Ulrich Kampffmeyer

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Ulrich Kampffmeyer (* 12. April 1952 in Hameln) ist ein deutscher Unternehmensberater, Autor, Publizist und Archäologe. Seine Wirkensschwerpunkte lagen zuletzt besonders im Bereich der revisionssicheren Archivierung,[1] des Records Management,[2] des Dokumentenmanagements[3] und von ECM Enterprise Content Management.[4] In diesem Umfeld beschäftigte er sich mit der rechtlichen Anerkennung der elektronischen Dokumentenspeicherung und Compliance von Informationssystemen.[5] Sein besonderes Interesse gilt den organisatorischen, kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen durch den Einsatz von elektronischem Informationsmanagement durch die Ablösung von Papier, die Umstellung von Arbeitsweisen, neue Nutzungsmodelle und die Bewahrung des digitalen Wissens.[6]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Kampffmeyer besuchte die Volksschule in Hamburg und Bielefeld sowie das Gymnasium in Oerlinghausen. Am Schiller-Gymnasium in Hameln legte er 1972 das Abitur ab. Während seiner Schulzeit erlangte er parallel an der Jahn-Sprachenschule das Diplom zum Handelskorrespondenten in Englisch. Von 1973 bis 1979 studierte Ulrich Kampffmeyer an der Georg-August-Universität Göttingen Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie sowie in den Nebenfächern Informatik, Bodenkunde, Kunstgeschichte und Orientalistik. Seine Studienabschlüsse in Göttingen waren 1978 der Magister Artium[7] und 1988 die Promotion zum Dr. phil.[8] Von 1979 bis 1981 setzte er an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nebenberuflich seine Studien in Informatik und Bodenkunde fort und schloss diese 1982 mit dem Diplom-Prähistoriker[9] ab.[10] Im Jahr 2000 absolvierte er den internationalen Abschluss AIIM MIT Master of Information Technology in Silver Springs, Maryland, USA.

Lehre und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1976 war er parallel zum Studium als Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten lag auf Ausgrabungsmethodik und Einsatz naturwissenschaftlicher Verfahren,[11] wie sie damals unter dem Ansatz „New Archaeology“ bekannt waren. In Kiel war er von 1980 bis 1982 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ur- und Frühgeschichte an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität tätig. Schwerpunkt seiner Arbeiten neben der Lehrtätigkeit waren bodenkundliche Methoden für Ausgrabungen[12] und der Einsatz der elektronischen Datenverarbeitung in der archäologischen Forschung und Dokumentation.[13] Am Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB[14] in Karlsruhe war er von 1983 bis 1987 in verschiedenen Forschungsprojekten zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als selbstständiger Unternehmer tätig. Schwerpunkt seiner Tätigkeiten waren Systeme zur Bilderfassung, Bildverarbeitung, Mustererkennung, automatischen Klassifikation und digital-optische Speichersysteme für die Archivierung. Hierzu gehörte am Fraunhofer-Institut das Forschungsprojekt ARCOS[15] zur Entwicklung von Dokumentations- und Datenbanksystemen für die Archäologie.[16] Im Rahmen dieser Tätigkeiten betreute er mehrere Diplomarbeiten an den technischen Universitäten in Karlsruhe und Braunschweig, war in verschiedenen Projekten zum Bildverstehen und zum Wissensmanagement tätig und beschäftigte sich mit der Standardisierung von Dokumentationssystemen für die Bodendenkmalpflege.[17] Am MMC Multi Media Campus der Universität Kiel lehrte er 2005/2006 zum Thema Wissensmanagement.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (mit Barbara Merkel) Grundlagen des Dokumentenmanagements: Einsatzgebiete, Technologien, Trends. Gabler, Wiesbaden 1997, ISBN 3-409-87940-4; 2. Auflage: Dokumentenmanagement. Grundlagen und Zukunft. Project Consult, Hamburg 1999, ISBN 3-9806756-0-2.
  • Dokumenten-Technologien: Wohin geht die Reise? Project Consult, Hamburg 2003, ISBN 3-9806756-4-5, Online.
  • ECM Enterprise Content Management. Project Consult, Hamburg 2006, ISBN 3-936534-09-8, Online.
  • (mit Jörg Rogalla) Grundsätze der elektronischen Archivierung: „Code of Practice“ zum Einsatz von Dokumenten-Management- und elektronischen Archivsystemen. (= VOI-Schriftenreihe Kompendium. Bd. 3). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Verband Optische Informationssysteme, Darmstadt 1997, ISBN 3-932898-03-6.
  • (mit Karl-Georg Henstorf, Jan Prochnow) Grundsätze der Verfahrensdokumentation nach GoBS: „Code of Practice“ zur revisionssicheren Archivierung. (= VOI-Schriftenreihe Kompendium. Bd. 4). Verband Optische Informationssysteme, Darmstadt 1999, ISBN 3-932898-03-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Kampffmeyer, Jörg Rogalla: Grundsätze der elektronischen Archivierung. VOI Code of Practice 1, Darmstadt 1997.
