Ulrich Nortmann

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Ulrich Nortmann (geb. 1956 in Treysa, einem Ortsteil von Schwalmstadt) ist ein deutscher Philosoph analytischer Ausrichtung und Inhaber einer Professur für Theoretische Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Saarbrücken.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf das Abitur in Kassel folgte ein Studium in Göttingen, das Nortmann 1981 mit dem Staatsexamen in den Fächern Mathematik und Philosophie abschloss. Anschließend studierte er zusätzlich Lateinische Philologie des Mittelalters. 1985 wurde er, ebenfalls in Göttingen, im Fach Philosophie promoviert, acht Jahre später habilitierte er sich für Philosophie an der Universität Bonn.

In seiner Dissertation entwarf Nortmann für deontische Modalitäten eine Umgebungssemantik im Lewis-Stil und untersuchte die dadurch erzeugte Logik beweistheoretisch und unter philosophischen Gesichtspunkten.[1] In seiner Habilitationsschrift und zahlreichen daran anknüpfenden Publikationen verfolgte er das Anliegen, die um Modalausdrücke angereicherte Syllogistik des Aristoteles, die „modale Syllogistik“, im Wesentlichen als ein Fragment einer modalen Prädikatenlogik im modernen Verständnis auszuweisen.[2] In der Mathematik und mathematischen Logik gilt Nortmanns Interesse vor allem der algebraischen Zahlentheorie (Thema seiner Examensarbeit war eine klassenkörpertheoretische Herleitung des biquadratischen Reziprozitätsgesetzes), der klassischen Beweistheorie im Gödel-Stil und deren Zusammenhang mit der (beweistheoretischen) Modallogik sowie der Grundlegung der Mathematik durch die ZFC-Axiomatik und denkbare Alternativen.[3] Im Bereich der Physik und der Wissenschaftsphilosophie der Naturwissenschaften befasst er sich mit Quantenmechanik und der ontologisch-erkenntnistheoretischen Deutung ihrer Theoreme.[4] Zu seinen Arbeitsgebieten gehören darüber hinaus die antike griechische Philosophie, mit Veröffentlichungen zu Platon und Aristoteles, ferner die Sprach- und die Kunstphilosophie, mit Veröffentlichungen zur Frege-Semantik und zu kognitiven Aspekten der Kunstrezeption.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nortmann, Deontische Logik ohne Paradoxien. Semantik und Logik des Normativen; München 1989.
  2. Nortmann, Modale Syllogismen, mögliche Welten, Essentialismus. Eine Analyse der Aristotelischen Modallogik; Berlin 1996.
  3. Nortmann, Im Kopf die Unendlichkeit. Fesselung und Entfesselung des Denkens durch Mathematik; Münster 2015.
  4. Nortmann, Unscharfe Welt? Was Philosophen über Quantenmechanik wissen möchten; Darmstadt 2008, 2009.
  5. Newen, Nortmann, Stuhlmann-Laeisz (Hg.), Building on Frege; Chicago 2001.
  6. Nortmann, Wagner (Hg.), In Bildern denken? München 2010.