Ulla van Daelen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ulla van Daelen 2015 in der Abtei Maria Laach
Ulla van Daelen 2004 im Schloss Lerbach

Ulla van Daelen (* 1962 in Düsseldorf;[1] gesprochen ['da:lən] mit Dehnungs-e; bürgerlich Ursula Gramsch[2]) ist eine deutsche Harfenistin und Komponistin. Mit ihrem Instrument war sie zwanzig Jahre lang Solistin des WDR-Rundfunkorchesters. Sie veröffentlichte seit 1993 elf eigene Alben und bewegt sich seitdem crossover zwischen verschiedenen Musikgenres. Dabei arbeitet sie seit 2010 als Musikerin, Komponistin und Produzentin freischaffend.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulla van Daelen begann ihre klassische Ausbildung im Alter von fünf Jahren am Klavier. Beim Wettbewerb Jugend musiziert gewann sie mehrere Preise, bevor sie mit 12 Jahren die Harfe für sich entdeckte und schon zwei Jahre später als „Jungstudentin“ ein Juniorstudium an der Musikhochschule Köln begann. Mit 18 Jahren gewann sie einen Harfenwettbewerb des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Frankfurt. Nach dem Abitur nahm sie Unterricht bei Edward Witsenburg in Den Haag und schloss ihr Studium bei Helga Storck und Therese Rieu in Köln mit Auszeichnung ab.[3]

Im Anschluss an das gewonnene Stipendium des BDI führten sie Konzertreisen unter anderem in die USA und nach Japan. Erste Engagements brachten sie an Theater und große Opernhäuser wie die Deutsche Oper Berlin und die Deutsche Oper am Rhein. 1990 wurde Ulla van Daelen dann Solo-Harfenistin des WDR-Rundfunkorchesters.[3] Nach zwanzig Jahren verließ sie das Orchester 2010 und arbeitet seither als freie Musikkünstlerin, Komponistin und Produzentin.

Ulla van Daelen verbrachte ihre Kindheit in Monheim am Rhein und ist die jüngere Schwester des Journalisten Christian Gramsch. Sie lebt seit langem in Köln. Ihren Künstlernamen wählte sie nach dem Geburtsnamen ihrer Mutter.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zu ihrer Tätigkeit als Solo-Harfenistin des WDR-Rundfunkorchesters übertrug sie Klänge und Rhythmen unterschiedlicher Musikrichtungen auf die Harfe und bezeichnet selbst das Ergebnis als „Classic-Folk-Jazz“. Heute spielt sie neben Solo-Konzerten oft mit Gast-Musikern zusammen und gestaltet Programme mit Literatur, in denen sich Lesung und musikalische Darbietung abwechseln.

Ihr Wirken führte sie unter anderem mit der WDR Big Band Köln, Charlie Mariano und Vince Mendoza zusammen, mit der chilenischen Band Illapu, Joachim Kühn, Manfred Krug, Wolfgang Niedecken sowie mit Martina Gedeck, Ulrike Kriener und Sabine Wackernagel.[4] Beim Schleswig-Holstein Musik Festival trat sie mehrfach als Solistin auf.[3] Im Duo war sie zum Beispiel in der Stadtkirche zu Gast auf der 12. Düsseldorfer Jazz-Rally 2004.[5]

Ulla van Daelen spielt seit vielen Jahren auf einer Harfe der italienischen Manufaktur Salvi, so auch in den beiden Bildern oben.

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1993 spielte Ulla van Daelen ihre eigenen Kompositionen – im Wechsel mit Repertoirestücken für Harfe – für ihr erstes Album Ulla Gramsch – Harfe solo ein, das 1997 unter dem neuen Titel Shalimar ein zweites Mal veröffentlicht wurde.[2] Beim Sender Klassik Radio wurde dieses Album kurz nach dem Erscheinen zur „CD des Monats“ gekürt und ihr Stück Boliviana längere Zeit in Rotation gesendet. Schon 1995 wurde das Album Rush Hour produziert und noch im gleichen Jahr veröffentlicht – als CD-ROM ein Novum auf dem Klassik-Markt (beim damaligen Label „New Classic Colours“).

