Ulric Neisser

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Ulric Neisser (geboren als Ulrich Neisser; * 8. Dezember 1928 in Kiel; † 17. Februar 2012 in Ithaca[1], New York) war ein US-amerikanischer Psychologe. Er war Mitglied des Scientific Advisory Boards der False Memory Syndrome Foundation.

Leben[Bearbeiten]

Der in Deutschland geborene Neisser zog mit seiner Familie 1933 in die Vereinigten Staaten, wo er den Namen „Ulric Neisser“ verwendete. Er machte 1950 seinen Bachelor an der Harvard University, seinen Master am Swarthmore College und seinen Doktor 1956 an der Harvard University. Danach lehrte er an der Brandeis University, Emory University und der Cornell University.

Leistungen[Bearbeiten]

Sein Buch Kognitive Psychologie aus dem Jahr 1967 war ein Schlüsselbuch der so genannten kognitiven Wende in der Psychologie. Nach Neisser ist die kognitive Psychologie das Studium, wie Menschen Wissen lernen, strukturieren, speichern und nutzen. In den Folgejahren nahm er eine immer kritischere Haltung gegenüber den Forschungsmethoden der 'kognitiven Psychologie' ein, die er als teilweise 'ökologisch nicht schlüssig' bewertete. Von Neisser stammen die Begriffe Ikonisches Gedächtnis und Echoisches Gedächtnis.

Ein Forschungsschwerpunkt der 1990er Jahre war die Intelligenzforschung und ihre soziale Bedeutung. Er führte den Vorsitz einer task force der American Psychological Association zu den kontroversen Forschungen im Bereiche 'Rasse und Intelligenz'. Bis zu seinem Tode interessierte sich Neisser insbesondere für das Gedächtnis, vor allem die Lebenserinnerungen.

Werke[Bearbeiten]

  • Cognitive Psychology. 1967.
  • Cognition and Reality. 1976.
  • Intelligence: Knowns and Unknowns. 1995.
  • The Rising Curve: Long-Term Gains in IQ and Related Measures. 1998.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Douglas Martin: Ulric Neisser Is Dead at 83; Reshaped Study of the Mind. In: The New York Times. 25. Februar 2012.