Uncle Tom

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Als Uncle Tom (engl. für Onkel Tom) werden abwertend Afroamerikaner bezeichnet, die sich freiwillig einer weißen Autoritätsperson unterordnen. Dieser Begriff stammt von der Titelfigur des Romans Onkel Toms Hütte (engl. Uncle Tom’s Cabin) von Harriet Beecher Stowe, obwohl darüber gestritten wird, ob sich die Hauptperson selbst in einer solchen Weise verhält.[1]

In der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung wurde dieser Ausdruck oft für gemäßigte Bürgerrechtssprecher benutzt. Unter anderem wurden Booker T. Washington von W.E.B. Du Bois und Martin Luther King von Malcolm X als Onkel Tom bezeichnet. Der Film Addio, Onkel Tom! spielt ebenfalls auf diese Begriffsnutzung an.

Ein vergleichbarer Terminus ist der Begriff "House Negro" (oder auch "House Nigger"). In seiner Rede Message to the Grass Roots (1963) erläuterte der Aktivist Malcolm X den Begriff: Die Sklaven unterschieden sich von den Feldarbeitern und denen, die im Haus dienten. Diese hätten kein Interesse an der Veränderung ihrer Gesamtsituation, da es ihnen vergleichsweise gut ginge und sie sich mit ihrem Master identifizierten[2]

Im Spielfilm Malcolm X wird der Begriff erläutert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A New Look at “Uncle Tom’s Cabin”, The Tavis Smiley Show, 29. November 2002 (englisch).
  2. Malcolm X, George Breitman (ed.) [1965]: Malcolm X Speaks. Grove Weidenfeld, New York 1990, ISBN 0-8021-3213-8, S. 10–12.