1997 engagierte der Produzent Tato Gomez sie zum Konzept-Album mit Entspannungsmusik Sunflower, das seitdem weltweit vertrieben wird. 1999 gestaltete Ulla van Daelen eine eigene Sendung im Rahmen der Reihe „Nachtmusik im WDR“, zu der sie sich die Musiker Nippy Noya, Perkussion, Charlie Mariano, Saxophon, und den Sänger Peter Fessler einlud.

2001 und 2002 begleitete sie die Weihnachtstournee der Jungen Tenöre. 2002 brachte sie außerdem ihr erstes ausschließlich mit Eigenkompositionen bestücktes Album Surprise in der Triobesetzung mit Harfe, Bass und Perkussion heraus.

2004 trat Ulla van Daelen im Duo mit dem Jazz-Pianisten Joachim Kühn auf. Im selben Jahr begab sie sich mit ihrer Jazz-Komposition Surprise für Harfe und Streichorchester in der Bearbeitung des englischen Arrangeurs Steve Gray zusammen mit der „Jungen Kammerphilharmonie NRW“ auf Italien-Tournee. Im Jahr 2005 erschien Ulla van Daelens Album Metharphosis, das sie mit dem Mundharmonika-Virtuosen Berthold Matschat und weiteren Gastmusikern aufnahm.

2006/2007 übernahm sie die musikalische Gestaltung für die im Hörverlag erschienenen Benefiz-Hörbücher Märchenwelten I und II mit prominenten Moderatoren und Schauspielern des ZDF. Im Juni 2007 wurden Titel ihres Albums Surprise als Choreographie auf der Burg Wilhelmstein von 60 Tänzerinnen aufgeführt. 2008 waren „Ulla van Daelen & friends“ live beim Privatsender Türkshow zu sehen.

2010 führte ein Konzert in Wintringen am Jakobsweg zur Begegnung mit dem Saarbrücker Autoren und Fotografen Peter Michael Lupp. Daraus entstand die Konzertlesung unterWEGs, die bundesweit an Pilgerorten aufgeführt wird.[6] Zu diesem Programm gab der Regionalverband Saarbrücken 2012 das zweiteilige Klangbuch unterWEGs heraus, das aus einem Buch mit Bildern und Texten von Lupp sowie einer Musik-CD van Daelens zum Buch besteht.[7]

Ende des Jahres 2015 erschien Ulla van Daelens neuestes Werk Harp goes Pop, mit dem sie sich bekannten Popmusiktiteln der 1970er und 1980er Jahre sowie der jüngeren Vergangenheit zuwendete und diese für ihr Instrument neu bearbeitete.[8][9]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996, sechs Jahre nach Beginn ihres Engagements im WDR-Funkhausorchester, zeigte die ARD im Rahmen der Musikmesse „Klassik-Komm“ ein Künstlerporträt über Ulla van Daelen im Fernsehen. Auch die ARD-Sendungen Morgenmagazin und Aktuelle Stunde widmeten Ulla van Daelen Künstlerporträts.

2003 sendete onyx.tv ihren Chillout-Musikvideoclip Story. 2004 war sie mit der eigenen Bearbeitung des englischen Volksliedes Greensleeves im „Klingenden NRW“ zu sehen, also wiederum in einer ARD-Fernsehsendung. Mit dem Titelstück ihres Albums Metharphosis war sie schließlich 2005 der musikalische Hauptakt der Eröffnungsveranstaltung für die CeBIT, die auf Phoenix live im Fernsehen übertragen wurde.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulla van Daelen zeigt kurz vor Weihnachten 2015 in Grefrath ihr soeben erschienenes Album Harp Goes Pop, gestaltet von Norbert Höveler

