Uli Stielike

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Uli Stielike
Uli Stielike in press conference before Iran match 1.jpg
Uli Stielike (2014)
Spielerinformationen
Name Ulrich Stielike
Geburtstag 15. November 1954
Geburtsort KetschDeutschland
Größe 176 cm
Position Abwehr / Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1960–1972 Spvgg 06 Ketsch
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1972–1977 Borussia M'gladbach 109 (12)
1977–1985 Real Madrid 215 (41)
1985–1988 Neuchâtel Xamax 067 (10)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1972–1973 DFB-Jugendauswahl 016 0(0)
1973–1975 Deutschland Amateure 010 0(3)
1975–1984 Deutschland 042 0(3)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1989–1991 Schweiz
1992–1994 Neuchâtel Xamax
1994–1995 SV Waldhof Mannheim
1996 UD Almería
1998–2000 Deutschland (Co-Trainer)
2001 Deutschland U-20
2003–2004 Deutschland U-21
2004–2005 Deutschland U-19
2005–2006 Deutschland U-20
2006–2008 Elfenbeinküste
2008 FC Sion
2009–2010 Al-Arabi
2010–2012 Al-Sailiyia SC
2013–2014 Al-Arabi
2014–2017 Südkorea
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ulrich Stielike (* 15. November 1954 in Ketsch) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Von 2014 bis 2017 war er Trainer der südkoreanischen Nationalmannschaft.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stielike im Trikot von Borussia M'gladbach (1976)

Stielike begann als Siebenjähriger 1962 bei der Spvgg 06 Ketsch in der Jugend mit dem Fußballspielen. Mit 17 Jahren wurde er in die DFB-Jugendnationalmannschaft berufen. Viele Bundesligavereine versuchten ihn unter Vertrag zu nehmen, er wollte aber weiterhin für die Ketscher A-Jugend spielen. Im Februar 1973 holte ihn Hennes Weisweiler zu Borussia Mönchengladbach. Nachdem die DFB-Jugendnationalmannschaft am 4. Juni 1973 beim UEFA-Juniorenturnier ausgeschieden war, hatte er am 9. Juni 1973 im letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart sein Bundesliga Debüt.

Von 1973 bis 1977 spielte er für Borussia Mönchengladbach in 109 Begegnungen[1] als Abwehrspieler in der Bundesliga und danach bis 1985 für Real Madrid im Mittelfeld. Von den acht deutschen Spielern, die bislang für diesen renommierten Verein spielten, hatte er sowohl die meisten Einsätze als auch die meisten Tore erzielt.[2] Zum Abschluss seiner Spielerkarriere wurde er mit Neuchâtel Xamax zweimal Schweizer Meister (1987, 1988). Mit Mönchengladbach wurde er 1975, 1976 und 1977 Deutscher Meister, 1973 DFB-Pokalsieger und 1975 UEFA-Pokalsieger. Mit Real Madrid wurde er dreimal Spanischer Meister (1978, 1979, 1980) und 1985 UEFA-Pokalsieger. Insgesamt wurde Stielike in 83 Europapokalpartien eingesetzt.[3]

Für die Nationalmannschaft bestritt er von 1975 bis 1984 42 Länderspiele. Stielike war sowohl bei den Europameisterschaften 1980 und 1984 als auch der Weltmeisterschaft 1982 Stammspieler und spielte alle Spiele komplett durch. Er wurde 1980 Europameister und 1982 Zweiter der Weltmeisterschaft. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 12. September 1984 in Düsseldorf bei der 1:3-Niederlage gegen die Auswahl Argentiniens, dem ersten Länderspiel von Franz Beckenbauer als Teamchef der Nationalmannschaft.[4]

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stielike als Trainer von Al-Sailiyia (2012)

Nach seiner aktiven Laufbahn als Spieler trainierte Stielike das Nationalteam der Schweiz und anschließend Neuchâtel Xamax. Beim SV Waldhof Mannheim trat er sodann seine erste Traineranstellung in Deutschland an. Hier wurde er im September 1995 beurlaubt. Da man seitens des SV Waldhof jedoch 1996 die rechtzeitige Kündigung seines Vertrages vergaß, führte dies zu einer Verlängerung seines Kontraktes bis Juni 1997. Stielike verzichtete jedoch unter der Bedingung auf das ihm zustehende Jahresgehalt von 454.000 DM, dass ein Benefizspiel zugunsten krebskranker Kinder seitens der Mannheimer ausgerichtet wurde.[5]

Vom 9. September 1998 bis zu seiner Entlassung am 7. Mai 2000 war Stielike Assistent von Teamchef Erich Ribbeck bei der deutschen Nationalmannschaft.