  2. Zusammenfassend Ulrich Kampffmeyer: Records Management: Prinzipien, Standards und Trends. Project Consult Newsletter Sonderausgabe Januar 2012, (PDF; 1,3 MB)
  3. Ulrich Kampffmeyer, Barbara Merkel: Dokumentenmanagement. Grundlagen und Zukunft. Hamburg, 1999.
  4. Ulrich Kampffmeyer, "Enterprise Content Management – Herrscher über Informationen". Computerwoche, CW-exktraKT, München, 24. September 2001; Ulrich Kampffmeyer: ECM Enterprise Content Management. Hamburg, 2006.
  5. u. a. zur Anerkennung digitaler Speicherung: Henstorf, Karl-Georg, Kampffmeyer, Ulrich, Prochnow, Jan: "Grundsätze der Verfahrensdokumentation nach GoBS". Code of Practice Band 2. VOI Verband Organisations- und Informationssysteme e. V., Bonn, 1999, ISBN 3-932898-04-4; zum Thema GDPdU in Ernst&Young (Hrsg.): "Steuerliches Risikomanagement". Stollfuß Verlag, 2005, ISBN 3-08-210001-5, in Hentschel, Bernd (Hrsg.): "Digitale Betriebsprüfung – eDatenzugriff der Finanzverwaltung". 2. überarbeitete Auflage 2004, DATAKONTEXT-FACHVERLAG, ISBN 3-89577-325-5 und "Neue rechtliche Anforderungen an die elektronische Archivierung" (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 648 kB), https://www.slideshare.net/DRUKFF/deen-information-management-compliance-dr-ulrich-kampffmeyer-hamburg-2007 (Memento vom 10. April 2018 im Internet Archive) (PDF; 423 kB)
  6. In zahlreichen Artikeln und Vorträgen u. a. Ulrich Kampffmeyer: Dokumenten-Technologien: Wohin geht die Reise? Hamburg, 2003.
  7. In den beiden Hauptfächern Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie, publizierte Magisterarbeit: Ulrich Kampffmeyer: Das Hügelgräberfeld auf dem Fuchsberg bei Desingerode/Werxhausen : Untersuchungen zur älteren Bronzezeit im Unteren Eichsfeld. NAFN Neue Ausgrabungen und Forschungen in Niedersachsen, Band 13, Göttingen 1978, S. 3–99.
  8. In den Fächern Ur- und Frühgeschichte sowie Kunstgeschichte und Vorderasiatische Archäologie. Im Dissertationsdruck: Ulrich Kampffmeyer: Die Keramik der Siedlung Hüde I am Dümmer. Untersuchungen zur Neolithisierung des nordwestdeutschen Flachlands. Diss. Göttingen 1988, 4 Bd.
  9. Der Dipl.-Prähist. war nur kurzzeitig an der Universität Kiel als naturwissenschaftlicher Abschluss eingeführt worden. Angestrebt worden war der Abschluss als Diplom-Informatiker. Teile der ursprünglichen Informatik-Diplomarbeit wurden in verschiedenen Artikeln veröffentlicht.
  10. In den Fächern Informatik, Bodenkunde und Ur- und Frühgeschichte. Gedruckte Diplomarbeit: Ulrich Kampffmeyer, Archäologische und bodenkundliche Untersuchungen in Klein Neudorf, Gemeinde Bosau, Kreis Ostholstein: Auswertung der Ausgrabungen des Jahres 1980. Wachholtz Verlag, 1985.
  11. Ausgrabungsmethodik, Einsatz von bodenkundlichen Dokumentationsmethoden, Computer-basierte Fund- und Befundkartographie, rechnergestützte Klassifikation von archäologischen Funden
  12. Ulrich Kampffmeyer, Archäologische und bodenkundliche Untersuchungen in Klein Neudorf, Gemeinde Bosau, Kreis Ostholstein: Auswertung der Ausgrabungen des Jahres 1980. Wachholtz Verlag, 1985.
  13. Michael Gebühr, Ulrich Kampffmeyer: Überlegungen zum Einsatz von Kleinrechnern in der Ur- und Frühgeschichtsforschung. APA Acta Praehistorica et Archaeologica 11/12, 1980/81, S. 3–20; Bernhard Kalhoff, Ulrich Kampffmeyer: Die Auswertung von archäologischen Daten mit graphischen Computer-Darstellungen. APA Acta Praehistorica et Archaeologica 16/17, 1984/85, S. 237–268.
  14. Heute Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung
  15. Ulrich Kampffmeyer, Ulrich Lübbert: ARCOS 1: Eine Dokumentation zum „Gerät zur automatischen bildhaften Erfassung der Form von Keramik“. BAIK, Karlsruhe, 1985.
  16. Ulrich Kampffmeyer (Hrsg.): Untersuchungen zur rechnergestützten Klassifikation der Form von Keramik. Arbeiten zur Urgeschichte des Menschen, Bd. 11, P. Lang Verlag, 1988.
  17. Unter anderem als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Quantitative Methoden in der Archäologie 1984 bis 1986.