Ulrich Teichler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ulrich Teichler (* 23. Juli 1942 in Stettin) ist ein deutscher Soziologe und Hochschulforscher.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Teichler absolvierte das Ratsgymnasium Minden, studierte Soziologie an der Freien Universität Berlin, legte die Prüfung zum Diplomsoziologen ab und arbeitete danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. An der Universität Bremen wurde er mit einer Arbeit über Bildung und Statusdistribution in Japan zum Dr. phil. promoviert.

Seit 1978 ist Ulrich Teichler Professor für Berufs- und Hochschulforschung an der Universität Kassel. Er lehrte an Hochschulen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, in Japan, den USA und Argentinien. Teichler hatte Professuren an der Northwestern University, am Europakolleg und an der Universität Hiroshima. In seiner Forschung beschäftigt er sich vor allem mit den Themen Hochschule und Beruf, Struktur des Hochschulwesens sowie internationale Kooperation und Mobilität.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist Ulrich Teichler in wissenschaftspolitischen Gremien tätig. Seit 1988 ist er Mitglied des Board of Gouvenors des Consortium of Higher Education Researchers (CHER), wo er 1988/1989 Sekretär und von 1992 bis 1998 Vorsitzender war. Seit 1992 ist Teichler Direktor des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung (INCHER-Kassel). Von 1997 bis 2001 war er Präsident der European Higher Education Society (EAIR). Er ist Mitglied der Academia Europaea und der International Academy of Education.

Teichler ist Herausgeber, Mitherausgeber oder Beiratsmitglied mehrerer deutscher und internationaler Zeitschriften wie „Das Hochschulwesen“, „Hochschulausbildung“, „European Journal of Education“, „American Journal of Education“, „South African Journal of Higher Education“ und „Asien“.

Ulrich Teichler ist mit Yoko Teichler-Urata verheiratet. Sie haben zwei Söhne.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Teichler hat etwa 1000 Publikationen veröffentlicht, darunter Monografien und wissenschaftliche Artikel als Einzelautor, Mitautor und Herausgeber. Seine Arbeiten wurden in mehrere europäische und asiatische Sprachen übersetzt.

  • Hochschulstrukturen im Umbruch. Eine Bilanz der Reformdynamik seit vier Jahrzehnten. Campus, Frankfurt am Main, New York 2005, ISBN 3-593-37976-7.
  • Hochschulsysteme und Hochschulpolitik. Quantitative und strukturelle Dynamiken, Differenzierungen und der Bologna-Prozess. Waxmann, Münster 2005, ISBN 3-8309-1566-7.
  • Higher Education Systems. Conceptual Frameworks, Comparative Perspectives, Empirical Findings. Sense Publishers, Rotterdam, Taipei 2007, ISBN 978-90-8790-137-0.
  • Die Internationalisierung der Hochschulen. Neue Herausforderungen und Strategien. Campus, Frankfurt am Main, New York 2007, ISBN 978-3-593-38346-0.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Forschungspreis des US-amerikanischen Council on International Educational Exchange (CIEE)
  • 1998: Comenius-Medaille der UNESCO
  • 2006: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Turku, Finnland
  • 2008: Erasmus-Sonderpreis[1]
  • 2008: Erstmalige Verleihung des Ulrich-Teichler-Preises durch die Gesellschaft für Hochschulforschung als Nachwuchspreis in den Kategorien „Beste Dissertation“ und „Beste Abschlussarbeit“[2]

Festschriften zu Ehren von Ulrich Teichler

  • 2002: Jürgen Enders, Oliver Fulton (Hrsg.): Higher Education in a Globalising World. International Trends and Mutual Observation. Springer, Berlin 2002, ISBN 1-402-00863-5. (englisch)
  • 2008: Barbara M. Kehm (Hrsg.): Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand. Campus, Frankfurt am Main, New York 2008, ISBN 978-3-593-38746-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Teichler mit ERASMUS Sonderpreis 2008 ausgezeichnet, Informationsdienst Wissenschaft, 3. Juli 2008
  2. Gesellschaft für Hochschulforschung: Erstmals Nachwuchspreise vergeben, Informationsdienst Wissenschaft, 16. Mai 2008