Vom Jahr 2000 an war Stielike im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes tätig. Unter anderem oblag ihm dabei die Betreuung der Perspektivmannschaft Team 2006 von 2001 bis 2003. Danach war er bis ins Jahr 2006 für die U-20-Nationalmannschaft und bis 2004 zusätzlich für die U-21-Nationalmannschaft verantwortlich. Sein im August 2006 auslaufendes Beschäftigungsverhältnis wurde allerdings vom dafür zuständigen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nicht mehr verlängert. Nachfolger wurde Erich Rutemöller.

Ab September 2006 arbeitete Stielike als Nationaltrainer der Elfenbeinküste, dem aktuellen Vize-Afrikameister. Aufgrund einer schweren Erkrankung seines Sohnes Michael setzte Stielike ab dem 10. Januar 2008, zehn Tage vor Beginn der Fußball-Afrikameisterschaft 2008, als Trainer der ivorischen Mannschaft aus.[6] Sein Sohn starb am 1. Februar 2008 an einer Lungenfibrose. Die Elfenbeinküste wurde ohne die Betreuung durch Stielike Vierter des Turniers. Anfang März 2008 nahm Stielike das Amt als Nationaltrainer der Elfenbeinküste wieder auf. Sein auslaufender Vertrag wurde jedoch nicht verlängert.[7]

Von Mai bis November 2008 war Stielike Trainer des Schweizer Erstligisten FC Sion.[8][9]

2009 bis 2014 war Stielike als Trainer der Vereine Al-Arabi und Al-Sailiya SC in Katar bzw. Doha tätig.[10][11][12]

Im September 2014 wurde Stielike bis zum Jahr 2018 als Trainer der südkoreanischen Nationalmannschaft verpflichtet.[13][14] Bei der Fußball-Asienmeisterschaft 2015 wurde seine Mannschaft Zweite. Am 15. Juni 2017 wurde Stielike als Nationaltrainer Südkoreas entlassen.[15]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stielike war bis zur Weltmeisterschaft 2010 außer Uli Hoeneß (1974, 1976) der einzige deutsche Nationalspieler, der bei einer Fußball Welt- oder Europameisterschaft einen Elfmeter verschossen hatte (Elfmeterschießen gegen Frankreich im WM-Halbfinale 1982).

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Bester ausländischer Spieler der Primera División“ (1979–1982)
  • „Silbernes Lorbeerblatt“ mit der deutschen Fußballnationalmannschaft für den Gewinn der Fußballeuropameisterschaft (1980)[16]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuchâtel Xamax[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schweizer Meister: 1986/87, 1987/88

Deutsche Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europameister 1980
  • Vizeweltmeister 1982

Trainer der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ostasienmeister 2015
  • Vizeasienmeister 2015

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Arnhold: Ulrich 'Uli' Stielike – Matches and Goals in Bundesliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 14. Januar 2016. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  2. http://www.spanien-bilder.com/fussball-in-spanien/lexikon/deutsche-spieler-bei-real-madrid.htm
  3. Marcel Haisma: Ulrich Stielike – Matches in European Cups. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 14. Januar 2016. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  4. Matthias Arnhold: Ulrich 'Uli' Stielike – International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 14. Januar 2016. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  5. "Wann wird Schulte Präsident? – 20 kleine Geschichten aus der 2. Liga – einige nicht ganz ernst gemeint", Sport-Bild vom 19. Juni 1996, S. 32.
  6. Ivorer kämpfen um Rückkehr von Stielike 1apsort.de am 21. Januar 2008.
  7. Stielike nicht mehr Nationaltrainer sport1.de am 15. April 2008.
  8. Ueli Stielike…Entraîneur du FC Sion fc-sion.ch am 31. Mai 2008.
  9. NZZ online: Präsident Constantin wird Sion-Trainer
  10. "Beckham gewinnt mit Milan gegen Hamburger SV" in Welt online vom 6. Januar 2009, abgerufen am 22. Oktober 2011.
  11. goal.com: Bericht auf goal.com
  12. Stahlarbeiter im Orient, Spiegel Online, 24. Januar 2009.
  13. Meldung auf der Homepage des koreanischen Verbandes abgerufen am 5. September 2014 (koreanisch)
  14. dfb.de: „Stielike neuer Nationaltrainer Südkoreas“ abgerufen am 5. September 2014.
  15. Südkoreat entlässt Nationaltrainer Stielike Zeit online, 15. Juni 2017
  16. Bundesarchiv: Sportpreise(Silberlorbeer): Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die deutsche Fußballnationalmannschaft (Europameisterschaft 1980) Signatur BArch B 122/29165.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]