Ukrsalisnyzja

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Ukrsalisnyzja
Укрзалізниця
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Rechtsform Staatlicher Betrieb
Gründung 1991
Sitz Kiew, UkraineUkraine Ukraine
Leitung Wojciech Balczun[1]
Mitarbeiter 375.900
Branche Eisenbahngesellschaft
Website www.uz.gov.ua
Folgende Teile scheinen seit 2015 nicht mehr aktuell zu sein: Generaldirektor.
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Ukrsalisnyzja (ukrainisch Укрзалізниця, Langbezeichnung: Українські залізниці – Ukrajinski Salisnyzi; Abkürzung UZ bzw. УЗ) ist die ukrainische Eisenbahngesellschaft. In ihr sind Eisenbahninfrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen integriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ukrsalisnyzja entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion als Nachfolgerin der Sowjetischen Eisenbahnen auf dem ukrainischen Staatsgebiet. Der Gesellschaft wurde von der UIC der Länder-Code 22 zugeteilt. Generaldirektor der Ukrainischen Bahn ist seit 21. März 2011 Wolodymyr Kosak. Im Zuge der Kampfhandlungen im Osten der Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland 2014 kam es zu starken Einschränkungen im Schienenverkehr der betroffenen Regionen. Teilweise wurde Infrastruktur zerstört, der Schienenverkehr zwischen der Krim und dem Festland wurde unterbrochen.

Sitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der Twerska-Straße (Тверська вулиця) Nummer 5 in Kiew.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleislänge: 22.300 km
  • Darunter elektrifizierte Gleise: 9.978 km (44,7 %)
  • Spurbreite — 1520 mm; es gibt Schmalspurbahnen (meistens 750 mm breit) und wenige kurze normalspurige (1435 mm) Strecken.
  • Anzahl der Bahnhöfe — 1.648 (darunter 126 Bahnhöfe der Kategorie 0)
  • Anzahl der Bahnübergänge — ca. 4.000
  • Anzahl der Güterwagen - 174.939
  • Anzahl der Personenwagen - 8.429
  • Anzahl der Elektrolokomotiven - 1.796
  • Anzahl der Diesellokomotiven - 2.918
  • Anzahl der Elektrotriebwagen - 1.443
  • Anzahl der Dieseltriebwagen - 186
  • Anzahl der Mitarbeiter - 375.900
  • Umfang des Personenverkehrs — 500 Mi. Fahrgäste pro Jahr
  • Umfang des Güterverkehrs — 300.000.000 t pro Jahr

[2]

Die Personenzüge verkehren überwiegend im Punktverkehr und müssen deshalb selten auf Anschlüsse warten. Dort, wo Anschlüsse abzuwarten sind, etwa für die Umstellung von Kurswagen, sind großzügige, auch stundenlange Übergangszeiten für die Fahrgäste eingeplant. Dies führt zu einer extrem hohen Pünktlichkeitsrate der ukrainischen Eisenbahn. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit überschreitet 80 km/h kaum. In der ersten Jahreshälfte 2013 erwirtschaftete das Unternehmen insgesamt 3,5 Mrd. Hrywnja an Verlusten. Nach Angaben des Infrastrukturministers der Ukraine Wolodymyr Kosak seien diese Verluste in erster Linie auf die zu niedrigen Tarife für die Beförderung der Bahnreisenden zurückzuführen. Die Tarife würden in der Ukraine im Schnitt fünfmal niedriger gegenüber den russischen Tarifen liegen.[3] Im Juli 2013 wurden in diesem Zusammenhang Erhöhungen der Fahrpreise um 10 Prozent angekündigt.[4]

Regionale Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die UZ besteht aus regionalen Eisenbahnverwaltungen. Durch die politischen Ereignisse seit 2014 sind einige Eisenbahnverwaltungen nur noch eingeschränkt arbeitsfähig, teilweise fanden regionale Abspaltungen und Umgliederungen statt:

  • Der Betrieb der Donezka Salisnyzja (Донецька залізниця) mit Sitz in Donezk war wegen der Kampfhandlungen nur noch sehr eingeschränkt möglich. Durch einen Parlamentsbeschluss wurde der Betrieb auf die in Dnipro und Charkiw angesiedelten Bahnverwaltungen aufgeteilt.

