Ulla Berkéwicz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ulla Berkéwicz (2004)

Ulla Berkéwicz (Ursula Unseld-Berkéwicz, * 5. November 1948[1] in Gießen als Ursula Schmidt) ist eine deutsche Schauspielerin, Schriftstellerin und Verlegerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulla Berkéwicz ist die Tochter des Arztes und Autors Werner Schmidt (1913–2007) und der Schauspielerin Herta Stoepel. Der Name Berkéwicz, den sie später als Künstlernamen[2] annahm, ist abgeleitet vom Namen ihrer jüdischen Großmutter, Berkowitz.[3] Sie besuchte nach dem Gymnasium die Hochschule für Musik in Frankfurt am Main.

In den 1970er Jahren hatte sie als Schauspielerin Engagements an Bühnen in München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Bochum und West-Berlin. Während dieser Zeit übersetzte sie einzelne Stücke von Calderón, Shakespeare und Synge für die Bühne. 1979/80 spielte sie die Hauptrolle in dem preisgekrönten Historienfilm Geburt der Hexe (im Film als Ulla Berkévicz), inszeniert von ihrem damaligen Ehemann, dem Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks. 1987 zog sie nach Frankfurt am Main.

1990 heiratete sie den Verleger Siegfried Unseld. Nach dessen Tod im Jahr 2002 wurde sie in die Geschäftsführung des Suhrkamp Verlags aufgenommen. Im Oktober 2003 übernahm sie den Vorsitz der Geschäftsführung. Berkéwicz’ Scheidungsanwalt Heinrich Lübbert wurde auch zu Unselds Testamentsvollstrecker und ist von ihr als Mitglied im Stiftungsvorstand und als Justitiar des Suhrkamp Verlags eingesetzt worden.[4]

Mit Wirkung zum 10. Dezember 2015 zog sie sich aus dem operativen Geschäft des Verlages zurück und bildet nun zusammen mit Rachel Salamander und Sylvia Ströher den Aufsichtsrat des Berliner Suhrkamp Verlages, dessen Vorsitz sie einnimmt.[5]

Ulla Berkéwicz ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie erhielt als Schriftstellerin folgende Auszeichnungen:

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David-Christopher Assmann: Poetologien des Literaturbetriebs. Szenen bei Kirchhoff, Maier, Gstrein und Händler (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 139). Berlin u. Boston: de Gruyter 2014.
  • Hahn, Hans-Joachim: Repräsentationen des Holocaust. Zur westdeutschen Erinnerungskultur seit 1979 (= Probleme der Dichtung 33), Heidelberg: Winter 2005.
  • Tilmann Moser: Literaturkritik als Hexenjagd. Ulla Berkéwicz und ihr Roman «Engel sind schwarz und weiß». Eine Streitschrift. Piper, München u. a. 1994, ISBN 3-492-11918-2 (Serie Piper 1918).
  • Postma, Heiko: Prinzip Empathie. Zu Ulla Berkéwicz' Geschichten und dem Roman „Engel sind schwarz und weiß“, in: Der Deutschunterricht. Beiträge zu seiner Praxis und wissenschaftlichen Grundlegung, 1993, Nr. 1, S. 70–80.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handelsregister Frankfurt am Main, HRB 53776 – 22. Januar 2002: MWW Achtundachtzigste Vermögensverwaltungs GmbH, Handelsregister-Meldung, abrufbar unter http://www.handelsregister.de
  2. Handelsregister Berlin-Charlottenburg, HRB 126556 B: Suhrkamp Verlagsleitungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Handelsregister-Meldung, abrufbar unter http://www.handelsregister.de
  3. Felicitas von Lovenberg: Wird der Tod eines Tages abgeschafft, Frau Berkéwicz? FAZ, 18. April 2008, Interview
  4. Hubert Spiegel: Suhrkamp auf hoher See, FAZ, 13. Dezember 2006
  5. Eine neue Ära bricht an In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Dezember 2015 auf: faz.net, abgerufen am 10. Dezember 2015