Ulrich Pfeil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ulrich Pfeil (* 13. Mai 1966 in Hamburg) ist ein deutscher Historiker in Frankreich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Pfeil wuchs in Heide (Holstein) auf und machte 1985 das Abitur am Gymnasium Heide-Ost. Nach dem Wehrdienst studierte er von 1987 bis 1993 Erziehungswissenschaften, Französisch und Geschichte an der Universität Hamburg. Im Jahre 1989/90 war er als Fremdsprachenassistent in Lure in Frankreich tätig. Zwischen 1993 und 1995 absolvierte er das Referendariat am Elsensee-Gymnasium in Quickborn. Nach dem Zweiten Staatsexamen unterrichtete er 1995/96 am Gymnasium Bernau bei Berlin (Brandenburg).

Im Jahre 1995 wurde er im Fach Mittlere und Neuere Geschichte am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Universität Hamburg mit einer Dissertation zum Thema »Vom Kaiserreich ins Dritte Reich. Die Kreisstadt Heide/Holstein 1890-1933« promoviert. Von 1996 bis 2002 war Pfeil als DAAD-Lektor am Institut d’Allemand d’Asnières (Asnières-sur-Seine) der Universität Paris III (Sorbonne Nouvelle) tätig. Ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglichte es ihm im Jahre 2002, sich an der Universität Lille III zum Thema „Die ‚anderen‘ deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949-1990“ zu habilitieren. Zwischen 2002 und 2009 arbeitete er am Deutschen Historischen Institut Paris und nahm 2003 eine Gastprofessur am 1er cycle franco-allemand de Sciences Po Paris à Nancy wahr. Pfeil war von 2005 bis 2010 Professor für Deutschlandstudien an der Université Jean Monnet de Saint-Étienne. Zum 1. September 2010 erhielt er einen Ruf an die Universität Metz, die im Jahr 2012 in die Université de Lorraine aufgegangen ist.

Seine Forschungsschwerpunkte im Bereich der Neueren und Zeitgeschichte sind neben Studien zur deutschen[1] und französischen[2] Erinnerungskultur, die deutsch-französischen Beziehungen in Geschichte [3] und Aktualität [4], die Geschichte Europas, Deutschland im Kalten Krieg,[5] die Geschichte der deutschen und internationalen Historiographie und die Schleswig-Holsteinische Landesgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Publiziert hat er darüber hinaus über das Deutsch-Französische Schulgeschichtsbuch[6] Histoire/Geschichte[7]. Außerdem interessiert er sich für die Geschichte des Fußballs, ganz besonders[8] für die des FC Bayern München. Darüber hinaus schreibt er in der Presse zu aktuellen Fragen der deutsch-französischen Beziehungen[9] und der politischen Entwicklung in Frankreich[10].

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien
  • Vom Kaiserreich ins »Dritte Reich«. Heide 1890–1933. Im Eigenverlag, Heide 1997. Zugleich Dissertation in Hamburg 1995/1996.
  • Von der roten Revolution zur braunen Diktatur. Heide zwischen 1918 und 1935. Quellen, Texte und Abbildungen für die Sekundarstufe I. Herausgegeben von der GEW Heide. Heide 1997.
  • « Comme un coup de tonnerre dans un ciel d’été ». Französische Reaktionen auf den 17. Juni 1953. Verlauf – Perzeptionen – Interpretationen (= Kleine Schriftenreihe der Historischen Kommission zu Berlin. Heft 8). Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2003, ISBN 3-8305-0493-4.
  • Die »anderen« deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949–1990 (= Zeithistorische Studien des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Bd. 26). Böhlau, Köln 2004, ISBN 3-412-04403-2
  • Das Deutsche Historische Institut Paris und seine Gründungsväter: Ein personengeschichtlicher Ansatz. München 2007, ISBN 978-3-486-58519-3 (Digitalisat).
  • Vorgeschichte und Gründung des Deutschen Historischen Instituts Paris. Darstellung und Dokumentation. Thorbecke, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7995-7917-9.
  • mit Corine Defrance: Eine Nachkriegsgeschichte in Europa 1945–1963 (= Deutsch-Französische Geschichte, Bd. 10). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-14708-3.
  • mit Corine Defrance: Entre guerre froide et intégration européenne. Reconstruction et rapprochement 1945–1963 (= Histoire franco-allemande), Bd. 10, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2012, ISBN 978-2-7574-0344-0.
  • mit Corine Defrance: 50 Jahre Deutsch-Französisches Jugendwerk / L’Office franco-allemand pour la jeunesse a 50 ans, hg. vom DFJW, Berlin, Paris 2013, ISBN 978-2-36924-000-6.[11]
Herausgeberschaft

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Pfeil, »Nicht alle Deutschen haben ein Herz aus Stein«. Über das Bild des deutschen Widerstandes in Frankreich nach 1945, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 27/2004, S. 23–30 (PDF; 442 kB).
  2. Ulrich Pfeil, Kriegsende in Frankreich, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16-17/2015, S. 21–27
  3. Ulrich Pfeil, Der Élysée-Vertrag
  4. Ulrich Pfeil, Zum Stand der deutsch-französischen Beziehungen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 48/2016, S. 34–38
  5. Ulrich Pfeil, Die Suezkrise, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 17-18/2006, S. 32–38.
  6. Reiner Marcowitz, Ulrich Pfeil (Hg.), Gemeinsames Geschichtsbuch; Dossier zum 1. Band in Dokumente 5/2006
  7. Corine Defrance, Reiner Marcowitz, Ulrich Pfeil (Hg.), Histoire/Geschichte 2; Eckert.Dossier
  8. Ulrich Pfeil, Le Bayern de Munich (PDF; 1,0 MB)
  9. Ulrich Pfeil, Deutschland, Frankreich und die Ukraine. Die europäische Friedensordnung als Sache der Europäer, in: Der Tagesspiegel, 18.3.2015
  10. Ulrich Pfeil, Fußball-EM in Frankreich. Märchen oder Albtraum, in: Handelsblatt, 20.6.2016.
  11. http://www.ofaj.org/sites/default/files/flipbook/L_Office_franco-allemand_pour_la_Jeunesse_a_50_ans/index.html#20