Umweltbonus

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Ein Umweltbonus ist ein finanzieller Bonus zur Verbesserung der Umweltqualität oder für Leistungen im Umweltschutz.

Kaufprämie für Elektroautos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als bekanntes Beispiel gilt die Prämie für die Neuanschaffung von Elektrofahrzeugen, aufladbaren Hybridelektrokraftfahrzeugen und Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen zur Förderung der Elektromobilität, die seit dem 2. Juli 2016 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden kann.

Ziel dieser Kaufprämie ist laut der am 29. Juni 2016 veröffentlichten Förderrichtlinie[1] der Bundesregierung, die schnelle Verbreitung elektrisch betriebener Fahrzeuge zu unterstützen (Marktaktivierung): „Dadurch wird ein nennenswerter Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft bei gleichzeitiger Stärkung der Nachfrage nach umweltschonenden Elektrofahrzeugen um mindestens 300.000 Fahrzeuge geleistet.“[2]

Den Umweltbonus können Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereinen beantragen. Es werden nur Kauf oder Leasing neuer Fahrzeuge gefördert, die ab dem 18. Mai 2016 erworben sowie (erst-)zugelassen wurden und mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben. Das Modell muss sich auf einer vom Amt veröffentlichten Liste förderfähiger Fahrzeuge befinden. Auch Nutzfahrzeuge N1 und N2 werden gefördert.

Der Bund zahlt einen Anteil am Umweltbonus von 2000 Euro für ein Batterieelektrofahrzeug bzw. Brennstoffzellenfahrzeug und 1500 Euro für ein von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug. Der Hersteller des Fahrzeugs muss dem Käufer mindestens den gleichen Betrag als Nachlass gewähren, damit die Förderung bewilligt wird.

Für den Umweltbonus sind Bundesmittel von 600 Millionen Euro vorgesehen. Die Förderung endet nach vollständiger Auszahlung oder Ende 2020. Bis Januar 2017 wurden 10.835 Anträge gestellt, über 5000 Anträge kamen von Privatpersonen, 74 von kommunalen Betrieben oder Zweckverbänden.[3]

Als Kritik wurde im Jahr 2016 vorgebracht, dass die umweltfreundlicheren weil leichteren Leichtelektromobile sowie (elektrisch unterstützte) Fahrräder und Lastenfahrräder nicht gefördert werden.[4]

Mit der Umstellung auf den WLTP-Prüfzyklus nahm man zum 1. September 2018 viele Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge von der Liste der Förderfähigen Fahrzeuge, bis eine erneute Prüfung die Förderfähigkeit bestätigt.[5] Fahrzeuge dieser Art mit einer Zulassung nach dem 31. August 2018 sind nicht förderfähig, sie müssen mit einer Ausnahmegenehmigung des KBA versehen sein.[6]

Da bis Ende Januar 2019 (Kabinett Merkel IV) erst 177,945 Millionen Euro abgerufen wurden,[7] im Mai waren es erst 400 Mio € von 1,2 Milliarden € im dafür vorgesehenen Fördertopf;[8] verlängerte man die Förderung im Juni 2019 bis Ende Dezember 2020. Gefördert wird neu auch der Einbau akustischer Warnsignale in E-Autos (Acoustic Vehicle Alerting System – AVAS).[9]

Aktionen im Umfeld ohne direkten Bezug zur Kaufprämie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für einen Umweltbonus im Verkehr ist die Staffelung von Steuern oder Gebühren je nach Schadstoffemission, diskutiert etwa bei der PKW-Maut in Deutschland,[10] oder die Zahlung eines Ökobonus an LKW-Spediteure für die Nutzung von Meeresautobahnen.

Seit Anfang August 2017 bieten Automobilhersteller einen Umweltbonus für Dieselfahrzeuge mit Euro Abgasnorm 1–4[11]. Die Altfahrzeuge werden verschrottet oder in Zahlung genommen, die Kosten für das neue Fahrzeug (Kauf, Finanzierung, Leasing) werden in Abhängigkeit des Modells[12] durch den Automobilhersteller finanziell gefördert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Umweltprämie wurde die umstrittene Abwrackprämie im Jahr 2009 für die Verschrottung alter Autos bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Scheremet: Bekanntmachung Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Umweltbonus) im Bundesanzeiger. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 29. Juni 2016, abgerufen am 20. Februar 2017.
  2. Zitiert nach BAFA: Umweltbonus des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), BAFA-Website mit Link zur Liste förderfähiger Fahrzeuge (PDF), 18. Juli 2016, abgerufen am 20. Februar 2017.
  3. BAFA-Zwischenbilanz zum letzten Monatswechsel, aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Fahrzeugen, abgerufen am 20. Februar 2017.
  4. Kleine Anfrage der Grünen an den Bundestag, Krischer, Kühn, Gastel, Drucksache 18/10001 mit Antwort (PDF), 18. Oktober 2016, abgerufen am 20. Februar 2017.
  5. Änderung der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge (Plug-In Hybride) aufgrund der Umstellung des Messverfahrens nach WLTP zum 1. September 2018
  6. Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge
  7. Regierung denkt über Umweltbonus-Verlängerung nach
  8. Regierung prüft höhere Kaufprämie für E-Autos, Tagesspiegel, 15. Mai 2019, abgerufen am 24. Juni 2019.
  9. E-Autos: Berlin verlängert Kaufprämie bis 2020, Zdf.de, 31. Mai 2019, abgerufen am 24. Juni 2019.
  10. Umweltbonus für sparsame Autos, die taz, 5. Januar 2014, abgerufen am 20. Februar 2017.
  11. Umweltprämie für alte Dieselautos: So geht’s | autozeitung.de. In: autozeitung.de. (autozeitung.de [abgerufen am 11. August 2017]).
  12. Umweltbonus Übersicht nach Hersteller und Modell. Abgerufen am 8. November 2017.