Ulrich Cyganek

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LKMD Ulrich Cyganek

Ulrich Cyganek (* 1958 in Essinghausen) ist Landeskirchenmusikdirektor und Herausgeber von Notenmaterial.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cyganek entstammt einer musikalischen Familie. Sein Vater spielte Schlagzeug und sein Großvater Violine,[1] sein Bruder Peter ist als Musiklehrer, Chorleiter und Organist tätig.[2] Nach dem Abitur in Peine studierte er von 1977 bis 1983 Evangelische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. In dieser Zeit war er nebenamtlicher Kirchenmusiker an der Martin-Luther-Kirche in Peine und Dirigent des Peiner Kammerorchesters. Nach dem A-Examen folgten weitere Orgelstudien bei Rose Kirn in Hamburg sowie Teilnahme an diversen Interpretationsseminaren bei Michael Radulescu, Harald Vogel, Jon Laukvik und anderen.

Von 1986 bis zum Jahr 2000 war er hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Markuskirche in Köln-Porz sowie Leiter des Porzer Kammerorchesters. Im Jahr 1999 erfolgte seine Ernennung zum Kirchenmusikdirektor.

Seit August 2000 ist er als Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf tätig. An der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf unterrichtet er als Dozent das Fach Kirchenkunde.[3] Von 2002 bis 2011 war er musikalischer Leiter des Orchesters Collegium Musicum Ratingen in Ratingen,[4] 2011 übernahm er die Leitung des Löricker Kammerorchesters[5] in Meerbusch.

Im Jahr 2017 rief er die Homberger Abendmusiken ins Leben.

Er ist Herausgeber von Notenwerken.

Er ist mit der Rechtsanwältin und Multiinstrumentalistin Marina Cyganek verheiratet.[6]

Zukunft der Kirchenmusik in der EKiR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit besonderem Engagement kümmert sich Cyganek um die Förderung des kirchenmusikalischen Nachwuchses. Schon 2003 warnte er vor der Situation, dass in manchen Kirchengemeinden der Orgelmotor ausginge.[7] 2020 äußerte er sich, dass der Nachwuchs an Organisten rar sei. Auf der gesamten kirchenmusikalischen Baustelle herrsche Facharbeitermangel. Die Zahl der Teilnehmenden an den Kursen zur Ausbildung für nebenamtliche Kirchenmusiker (C-Prüfung) habe sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als halbiert. Mit einer breit angelegten Kampagne plant er drei Zielgruppen zu erreichen: Jugendliche vor dem Abitur, klavieraffine Menschen in der Lebensmitte sowie Senioren im Rentenalter. Die Nachwuchsfrage sei ein „Fass ohne Boden“. Die Kirche brauche unbedingt Leute.[8] 2021 startete die Werbekampagne Orgel-ON zur Gewinnung von Nachwuchsorganisten.[9]

Im Juni 2021 wandte sich Präses Thorsten Latzel in einer Videokonferenz an die hauptamtlichen Kirchenmusiker der Landeskirche. Die Kirchenmusik solle sich stärker an den Musikinteressen der Mitglieder orientieren. Man solle den Menschen nicht vorschreiben, wie sie singen sollen, sondern mit und von ihnen lernen, „was ihre Seele zum klingen bringt“. Während der Corona-Epidemie habe es eine hohe kirchenmusikalische Kreativität gegeben. Es habe Balkon-Singen und Straßen-Konzerte vor Heimen gegeben. Die Aufgabe der Kirche sei es, Hoffnung gemeinsam eine Stimme zu geben. Kirchenmusikalische Lernfelder seien „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft, Treffpunkte in der diakonischen Quartiersarbeit, Schulhöfe, Krankenhäuser, Büros.“[10] Des Weiteren wies er auf die Bedeutung von digitalen kirchenmusikalischen Projekten hin. Es sei kein Zufall, „dass zu den am stärksten geklickten Videos der EKiR die mit musikalischen Projekten“ gehörten. „Kirchenmusik in digitaler Form“ brauche die Kirche „als fest etablierte Säule der Arbeit.“ Die Zukunft werde auch bei Chören und Instrumentalmusik in der Kirche hybrid sein.[11]

Tondokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cyganeks liturgisches Orgelspiel bei Gottesdiensten und Andachten ist durch zahlreiche Videomitschnitte auf dem YouTube-Kanal der EKiR dokumentiert.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Homberger. Ausgabe Februar/März 2017
  2. www.unteruns-portal.de; abgerufen am 16. Februar 2021
  3. www.rsh-duesseldorf.de. Abgerufen am 8. August 2021.
  4. www.stadt-ratingen.de (Memento des Originals vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-ratingen.de, abgerufen am 8. Februar 2014.
  5. www.löricker-kammerorchester.de, abgerufen am 8. Februar 2014.
  6. Rheinische Post vom 16. Dezember 2017.
  7. www.kirche-koeln.de vom 11. Juli 2005.
  8. www.kirche-muelheim.de. Abgerufen am 26. April 2021.
  9. orgel-on.de. Abgerufen am 29. November 2021.
  10. presse.ekir.de. Abgerufen am 30. Juni 2021.
  11. praesesblog.ekir.de. Abgerufen am 30. Juni 2021.
  12. YouTube-Kanal der EKiR. Abgerufen am 23. Juli 2021.