Und täglich grüßt das Murmeltier

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Filmdaten
Deutscher Titel Und täglich grüßt das Murmeltier
Originaltitel Groundhog Day
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Harold Ramis
Drehbuch Danny Rubin, Harold Ramis
Produktion Trevor Albert
Musik George Fenton
Kamera John Bailey
Schnitt Pembroke J. Herring
Besetzung
Synchronisation

Und täglich grüßt das Murmeltier (Originaltitel: Groundhog Day) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1993. Bill Murray spielt darin einen arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann. Regie führte Harold Ramis.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phil Connors ist ein TV-Wetteransager aus Pittsburgh, dem es davor graut, seiner alljährlichen Verpflichtung nachzukommen, von einem Ritual in der Kleinstadt Punxsutawney, Pennsylvania, zu berichten, da er sich zu Höherem berufen fühlt. Gemeinsam mit Rita, seiner neuen Aufnahmeleiterin, und einem Kameramann fährt er am 1. Februar nach Punxsutawney, wo man den 2. Februar als den Tag des Murmeltiers begeht. Phil kommt mies gestimmt im Ort an und die Menschen dort gehen ihm auf die Nerven, auch sein Team. Am nächsten Morgen hat sich seine Laune nicht gebessert. Er empfindet es als erniedrigend, ausgerechnet einen TV-Beitrag über ein Murmeltier drehen zu müssen, und möchte möglichst schnell wieder weg. Weil aber der Highway durch einen aufziehenden Schneesturm blockiert wird, ist Phil nach der Veranstaltung gezwungen, noch einmal dort zu übernachten.

Ausgerechnet hier beginnt sein Tag nun immer neu mit den gleichen Ereignissen: Jeden Morgen um 6 Uhr erwacht er, und es ist immer wieder aufs Neue der 2. Februar. Abgesehen davon, dass er Punxsutawney wegen des Sturms nie verlassen kann, kann Phil diesen Tag so verbringen, wie er es wünscht; niemand außer ihm merkt, dass sich der Murmeltiertag ständig wiederholt. Phil ist zunächst ungläubig und zweifelt an seinem Verstand; doch bald beginnt er sein Wissen darüber für sich zu nutzen, um sich ein extravagantes Leben voller Vergnügungen, Geld und Frauen zu verschaffen.

Als er aber versucht, seine Arbeitskollegin Rita zu verführen, landet er Tag um Tag einen Fehlversuch. Schließlich stellt sich bei ihm Überdruss ein und er beginnt zu verzweifeln. Er begeht auf vielerlei Weisen Selbstmord, keine aber kann das Phänomen des sich endlos wiederholenden Tages beenden – stets wacht er von neuem um sechs Uhr in seinem Hotelzimmer auf. Er vertraut sich Rita an, und einer ihrer Ratschläge hilft ihm, in seinem festgefahrenen Leben Schritt für Schritt andere Ziele zu finden: Phil beginnt, seine Tage sinnvoll zu verbringen und sich zu bilden. Dabei muss Phil jeden Tag Ritas Vertrauen von neuem gewinnen, da er sich in sie verliebt hat. Phil wird zu einem Wohltäter für andere und kann fast jedem in der Stadt zu einem besseren Tag verhelfen. Lediglich einen altersschwachen obdachlosen Mann kann er bei keinem seiner Versuche vor dem Tod bewahren.

Dabei gelingt es Phil, sich schrittweise selbst zu einem besseren, selbstloseren Menschen zu wandeln, indem er diese Wiederholungstage für eine Art Selbsterziehung nutzt. Er entwickelt dabei allerhand Fähigkeiten – zum Beispiel fröhliches Jazzklavier-Spielen oder das Schnitzen von Eisskulpturen – und findet auch zu größerer Empathie. All das lässt ihn zu einem geschätzten und beliebten Mann werden; er findet die Liebe mit Rita und die Zeitschleife endet – endlich wacht er an dem lange ersehnten 3. Februar im von ihm schon gehassten Bett auf, diesmal an der Seite von Rita. Die beiden beschließen, nach Punxsutawney zu ziehen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Motiv der Zeitschleife, in dem sich der Protagonist immer und immer wieder findet, ist inspiriert vom Roman „Replay“ (deutsch: Replay – Das zweite Spiel) des Science-Fiction-Autors Ken Grimwood aus dem Jahre 1986.

