Ulrich Brinkhoff

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Ulrich Brinkhoff (2016)
Ulrich Brinkhoff (rechts) mit dem ehemaligen spanischen Mönch Don Justo 2003 auf dem Deckengewölbe dessen Kathedrale
Ulrich Brinkhoff (rechts) zusammen mit dem Grafiker Johannes Eidt (links) 2013 in dessen Atelier in Osnabrück
Banner_Kulturhauptstadt 2015 Mons/Belgien mit Fotos von Ulrich Brinkhoff

Ulrich Brinkhoff (* 1940 in Holzminden) ist ein deutscher Fotograf und Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Brinkhoff kaufte sich seine erste gute Kamera 1952 vom Preisgeld des Fotowettbewerbs „Großer Foto-Wettkampf mit der Box“. 1960 beendete er seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Von 1961 bis 1972 arbeitete er im diplomatischen Dienst für das deutsche Auswärtige Amt in Sierra Leone, Südkorea, Südvietnam und Bolivien.[1]

In Südvietnam während des Vietnam-Krieges rettete er 1968 dem deutschen Botschafter Ulrich Scheske das Leben und erhielt dafür von Bundespräsident Heinrich Lübke die Bundesverdienstmedaille verliehen.[1][2]

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1972 arbeitete er bis 1988 in Südniedersachsen in der pharmazeutischen Industrie und in der Möbelindustrie. Nach seiner Übersiedlung ins Münsterland ist er seit 1989 Fotokünstler und freier Journalist, seit 2013 zusätzlich Schriftsteller. Seine Arbeitsweise als Fotokünstler beschreibt er als „Sehen durch das Objektiv“ und Fertigung von Collagen. Dabei verzichtet er bewusst auf Manipulationen mit dem Medium Film oder dem PC. Seit 2012 entstanden keine Fotos mehr per Film; Brinkhoff arbeitet seither mit handelsüblichen Nikon-Digitalkameras im Taschenformat. Seinem Grundsatz „keine digitale Bearbeitung“ bleibt er jedoch treu.[1] Von ihm stammt der Satz: „Ein besonderes Foto entsteht nicht durch eine teuere Kamera, sondern durch ein gutes Auge.“

Seit 2007 widmet sich Ulrich Brinkhoff verstärkt dem Genre Straßenkunst und Straßentheater.[3] Dazu dokumentiert er neben den bekannten Festivals in Europa (z. B. Chalon dans la Rue, TAC Valladolid, Cergy soit Paris oder Bildstörung Detmold) auch weltweite Spielstätten wie zum Beispiel das Gwacheon Festival, das Hi-Seoul Festival und das Goyang Lake Art Festival in Korea, sowie traditionelle Festivals in Hong-Kong, z. B. das Mid-Autumn-Festival, besser bekannt unter dem früheren Namen Moon-Festival.

2013 erschien sein erstes Buch Träume in der Morgenstille, Korea 1964/65, eine Mischung aus Tagebuch und Liebesgeschichte. Es enthält zahlreiche Fotos von Südkorea aus jener Zeit, sowie aktuelle aus dem Jahr 2011.[4] Im Jahr 2014 erschien die Fortsetzung Albträume am Saigon-Fluss, Südvietnam 1965–1968 mit Schwerpunkt auf dem Vietnamkrieg. 2016 erschien Karneval am Titicacasee, Bolivien und Südamerika 1969–1971. Damit wurde die Trilogie 10 Jahre Dienst im Auswärtigen Amt abgeschlossen. Sie beschreibt das Leben als Angehöriger von Deutschen Botschaften auf drei Kontinenten, aber auch das private Umfeld eines Botschaftsmitarbeiters und seiner koreanisch-stämmigen Ehefrau, die kurz danach in Deutschland 28-jährig bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Auch dieses Buch ist wieder reich mit eigenen Fotos aus jener Zeit illustriert.

Ulrich Brinkhoff lebt und arbeitet in Greven. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Von 1989 bis 1992 war Brinkhoff gewähltes Mitglied im Stadtrat von Greven. Zahlreiche seiner Digitalfotografien überließ er als Vorlass dem Stadtarchiv Greven.[5]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 fanden diverse Einzelausstellungen im Münsterland sowie in Osnabrück, Worpswede, Emmerich, Stadtoldendorf, Holzminden[6], Duisburg und Fürstenberg/Weser statt. In Gruppenausstellungen waren seine Arbeiten unter anderem 1999 in Linz (Österreich) bei „Die Besten Fotos Der Welt“, 2005 beim „1. World of Images Circuit“ und 2005 und 2006 beim „Trierenberg Super Circuit“ zu sehen. 1996 erhielt er die Zulassung zum „Salon National d'Art Photographique“ in Montargis (Frankreich) (mit „L'ami est mort“) und ferner mehrfache Zulassungen zu „Kunst in unserer Region“ im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (vormals in der Stadthalle von Tecklenburg). Im Sommer 2015 waren von ihm 6 Fotos im öffentlichen Raum von Mons/Belgien, der Kulturhauptstadt Europas, zu sehen, die er ein Jahr vorher dort fotografiert hatte und die von einer Jury ausgewählt worden waren. 2018 wählte ihn eine Jury für „Hier und Jetzt“ aus, eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst des Münsterlandes im Gustav-Lübcke-Museum Hamm.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Bundesverdienstmedaille
  • 1999: Goldmedaille beim „Hasselblad Austrian Super Circuit“ für das Foto „Verbindung“
  • 2005: Goldmedaille beim „1. World of Images Circuit“
  • 2005: Goldmedaille beim „Trierenberg Super Circuit“ (vormals Hasselblad A. S. C.) für das Foto Hinter Glas

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ulrich Brinkhoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Roswitha Hoffmann-Wittenburg: Sehen durch das Objektiv. Faszinierende Ausstellung des preisgekrönten Fotografen Ulrich Brinkhoff. In: Neue Westfälische. 11. Mai 2007.
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 22. November 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muensterlandzeitung.de
  3. http://www.lz.de/lippe/kreis_lippe/3563416_Detmold-im-kreativen-Ausnahmezustand.html
  4. Brinkhoffs Nummer eins. Greener schreibt Buch über Korea, Westfälische Nachrichten vom 8. November 2013, abgerufen am 24. Dezember 2014
  5. Stadtarchiv Greven, Digitalfotos von Ulrich Brinkhoff – Signatur: StaG Dep 65D; abgerufen am 19. November 2016
  6. Meldungen aus der ehemaligen Fakultät Bauwesen HAWK Hildesheim. In: hawk-hhg.de. www.hawk-hhg.de, abgerufen am 23. November 2016.