Nationaler Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haupteisenbahnstrecken der Ukraine Stand 2014

Das Verkehrsnetz ist historisch bedingt hauptsächlich in Nord-Süd- oder Nordost-Südwest-Richtung ausgerichtet. Im Personenverkehr sind auch die Verbindungen von Charkiw nach Kiew, von Kiew über Schmerynka nach Odessa und nach Tschop sowie von Lemberg bzw. der polnischen Grenze nach Kiew wichtig. Seit Ausbruch der bewaffneten Konflikte in der Ostukraine und der Besetzung der Krim haben die Verbindungen dorthin an Bedeutung eingebüßt und wurden teilweise komplett eingestellt. Die wichtigsten Güterverbindungen verlaufen von Kupjansk nach Odessa und vom Krywbass zum Donbass. Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 gab es vermehrte Anstrengungen sowohl das Schienennetz wie auch den Fahrzeugpark zu modernisieren. Ukrsalisnyzja investierte knapp 700 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur, der Großteil davon für neue Hochgeschwindigkeitszüge aus Tschechien und Südkorea.[5]

Fernzüge sind reservierungspflichtig und in der Regel Nachtzüge. Sie verkehren mit bis zu vier Buchungsklassen überwiegend mit Schlaf- und Liegewagen. Jedoch wird dies nicht in allen Zügen angeboten.

  • Schlafwagen
    • Spalny wagon = Zweibettabteile, 18 Plätze (Neueste Wagen von Waggonbau Krjukow sind länger und haben 20 Plätze)
    • Kupeiny = Vierbettabteile, 36 Plätze (Wagen von Waggonbau Krjukow: 40)
  • Liegewagen
    • Platskartny = Liegewagen mit Längs- und Querbetten in offenen Abteilen, 52 (54) Plätze (in der Regel werden die Plätze 53 und 54 nicht verkauft, sondern dienen als Ablage für die Bettwäsche)
    • Obshchi = Platskartny-Wagons, 81 Sitz-Plätze (hier verkehren eigentliche Liegewagen als Sitzwagen, anstelle zweier Liegeplätze werden 3 Sitzplätze verkauft).
  • Sitzwagen
    • 1.Klasse = Wagen mit Abteilen oder Hochkomfortgroßraumwagen
    • 2.Klasse = Großraumwagen mit Sessel
    • 3.Klasse = Großraumwagen mit Bänke (nur beschleunigte Regionalzüge),

Regionalzüge sind einklassig (3. Klasse), reservierungsfrei und verkehren in der Regel tagsüber. In den großen Städten fahren sie oft einen eigenen Bahnhof an (Kiew) oder werden in einem gesonderten Teil des Bahnhofs abgefertigt (Odessa).

Internationaler Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strecke Kowel-Jahodyn. Links: Normalspurgleis, rechts: Breitspur

An den Grenzbahnhöfen Tschop in Richtung Ungarn, Slowakei und weiter nach Österreich, Mostyska und Jahodyn in Richtung Polen und weiter nach Deutschland gibt es Umspuranlagen für durchlaufende Reisezugwagen. Hier werden Drehgestelle und Kupplungen getauscht. Der Bahnhof der polnischen Grenzstadt Przemyśl ist an das Breitspurnetz der Ukrsalisnyzja angeschlossen, so wie umgekehrt ein Normalspurgleis bis zum ukrainischen Bahnhof Kowel führt.

Bei den internationalen Zügen handelt es sich in der Regel um reservierungspflichtige Nachtzüge. Nach Mittel- und Westeuropa werden - mit Ausnahme einiger Verbindungen nach Polen - Züge mit UIC-Standard-Schlafwagen eingesetzt, die neben einem gegenüber den Wagen des ehemaligen sowjetischen Bereichs schmaleren Profil auch das hergebrachte westeuropäische Klassen- und Buchungsmodell für Schlafwagen aufweisen. Von Deutschland aus bestand bis zum September 2012 von Berlin aus eine Direktverbindung in die Ukraine. Weitere Zielbahnhöfe konnten bis 2011 mit nicht täglich verkehrenden Kurswagen erreicht werden: Charkiw, Odessa, Donezk, Simferopol und Lemberg. Von Österreich aus gab es von Wien Kurswagen nach Lemberg und Kiew. Die Auslandsverbindungen in die ehemals sowjetischen Nachbarländer entsprechen hinsichtlich der Ausstattung weitgehend den nationalen Zügen. Es gibt auch hier drei Buchungsklassen (Ein-, Zwei- und Dreibettabteile). Diese Züge wiesen bis zum Ausbruch der Kampfhandlungen in der Ostukraine und der damit verbundenen Abkühlung der Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland 2014 zum Teil erhebliche Laufstrecken auf, etwa zu Zielen an der Transsibirischen Eisenbahn.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ukrainische Regierung beruft polnischen Rock-Musiker zum Bahnchef. In: sputniknews.com. 20. April 2016, abgerufen am 23. Juli 2016.
  2. Ukrsalisnyzi heute (ukrainisch)
  3. Ukrainische Bahn AG schrieb im ersten Halbjahr milliardenschwere Verluste ab, Webseite nrcu.gov.ua vom 3. Juli 2013
  4. Zugreisende müssen mit leichter Tariferhöhung rechnen, Webseite nrcu.gov.ua vom 10. Juli 2013
  5. Allerhöchste Eisenbahn bei EM-Gastgeber Ukraine, Wiener Zeitung vom 7. Juni 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 25′ 11″ N, 30° 31′ 30,5″ O