjain – Mahakaleshwar-Tempel
  11. Ujjain – Tempel
  12. Ujjain – Jantar-Mantar-Observatorium