Seit 1887 wird in Punxsutawney am 2. Februar (also am katholischen Feiertag Mariä Lichtmess) alljährlich der Murmeltiertag (Groundhog Day) unter großer medialer Anteilnahme gefeiert. Erwacht das Tier an diesem Tag und wirft einen Schatten, soll es sechs weitere Wochen winterlich bleiben; ist – wetterabhängig – kein Schatten sichtbar, dann sei der Frühling nahe. Das besagt dort eine Wetterregel, die angeblich auf deutsche Einwanderer zurückgeht.

In den letzten 119 Jahren sah Punxsutawney Phil 96-mal seinen Schatten, 15-mal war das nicht der Fall – zuletzt 2016 (für neun Jahre liegen keine Aufzeichnungen mehr vor).

Die Besucherzahlen des Murmeltiertags stiegen nach dem Film auf das Vierfache.

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Woodstock Opera House, im Film das Hotel von Punxsutawney
Woodstock, Illinois. Im Film trifft Phil hier auf seinen ehemaligen Schulkamerad Ned.

Die Dreharbeiten fanden nicht in Punxsutawney, Pennsylvania, sondern im rund 970 Kilometer entfernten Woodstock, Illinois, in der Nähe von Chicago statt. Einer der Gründe: Das tatsächliche Murmeltier-Ritual wird in Punxsutawney nicht wie im Film mitten in der Stadt, sondern auf einer Waldlichtung etwa einen Kilometer außerhalb abgehalten. Woodstock schien den Produzenten des Films „einfach einen passenden Eindruck“ zu machen.

Die Dreharbeiten dauerten von Januar bis April 1992. Einige Szenen wurden gedreht, als es draußen ziemlich kalt war. Daraufhin brachten Leute aus der Stadt der Filmmannschaft Heizgeräte. Nach dem Filmerfolg feiert die Stadt nun selbst jedes Jahr die Groundhog Days. Die Einwohner von Woodstock haben sich mittlerweile analog zum Original Punxsutawney Phil auch ihr eigenes Murmeltier namens Woodstock Willie zugelegt. Außerdem werden Führungen zu den Schauplätzen des Films angeboten. Die Außenaufnahmen wurden hauptsächlich im historischen Stadtkern rund um den zentralen Woodstock Square aufgenommen. Die Pension, in der Phil Connors wohnte, ist ein Wohnhaus, das einige hundert Meter von der Stadtmitte entfernt am südlichen Ende der Madison Street liegt.

Regisseur Harold Ramis ist in einem kurzen Auftritt als Neurologe zu sehen, der Phil die Röntgenbilder seines Kopfes erklärt, auf denen keine krankhaften Veränderungen zu erkennen sind.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(in der Reihenfolge des Filmlaufs)

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand 1993 unter der Dialogregie von Arne Elsholtz durch die Synchronfirma Film- & Fernseh-Synchron GmbH in München. Elsholtz schrieb auch das Dialogbuch.[2][3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Phil Connors, Wetteransager Bill Murray Arne Elsholtz
Rita, Phils Produzentin Andie MacDowell Ulrike Möckel
Larry, Kameramann Chris Elliott Axel Malzacher
Ned Ryerson, Phils alter Bekannter Stephen Tobolowsky Ivar Combrinck
Buster Green, Vorsitzender des Murmeltiertages Brian Doyle-Murray Walter Reichelt
Mrs. Lanchester, Pensionswirtin Angela Paton Inge Solbrig
Nancy Taylor, Phils Date im Restaurant Marita Geraghty Simone Brahmann
Gus, Mitfahrer bei Phil Rick Ducommun Ekkehardt Belle
Neurologe Harold Ramis Fritz von Hardenberg
Kenny, Phils Assistent Willie Garson Frank Röth

Im Jahr 2014 ließ der Sender Arte für seine Fernsehausstrahlung eine deutschsprachige Audiodeskription produzieren.[4] Die Bildbeschreibungen werden von Daniela Mohr gesprochen.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein außergewöhnliches Werk der moralisch ausgerichteten Literatur ist zum Beispiel die scheinbar unbedeutende Komödie Und täglich grüßt das Murmeltier. Es präsentiert uns einen Charakter, der aus dem normalen Leben herausgenommen werden muss, damit er entdecken kann, dass er sein Leben abseits von sich selber lebt.“