In ihren bisher elf eigenen Alben veröffentlichte Ulla van Daelen insgesamt 151 Titel, wobei es sich in 42 Fällen um teils neu arrangierte Wiederveröffentlichungen handelt. Dies gilt zum Beispiel für die komplette Titelliste der ersten Shalimar von 1997. Von den bislang 109 bearbeiteten Musikstücken komponierte sie 67 selbst. Bei 42 Stücken handelt es sich um fremde Kompositionen oder Traditionals bzw. Volkslieder, die Ulla van Daelen teilweise für die Harfe neu arrangierte. Neben dem Traditional Greensleeves auf Shalimar sind auf Zur Weihnacht acht Volkslieder enthalten. Fremde Kompositionen finden sich einerseits (16 von 26 Titeln) in den noch relativ „klassischen“ frühen Werken Harfe solo und Rush hour, andererseits ist ihr Arrangemet für die Harfe gezieltes musikalisches Konzept des jüngsten Albums Harp goes Pop, das mit siebzehn ausschließlich solistischen Coverversionen bekannter Poptitel einen für die Harfe außergewöhnlichen Weg beschreitet.

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993 – Ulla Gramsch – Harfe solo[10] (Debüt; vergriffen; 1997 neu aufgelegt als Shalimar)
  • 1995 – Rush Hour (vergriffen)
  • 1997 – Shalimar[2] (vergriffen; neubetitelte Neuauflage von Harfe solo; 2007 erneut aufgelegt)
  • 1997 – Sunflower
  • 2002 – Surprise
  • 2005 – Metharphosis
  • 2007 – Shalimar (um Stücke aus Rush Hour sowie das Traditional Greensleeves erweiterte Neuauflage)
  • 2011 – Harp & Glory
  • 2012 – unterWEGs (CD zum Klangbuch Peter Michael Lupps, siehe Mitwirkungen)
  • 2013 – Zur Weihnacht [2]
  • 2015 – Harp Goes Pop [8][9]

Mitwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 – mit Walter Fried u. a.: Masterworks (Hohner)[10]
  • 1998 – mit farfarello: farfarello & Freunde (Dezember 1998)
  • 1999 – mit Various: American Christmas / Vol. 1.
  • 1999 – mit Eroc & Urs Fuchs: Eurosonic Experiences
  • 2000 – mit farfarello: farfarello Semikolon
  • 2000 – mit Lalo Schifrin: Bullit
  • 2001 – mit Art of Living: the collection
  • 2002 – mit Manfred Krug: Der Weihnachtskrug
  • 2003 – mit Talking Horns: Blow Up
  • 2008 – mit Vince Mendoza: Blauklang
  • 2008 – mit Orlando & die Unerlösten: Book Six
  • 2012 – mit Peter Michael Lupp: Klangbuch unterWEGs (zweiteiliges Werk mit Musik-CD)[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite 20-21 – jugend_musiziert. Broschüre. Rheinischer Sparkassen- und Giroverband, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  2. a b c d Ergebnis der Suche nach „135060788“ im gesamten Bestand. Katalog. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  3. a b c Der Weg zur eigenen Musik. Biografie (Selbstvorstellung). ullavandaelen.de, abgerufen am 27. November 2015.
  4. Aktuelle Programme 2015/16. Katharina Wackernagel (katharinawackernagel.de), abgerufen am 19. Dezember 2015.
  5. Band ABC 2004. duesseldorfer-jazzrally.de, abgerufen am 26. Dezember 2015.
  6. Neuerscheinung Klangbuch. Regionalverband Saarbrücken, abgerufen am 4. Januar 2016.
  7. a b Eintrag zu Klangbuch. Katalog. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 4. Januar 2016.
  8. a b Angela Wilms-Adrians: Ausflüge mit der Harfe in die Pop-Musik. In: Rheinische Post. 15. Dezember 2015, abgerufen am 9. Januar 2016.
  9. a b Ulla van Daelen brilliert mit Pop-Songs. „Harp goes Pop“ als Live-Performance. grefrather-buchhandlung.de, abgerufen am 9. Januar 2016.
  10. a b Ergebnis der Suche nach „134856171“ im gesamten Bestand. Katalog. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 23. Februar 2016.