Ulrich Kelber

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Ulrich Kelber (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Ulrich Wolfgang Kelber (* 29. März 1968 in Bamberg) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit Dezember 2013 Parlamentarischer Staatssekretär, zuvor war er seit 2005 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Kelber wuchs in Bonn auf und ging dort auf dem privaten Ernst-Kalkuhl-Gymnasium zur Schule.[1] Nach dem Abitur 1987 absolvierte Kelber ein Studium der Informatik und der Biologie, das er 1993 als Diplom-Informatiker beendete. Von 1991 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Informationstechnik der GMD. Von 1996 bis 2002 war er als Berater für die Firma Comma Soft AG tätig.

Ulrich Kelber ist verheiratet und hat fünf Kinder. Er wohnt zusammen mit seiner Familie im Bonner Stadtteil Holzlar. Ulrich Kelber engagiert sich im Kuratorium der humanitären Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe e. V.[2] Sein Vater Karl-Ludwig Kelber war Journalist und Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Zudem ist Kelber Stellvertretender Vorsitzender des Mid-Atlantik Club Bonn e. V.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelber ist seit 1985 SPD-Mitglied. Von 1993 bis 1996 war er Sprecher der Juso-Bundeskommission Umwelt und Energie. Von 2001 bis 2008 war er Vorsitzender der Bonner SPD. 2009 bis 2011 gehörte er dem Bundesvorstand der Partei an. Er verzichtete dann auf eine Kandidatur, um eine Verkleinerung des Vorstands zu ermöglichen.

Kelber war 2011 bis 2013 Gründungssprecher des „Themenforums Verbraucherpolitik“ der SPD. Nach seiner Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz gab er dieses Amt ab. Er vertritt das Forum weiter als dessen beratender Delegierter auf den SPD-Bundesparteitagen.

In der SPD gilt Kelber als Mitglied des linken Reformflügels. Er ist Mitglied des Netzwerk Berlin und der Parlamentarischen Linken.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1994 bis 2002 gehörte Kelber dem Stadtrat von Bonn an.

Am 1. September 2000 rückte Kelber über die Landesliste Nordrhein-Westfalen für den ausgeschiedenen Abgeordneten Rudolf Dreßler in den Deutschen Bundestag nach.

Hier gehört er seit November 2004 dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. 2005–2013 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD für die Themenfelder Umwelt, Energie, Nachhaltigkeit, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Am 18. Dezember 2013 wurde Kelber zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz ernannt.

Ulrich Kelber ist bei den Bundestagswahlen 2002, 2005, 2009 und 2013 als Direktkandidat des Bundestagswahlkreises Bonn in den Bundestag eingezogen, obwohl bei den Zweitstimmen jeweils die CDU vorne lag. Dies ist der einzige Bundestagswahlkreis in Deutschland, in dem dies einem Bewerber so oft gelang.

Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 42,0 % der Erststimmen, bis zu diesem Zeitpunkt das beste Ergebnis für die SPD in Bonn. Kelber ist der erste Sozialdemokrat, der diesen Wahlkreis gewinnen konnte.

Bei der Bundestagswahl 2013 gewann Kelber den Wahlkreis mit einem Vorsprung von 1.177 Stimmen vor der CDU-Kandidatin (38,2 % zu 37,5 %). Bei den Zweitstimmen lag die CDU mit 36,3 % deutlich vor der SPD mit 25,9 %. Kelber bekam 21.044 Erststimmen mehr als die SPD Zweitstimmen, dies war der größte persönliche Stimmenvorsprung aller 299 Wahlkreiskandidaten der SPD.

Kelber griff 2000 die Initiative des früheren Bundestagsabgeordneten Norbert Gansel aus den 1970er Jahren als „Gläserner Bundestagsabgeordneter“ auf und erweiterte diese.[3][4][5] Als erster Bundestagsabgeordneter veröffentlichte er seine Steuerbescheide, berichtete über alle Dienstreisen und Abstimmungen und listet seit 2009 auch alle Gespräche mit Lobbyisten auf.[6]

Im aktuellen Bundestagswahlkampf wird Kelber bei seiner Kandidatur im Bonner Wahlkreis durch den Verein campact unterstützt, da er aufgrund seines umweltpolitisch motivierten Engagements gegen die Kohleförderung innerhalb der nordrhein-westfälischen SPD isoliert sei und aufgrund der dort einflussreichen "Kohle-Lobby" keinen sicheren Listenplatz erhalten habe.[7] Tatsächlich hat Kelber keinen unsicheren Listenplatz, sondern steht gar nicht auf der Landesliste.[8]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2015 ist Kelber als Nachfolger von Geert Müller-Gerbes Schirmherr der "Bonner Tafel"[10] und des Ehrenamt-Entdecker-Programms.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrich Kelber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzvita auf ulrich-kelber.de
  2. Vorstand, Mitglieder und Kuratorium von Help - Hilfe zur Selbsthilfe auf help-ev.de, abgerufen am 17. März 2013
  3. Bericht im Bonner General-Anzeiger vom 16.07.2001 auf ga-bonn.de, abgerufen am 9. August 2016
  4. Bericht im Tagesspiegel vom 10. April 2013 auf tagesspiegel.de, abgerufen am 9. August 2016
  5. Übersicht der Medienberichterstattung über Ulrich Kelber als "Gläserner Abgeordneter" auf ulrich-kelber.de, abgerufen am 9. August 2016
  6. Eigenauskunft von Ulrich Kelber als "Gläserner Abgeordneter" auf ulrich-kelber.de, abgerufen am 9. August 2016
  7. Mit der Erststimme gegen die Kohle-Lobby auf blog.campact.de, abgerufen am 15. September 2017
  8. Bundestagswahl 2017 – Die NRW-Landesliste steht, 25. März 2017, abgerufen am 17. September 2017
  9. Preisträger des deutschen Solarindustriepreis 2008
  10. General-Anzeiger (Bonn) vom 29. Juni 2015, S. 20