– Transparency Now[6]

„Wenn ich einen Lieblingsfilm anführen sollte, dann würde ich wahrscheinlich Und täglich grüßt das Murmeltier angeben. Das ist eine Komödie, ein Fantasy-Film, eine Romanze und eine moralische Fabel, in der ein zynischer Mann von den Beschränkungen, die sein Leben prägen, erlöst wird.“

– Apex[7]

„Eine auf einer höchst originellen Idee basierende Komödie, die die tragische Komponente zwar außer acht läßt, dafür aber zahlreiche hübsche Gags bietet. Souveräne Darstellerleistungen gleichen die eher mäßige Inszenierung weitgehend aus.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußumriss von Bill Murray

British Comedy Awards 1993

  • British Comedy Award in der Kategorie Beste Komödie

MTV Movie Awards 1993

  • MTV Movie Award in der Kategorie Bester Darsteller in einer Komödie für Bill Murray

Saturn Award 1994

  • Saturn Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Andie MacDowell
  • Nominiert in der Kategorie Bester Fantasy-Film
  • Nominiert in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Bill Murray
  • Nominiert in der Kategorie Bestes Kostüm für Jennifer Butler
  • Nominiert in der Kategorie Beste Regie für Harold Ramis
  • Nominiert in der Kategorie Bestes Drehbuch für Danny Rubin, Harold Ramis

BAFTA Awards 1994

BMI Film & TV Awards 1994

Hugo Awards 1994

  • Hugo in der Kategorie Beste dramatische Vorführung

London Critics Circle Film Awards 1994

National Film Preservation Board 2006

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Film ist es am Groundhog Day um 6:00 Uhr morgens bereits hell. Tatsächlich geht in Punxsutawney am 2. Februar die Sonne aber erst gegen 7:20 Uhr auf, so dass es noch ziemlich dunkel sein müsste.
  • Das Klavierstück, das Phil während der Zeitschleifen erlernt, ist ein Ausschnitt aus Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini, das, wie die Credits von Und täglich grüßt das Murmeltier extra ausweisen, aus dem Film Somewhere in time (1980, dt. Ein tödlicher Traum) übernommen wurde.
  • Der Film spielte in den USA ca. 70,9 Millionen US-Dollar ein.
  • Das Zitat „Der Winter, der im Freien schlummert …“, das Phil dem Mann im Flur der Pension vorträgt, stammt aus dem Gedicht Work Without Hope von Samuel Taylor Coleridge.[9]
  • Der französische Text, den Phil im Restaurant rezitiert, stammt aus dem Lied La bourrée du célibataire von Jacques Brel und bedeutet frei übersetzt: „Das Mädchen, das ich liebe, ist wie ein ausgezeichneter Wein, der jeden Morgen besser schmeckt.“[10]
  • Der Filmtitel Und täglich grüßt das Murmeltier hat sich im deutschen Sprachgebrauch allgemein als Redewendung für eine sich öfter wiederholende, unangenehme Situation etabliert.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michaela Krützen: Filmanfänge. Was der Anfang eines Films über sein Ende verrät. In: Der Deutschunterricht, Jg. 57, 2005, Heft 3, S. 79–84 (ausführliche Analyse des Films)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: und täglich grüßt das Murmeltier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Und täglich grüßt das Murmeltier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IMDB Soundtracks for Groundhog Day
  2. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 371
  3. Und täglich grüßt das Murmeltier in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 15. Juli 2017
  4. Und täglich grüßt das Murmeltier in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.
  5. Abspann der Hörfilmfassung.
  6. Groundhog Day: Breakthrough to the True Self. transparencynow.com, abgerufen am 1. Februar 2011 (englisch).
  7. Bill Rendall: Groundhog Day – Movie Review. Abgerufen am 1. Februar 2011 (englisch).
  8. Lexikon des Internationalen Films. Rowohlt, 1995, ISBN 3-499-16357-8, S. 5940.
  9. Zitat im Film imdb.com abgerufen am 25. Jan. 2011; Gedicht Work without Hope auf Wikisource
  10. Trivia zum Film auf The Internet Movie Database; abgerufen am 30. Jan. 2011
  11. FC St. Pauli: Und täglich grüßt das Murmeltier …. In: Hamburger Abendblatt, 25. Januar 2011