Umerziehung

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Der Begriff Umerziehung wird und wurde in verschiedenen Zusammenhängen benutzt.

Reeducation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich US-amerikanische Bezeichnung Reeducation, später Reorientation bzw. Re-Orientation, war der Oberbegriff für die Programme im Zusammenhang mit der Entnazifizierung zur Überwindung des Nationalsozialismus. Das Programm hieß „Reconstruction“ bei den Briten, „mission civilisatrice“ bei den Franzosen und „antifaschistisch-demokratische Umgestaltung“ in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der späteren DDR.[1][2][3][4]

Die Neue Zeitung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Besatzungszone herausgegeben und war von ihren amerikanischen Herausgebern auch als Mittel zur politischen Umerziehung gedacht.

Jugendhilfe in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spezialheime bildeten eine eigene Organisationsstruktur innerhalb des Heimsystems der Jugendhilfe in der DDR. Aufgabe der Spezialheime war die Umerziehung von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren, die als schwererziehbar eingestuft worden waren.[5][6][7]

Der Jugendwerkhof war eine Einrichtung im System der Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Aufgabe des Jugendwerkhofes war die Umerziehung „mit dem Ziel der Heranbildung vollwertiger Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft und bewusster Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.“[8][9]

Ideologische Umpolung mit Hilfe von Druckmitteln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde teils behauptet, die Konzentrationslager dienten der „Umerziehung“.
  • Das Pitești-Experiment des rumänischen Geheimdienstes in den Jahren 1949 bis 1952.

Linkshänder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit der vorwiegend früher weit verbreiteten Umerziehung von Linkshändern zu Rechtshändern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tent, J. F. (1982). Mission on the Rhine:" Reeducation" and Denazification in American-Occupied Germany. University of Chicago Press.
  2. Pronay, N., & Wilson, K. M. (Eds.). (1985). The Political re-education of Germany & her allies after World War II. Taylor & Francis.
  3. Gerhardt, U. (1996). A Hidden Agenda of Recovery: The Psychiatric Conceptualization of Re-education for Germany in the United States during World War II. German History, 14(3), 297-324.
  4. Fisher, J. (2007). Disciplining Germany: Youth, Reeducation, and Reconstruction after the Second World War. Wayne State University Press.
  5. Verena Zimmermann: „Den neuen Menschen schaffen“, die Umerziehung von schwererziehbaren und straffälligen Jugendlichen in der DDR (1945-1990). Böhlau, Köln / Weimar 2004, ISBN 3-412-12303-X (Dissertation Uni München 2000).
  6. Sachse, C. (2013). Ziel Umerziehung: Spezialheime der DDR-Jugendhilfe 1945-1989 in Sachsen. Leipziger Universitätsverlag.
  7. Jachertz, N. (2012). Spezialheime in der DDR: Die gewaltsame Umerziehung in der DDR hinterließ viele traumatisierte Opfer. Deutsches Arzteblatt-Arztliche Mitteilungen-Ausgabe A, 109(26), 1367.
  8. Jahn, U. (2010). Jugendwerkhöfe in der DDR. Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.
  9. Krausz, D. (2009). Die Umerziehung schwererziehbarer und krimineller Jugendlicher in den Jugendwerkhöfen der DDR: Methoden einer Erziehungsdiktatur. Diplomarbeiten Agentur.