Ulm (Greifenstein)

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Ulm
Gemeinde Greifenstein
Koordinaten: 50° 34′ 54″ N, 8° 17′ 54″ O
Höhe: 215 m ü. NHN
Fläche: 8,59 km²[1]
Einwohner: 729 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Eingemeindet nach: Ulmtal
Postleitzahl: 35753
Vorwahl: 06478

Ulm ist ein Ortsteil der Gemeinde Greifenstein im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts datiert auf das Jahr 1325.[2] Bis 1791 war ein Landgericht im Ort angesiedelt. Von 1877 bis 1934 war Ulm Sitz einer Amtsbürgermeisterei, die 10 Gemeinden verwaltete.[3]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 1. Februar 1971 die Gemeinde Ulm mit den Nachbargemeinden Allendorf und Holzhausen freiwillig zur Gemeinde Ulmtal zusammen.[4] Ulmtal wurde am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen mit der Gemeinde Greifenstein und weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Greifenstein zusammengeschlossen.[5][6]

Am 7. Oktober 2010 wurde Ulm als dolles Dorf in der hessenschau ausgelost.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Ulm unterstand im Überblick:[7][8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[8]

  • 1834: 263 evangelische Einwohner, 2 Mennoniten
  • 1905: 347 Einwohner
  • 1939: 495 Einwohner
  • 1950: 617 Einwohner
  • 1961: 523 Einwohner
  • 1970: 577 Einwohner
Ulm: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
265
1840
  
291
1846
  
331
1852
  
330
1858
  
342
1864
  
365
1871
  
362
1875
  
385
1885
  
403
1895
  
381
1905
  
347
1910
  
347
1925
  
412
1939
  
495
1946
  
607
1950
  
617
1956
  
569
1961
  
523
1967
  
597
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ortsteil Ulm gibt es einen fünfköpfigen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist die Ortsvorsteherin Brigitte Marczik-Bovermann.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ulm

Dianaburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dianaburg ist ein ehemaliges Jagdschloss auf der 412 M.ü.NN. hohen bewaldeten Basaltkuppe Kesselberg. Vorbild der im Geist der Romantik erbauten Burg war ein Turm der Prager Karlsbrücke. Der begeisterte Jäger Ferdinand zu Solms-Braunfels ließ die Dianaburg 1842/43 in der Nähe seines Schlosses Braunfels erbauen.[10] Nach dem Tod des Fürsten 1873 diente die Burg als Wohnung des Revierförsters, war sie seit 1898 Ausflugslokal. Nach 1969 wurden die Nebengebäude abgerissen; nur der Turm blieb erhalten. Nach einer Dachsanierung 2008 ist die Dianaburg seit 2011 Eigentum von Johannes Graf von Oppersdorf Solms-Braunfels. Der Turm ist von April bis November an jedem ersten Sonntag des Monats zur Besichtigung geöffnet.[11]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulmtalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1922 wurde die Ulmtalbahn von Stockhausen nach Beilstein vollendet. Damit wurde es möglich, Rohstoffe aus dem Ulmtal abzutransportieren und Personen zu befördern.[12] Nach Beendigung des Personenverkehrs 1976 und des Güterverkehrs im Jahr 1988 wurde die Ulmtalbahn stillgelegt und kurz darauf abgebaut. Im Jahre 2013 entstand auf der ehemaligen Trasse ein Radweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Piscator (* 17. Dezember 1893 in Greifenstein, † 30. März 1966 in Starnberg), Theaterintendant, Regisseur, Theaterpädagoge und Ehrenbürger Ulms
  • Wilhelm Adam (* 23. April 1906 in Ulm, † 17. April 1989), Politiker und Landrat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Daten und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Greifenstein, abgerufen im Juli 2016.
  2. Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 5
  3. Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 10, 13, 21
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  6. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 293
  7. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  8. a b Ulm, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 25. November 2016)
  9. Ortsbeiräte der Gemeinde Greifenstein, abgerufen im März 2017.
  10. Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 11
  11. Dianaburg, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 22. Januar 2014)
  12. Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 18