Umarex

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Umarex GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1972
Sitz Arnsberg, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Wulf-Heinz Pflaumer
  • Franz Wonisch
  • Eyck Pflaumer
  • Martin Wonisch
Mitarbeiterzahl 842
Umsatz 159,5 Mio. Euro[1]
Branche Waffen
Website www.umarex.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die Umarex GmbH & Co. KG ist ein mittelständischer, inhabergeführter Waffenhersteller mit Sitz in Arnsberg (Stadtteil Neheim) im Hochsauerlandkreis. Umarex ist Teil der PW Group (früher Umarex-Unternehmensgruppe).

Zur PW Group gehören zum Beispiel auch die Firma Laserliner, die Lasermessgeräte herstellt, und der Sportwaffenhersteller Carl Walther. Die PW Group besitzt auch die Lizenzrechte an der Firma Hämmerli. Ein weiterer Tätigkeitsbereich der Unternehmensgruppe ist der Betrieb von Ladengeschäften und Kiosken unter der Marke PW STORE (bis 2013: PW TOBACCO), nicht zuletzt zum Vertrieb der Produkte der Firma Umarex.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 wurde das Unternehmen als „UMA Mayer & Ussfeller GmbH“ gegründet. Sie stellten Gas- und Signalwaffen her. Ab 1978 kamen auch Druckluftwaffen hinzu. Bei der Übernahme der „Reck Sportwaffenfabrik Karl Arndt“ im Jahr 1979 veränderte sich der Name zunächst zu UMARECK, später dann UMAREX. Das Ziel des Unternehmens war die Herstellung von möglichst originalgetreuen Replika-Waffen.

Der eigentliche Erfolg begann im Jahre 1978 mit der RECK PK 800. Diese Gas-Signal-Waffe war die nahezu perfekte Replika der berühmten Walther PPK. Heute ist Umarex der größte Druckluftwaffen-Importeur in Europa und weltgrößter Hersteller von Replikas. Lizenzen zum Bau der Gas-Signal- und CO2-Waffen erwarb Umarex von internationalen Waffenherstellern wie zum Beispiel Smith & Wesson und Carl Walther.

Im Jahr 1993 übernahm Umarex die traditionsreiche Firma Carl Walther. Im Jahr 2006 erwarb die Firma außerdem die Rechte des ehemals Schweizer Sportwaffenherstellers Hämmerli von der L&O Group (Lüke & Ortmeier-Gruppe) mit Sitz in Emsdetten sowie 2008 die Lizenzrechte für freie Waffen der Firma Heckler und Koch.

1996 wurde die amerikanische Niederlassung Umarex USA in Fort Smith (Arkansas) gegründet.[2]

Im Jahre 2010 wurde die Waffensparte des Spannwerkzeugherstellers Röhm aus Sontheim/Brenz übernommen (Schreckschuss- und Druckluftwaffen sowie LTS-Lichtwaffen-Technik).[3] Das Unternehmen Umarex beschäftigt damit insgesamt etwa 840 Mitarbeiter und setzt unter Einschluss der Tochtergesellschaften jährlich rund 160 Millionen Euro um.

Die Pläne für das in Arnsberg-Voßwinkel geplante neue Logistikzentrum, das die drei Lagerstandorte in Arnsberg-Neheim und ein Lager in Werl ersetzen sollte, ruhen momentan. Wegen großer Absatzprobleme in den USA, bedingt durch dortige Engpässe bei Kleinkaliber-Munition, und wegen Exportbeschränkungen durch die deutschen Bundesbehörden in einige Länder wurde Ende 2014 der Anteil der seit 2008 beschäftigten Zeitarbeiter reduziert, einige Zeitarbeiter aber auch fest eingestellt. Um sich unabhängiger vom klassischen Waffengeschäft zu machen, will Umarex zukünftig verstärkt auch hochwertige Freizeitprodukte und Zubehör für behördliche Sicherheits-, Einsatz- und Rettungskräfte verkaufen.[4]

Ende September 2015 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Tochterfirma Carl Walther wegen der illegalen Ausfuhr von Pistolen nach Kolumbien ermittelt.[5] Am 27. September 2017, also nach fast genau zwei Jahren, meldete die Staatsanwaltschaft Stuttgart über dpa die Einstellung des Verfahrens: Die nach Kolumbien ausgelieferten Kleinkaliber-Waffen seien „ohne militärische Bedeutung“ und der Export daher nicht genehmigungspflichtig gewesen.[6]

Im Februar 2020 ging ein Prozess zu Ende, weil ein Mitarbeiter von Umarex in Arnsberg von 2015 bis Frühjahr 2019 Bauteile für mindestens 70 Pistolen (55 P 22 und 15 P 38) vom Werksgelände herausgeschmuggelte, zusammengebaute und verkaufte. Er hatte Pistolenteile teilweise unter Bauteilen versteckt, die er für seine Heimarbeitstätigkeiten mit nach Hause nehmen durfte. Weil seit 2016 Polizisten in NRW immer wieder nicht registrierte und gekennzeichnete schussfähige P 22 beschlagnahmten, deutete dies auf das Umarex-Werk als Quelle hin. Die Sicherheitsvorkehrungen im Werk wurden verstärkt. Der Mitarbeiter schmuggelte nun in einer Thermoskanne und einer Geldbörse Pistolenläufe, Griffstücke und andere Bauteile durch die Kontrollen, bis er schließlich doch gefasst wurde. Neben dem Umarex-Mitarbeiter waren vier Zwischenhändler angeklagt. Der Umarex-Mitarbeiter verkaufte die Pistolen für 250 bis 300 Euro. Für den dreifachen Preis erfolgte der Weiterverkauf durch die Zwischenhändler. Der Mitarbeiter wurde zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Der Hauptzwischenhändler, Dreh- und Angelpunkt der Waffenverkäufe, erhielt vier Jahren und neun Monate. Ein anderer Zwischenhändler bekam acht Jahre Haftstrafe wegen bewaffneten Drogenhandel, unter anderem fand man bei ihm sieben Kilo Marihuana und 47.000 Euro Bargeld. Zwei kleinere Zwischenhändler wurden zu Bewährungstrafen und Bußgeldern verurteilt.[7][8]

Marken und Lizenzrechte (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesanzeiger: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017, abgerufen am 28. September 2019
  2. Westfälische Rundschau, Lokalteil Arnsberg, Ausgabe vom 12. August 2008
  3. UMAREX übernimmt Waffensparte von Röhm. In: Deutsches Waffen-Journal, Internetausgabe vom 23. Dezember 2009, abgerufen am 31. März 2013
  4. Westfalenpost vom 16. März 2015
  5. Südwestpresse vom 24. September 2015
  6. Heilbronner Stimme vom 27. September 2017
  7. Waffenteile aus Fabrik im Sauerland gestohlen: Pistolen für 250 Euro verkauftSauerlandkurier vom 17. Oktober 2019, abgerufen am 15. Februar 2020
  8. Umarex Prozess: Ex-Mitarbeiter geht für vier Jahre in HaftWAZ vom 13. Februar 2020, abgerufen am 15. Februar 2020