Ulfen

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Ulfen
Stadt Sontra
Koordinaten: 51° 2′ 30″ N, 10° 1′ 0″ O
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 16,32 km²[1]
Einwohner: 543 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 36205
Vorwahl: 05653
Panorama Ulfen
Panorama Ulfen

Ulfen ist ein Stadtteil von Sontra im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulfen liegt zwischen dem Ringgau im Nordosten und dem Richelsdorfer Gebirge im Südwesten rund 6,5 km (Luftlinie) südöstlich von Sontra. Durchflossen wird es von der Ulfe, einem südsüdöstlichen Zufluss der Sontra und einem Wildbach aus dem Ringgau, der im Volksmund Alte Weißt genannt wird. Der Ort liegt im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Januar 775 wird Ulfen, in einem Verzeichnis der von Erzbischof Lullus († 786) von Mainz für das Kloster Hersfeld verliehenen Güter, erstmals urkundlich als Olfenahoe erwähnt. Der Ort ist somit etwas älter als Sontra. Die Äbte von Hersfeld setzten als Schutzvögte über das Gebiet die Herren von Frankenstein ein. Ihre Stammburgen befanden sich bei Salzungen an der Werra. 1330 verkauften diese den Großteil ihres Besitzes, darunter auch ihr "judicium in Olfna" (Ulfen) an die mit ihnen verwandten Grafen von Henneberg.

Zwischen 1330 und 1335 bekamen die Grafen von Ziegenhain das „Gericht Ulfen“ als Lehen. In diesem besaßen auch die hessischen Landgrafen ausgedehnten Streubesitz, den sie selbst an den umgebenden Adel übertrugen, wie die Herren von Baumbach, von Eschwege und von Boyneburg. Hermann Kratz verkaufte 1336 das Gericht Ulfen an die Landgrafschaft Hessen.[2] Dieses hatten schon seine Voreltern besessen. 1370 und 1377 traten auch die von Buttlar ihre Rechte ab. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts gehörte das Gericht mit den Orten Ulfen, Breitau, Krauthausen, Weißenborn, Lindenau, Wölfterode, Erdmannshain, und Teilen von Holzhausen zum Amt Sontra. Um 1538 gehören nur noch Ulfen, Breitau, Wölfterode und die Wüstungen Erdmannshain und Weidenthal zum Gericht. Ulfen gehörte als Teil des Amts Sontra von 1627 bis 1834 der Rotenburger Quart an.

Am 1. Februar 1971 wurde Ulfen im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Sontra eingegliedert.[3]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Jugendzentrum Ulfen hat durch verschiedene Veranstaltungen (u. a. das Osterfeuer) Ansehen im Dorf errungen. Mittlerweile hat sich der dortige Verein aufgelöst und die ehemalige Dreschscheune, die zum Jugendzentrum umgebaut wurde, wird von der Dorfgemeinschaft und dem Heimatverein als Veranstaltungsort genutzt.
  • Die Wildecker Herzbuben nahmen 1991 das Musikvideo zu "Herzilein" in Ulfen auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmtester Sohn des Stadtteils ist der Maler Johann Georg Pforr.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ulfen im Internetauftritt der Stadt Sontra, abgerufen im August 2018.
  2. Ulfen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Dezember 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 40 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).