Ulrich Noethen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ulrich Noethen, 2015

Ulrich Noethen (* 18. November 1959 in München; bürgerlich Ulrich Schmid) ist ein deutscher Theater - und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Noethen wuchs als jüngstes von fünf Kindern in einer Pfarrfamilie auf. Die Familie wohnte zunächst in Neu-Ulm an der Donau, wo der Vater Klaus-Peter Schmid Dekan in der evangelisch-lutherischen Kirche war. Später zog die Familie nach Augsburg. Er machte das Abitur am dortigen Gymnasium bei St. Anna. Zunächst studierte er für kurze Zeit Rechtswissenschaften, später jedoch Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ulrich Schmid nahm als Künstlernamen den Geburtsnamen seiner Mutter an (Noethen). Er heiratete die Schauspielerin Friederike Wagner, mit der er eine Tochter hat. Das Paar lebte − nach dreizehn Ehejahren − seit 2005 getrennt.[1] Seit 2009 ist die Ehe geschieden. Ulrich Noethen lebt mit Alina Bronsky und deren drei Kindern aus erster Ehe[2] in Berlin-Charlottenburg. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Noethen (2010)

Von 1985 bis 1987 gehörte er dem Ensemble der Städtischen Bühnen in Freiburg an. Daraufhin war er bis 1988 am Zelt-Ensemble Birach engagiert und wechselte dann für zwei Jahre ans Schauspiel Köln, wo er unter anderen unter der Regie von Frank Castorf und Max Färberböck arbeitete. Anschließend wechselte er zu den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Auf sich aufmerksam machte er dort durch seine Darstellungsleistungen in Inszenierungen von Faust, Tod und Teufel und Ein Sommernachtstraum. Als die Staatlichen Bühnen Berlin geschlossen wurden, wechselte er zum Film.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1995 konnte ihn dann zum ersten Mal ein größeres Publikum in der Fernsehserie Die Partner sehen. Er trat auf in Dominik Grafs hoch gelobter Tatort-Folge Frau Bu lacht (1995) und in Der Skorpion (1996). Für seine Rolle in Der Skorpion wurde er für den Goldenen Löwen als bester Nebendarsteller nominiert.

1997 wurde für Ulrich Noethen das Jahr seines Durchbruches als Filmschauspieler mit der Rolle des A-Cappella-Sängers und Arrangeurs Harry Frommermann im erfolgreichen Kinofilm Comedian Harmonists. Für die Rolle wurde er 1998 mit dem Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet sowie, zusammen mit Ben Becker, Heino Ferch, Heinrich Schafmeister, Max Tidof und Kai Wiesinger, mit dem Bayerischen Filmpreis. 1997 gewann er den Bayerischen Fernsehpreis als bester Schauspieler in Der Ausbruch und Busenfreunde.

Im Jahr 2000 verkörperte er neben Heike Makatsch, Rudolf Wessely und Jasmin Tabatabai den Theaterkritiker und Feuilletonisten Kurt Tucholsky in der Literaturverfilmung Gripsholm. 2001 spielte Noethen in Paul Maars Kinofilm Das Sams die Rolle des Herrn Taschenbier. Dem Genre Kino-Familienkomödie blieb er auch in den folgenden Jahren mit Rollen in Bibi Blocksberg (2002), Das fliegende Klassenzimmer nach Erich Kästner als Lehrer Dr. Johann 'Justus' Bökh (2003) und in der Fortsetzung von Das Sams Sams in Gefahr (2003) treu.

2004 wirkte er in Oliver Hirschbiegels Film Der Untergang in der Rolle des Heinrich Himmler mit, eine Rolle, die er 2007 in Dani Levys schwarzer Komödie Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler neben Helge Schneider, Sylvester Groth und Ulrich Mühe in völlig anderer Interpretation erneut besetzte. Ebenfalls 2004 sah man ihn im Fernsehdrama Der Boxer und die Friseuse als schwulen Starfriseur Fränki Laue. 2005 verkörperte er neben Matthias Schweighöfer und Meret Becker die Figur des Vaters in der Tragikomödie Polly Blue Eyes. Im gleichen Jahr erhielt er eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis für seine schauspielerische Kreation des undurchsichtig coolen Bent Peerson in Carlo Rolas ZDF-Mehrteiler Die Patriarchin mit Iris Berben in der Hauptrolle.

2005 sah man ihn in Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei als Kriegsheimkehrer Dr. Alexander Kielberg erneut neben Heino Ferch und Ulrich Tukur. Für die Rolle erhielt er den Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller. Am 2. Februar 2006 wurde er für seine Rolleninterpretationen in Die Luftbrücke, Der Boxer und die Friseuse, und Silberhochzeit als bester deutscher Schauspieler mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

2007 verkörperte er in Rainer Kaufmanns Kinofilm Ein fliehendes Pferd nach der gleichnamigen Novelle von Martin Walser an der Seite von Ulrich Tukur und Katja Riemann die Rolle des Ehemanns Helmut Halm. Er wurde dafür in der Kategorie bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis 2008 nominiert. 2009 war Ulrich Noethen als Kommissar Tabor Süden in zwei ZDF-Verfilmungen nach Friedrich Anis Kriminalromanen zu sehen. Für Kommissar Süden und der Luftgitarrist erhielt Noethen ebenso den Adolf-Grimme-Preis wie bereits zuvor für seine Hauptrolle in Hermine Huntgeburths Fernsehzweiteiler Teufelsbraten. Für seine Darstellung des französischen Monarchen Karl IX. in Jo Baiers Historienfilm Henri 4 (2009) war er für den Deutschen Filmpreis nominiert.

In Hannah Arendt (2012) stellte Noethen den Philosophen Hans Jonas dar. Seit 2014 spielt er in der Fernsehreihe Neben der Spur den Psychiater Dr. Jessen.[4] In der Literaturverfilmung Das Tagebuch der Anne Frank, die im Frühjahr 2015 gedreht wurde und am 3. März 2016 in die Kinos kam, spielt Noethen Annes Vater Otto Heinrich Frank.

Noethen ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS).[5]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988: Hamlet
  • 1989: Glaube, Liebe, Hoffnung
  • 1989: Liebe Jelena Sergejewna
  • 1990: Faust
  • 1990: Liebe Macht Tod
  • 1990: Tod und Teufel
  • 1991: Böhmen am Meer
  • 1992: Britannicus
  • 1992: Ein Sommernachtstraum
  • 2004: Die Wildente

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele und Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrich Noethen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Schmitz: Interviews – Goldene Kamera für den „Super Papa“. In: Bersenbrücker Kreisblatt. 8. März 2008, abgerufen am 10. August 2008.
  2. Eva Harm: Alina Bronsky. Die schreibende Hausfrau. In: FR. 29. August 2013, abgerufen am 18. September 2013.
  3. Eva Harm: Ulrich Noethen Ist wieder Vater geworden. In: Bunte. 29. August 2013, abgerufen am 15. September 2013.
  4. Presseportal: ZDF dreht dritten Thriller der Reihe „Neben der Spur“ mit Ulrich Noethen und Juergen Maurer, presseportal.de, Meldung vom 16. Juni 2015, abgerufen am 14. Dezember 2015
  5. BFFS-Mitgliederliste, Bundesverband Schauspiel, bffs.de abgerufen am 10. Dezember 2015
  6. Actors – Vita – Ulrich Noethen. In: die-agenten.de. 18. April 2008, abgerufen am 16. Oktober 2015.