Ultra (Kryptologie)

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Ein von Berlin an die Heeresgruppe Kurland am 14. Februar 1945 mithilfe der Lorenz-Schlüsselmaschine verschlüsselt gesendetes Funkfernschreiben, das in B.P. als Tunny-Nachricht entziffert und ausgewertet wurde und so ein Teil von Ultra wurde.

Ultra (von lat.: jenseits; Schreibweise gelegentlich auch: ULTRA) war die Tarnbezeichnung für die nachrichtendienstlichen Informationen, die das britische Militär während des Zweiten Weltkriegs aus der Entzifferung und Auswertung des verschlüsselten geheimen deutschen Nachrichtenverkehrs gewinnen konnte. Dazu gehörten hauptsächlich die durch die britischen Funkabhörstellen (Y Stations) abgefangenen und im englischen Bletchley Park (B.P.) entzifferten Enigma-Funksprüche der Wehrmacht und ihre dort ebenfalls gebrochenen SZ42-Funkfernschreiben mit teilweise kriegswichtigen strategischen Informationen.

Die Bezeichnung Ultra wurde auch vom amerikanischen Geheimdienst so übernommen und leitet sich aus der Überlegung ab, dass diese Informationen als äußerst wichtig einzuschätzen waren und unter allen Umständen geheim gehalten werden mussten und somit eine Geheimhaltungsstufe noch über der damals höchstverfügbaren Most Secret (deutsch: "Streng geheim") geschaffen werden musste. Sie wurden deshalb als „Ultra-geheim“ klassifiziert. Die Amerikaner bezeichneten ihrerseits von den Japanern gewonnenes Material als Magic.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frederick William Winterbotham: The Ultra Secret. Weidenfeld and Nicolson, London 1974.
  • James & Suzanne Pool: Hitlers Wegbereiter zur Macht: Die geheimen deutschen und internationalen Geldquellen, die Hitlers Aufstieg zur Macht ermöglichten, Bern / München 1979, S. 267 ff., 291 f. DNB