Undeloh

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Undeloh
Undeloh
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Undeloh hervorgehoben
Koordinaten: 53° 12′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Hanstedt
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 48,23 km2
Einwohner: 958 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 21274,
29640 (Heimbuch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04189
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 036
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilseder Straße 7
21274,
29640 (Heimbuch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text Undeloh
Webpräsenz: www.undeloh.de
Bürgermeister: Albert Homann
Lage der Gemeinde Undeloh im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Undeloh (niederdt. Unnel) ist eine Gemeinde im Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Undeloh liegt in der Norddeutschen Tiefebene in der Lüneburger Heide vier Kilometer nordostwärts vom Wilseder Berg auf einer Höhe von 85 m über NN. Durch das Gemeindegebiet fließen die Seeve, der Weseler Moorbach, der Weseler Bach, der Radenbach und der Wilseder Bach.

Undelohs Nachbargemeinden sind Handeloh, Buchholz, Hanstedt, Egestorf, Bispingen und Schneverdingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Undeloh besteht aus sechs Ortsteilen: Undeloh, Wehlen, Wesel, Meningen, Thonhof und Heimbuch. Als letzter Ortsteil wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1972 die ehemalige Nachbargemeinde Wehlen eingegliedert.[2]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Undeloh bedeutet „Quellhain“. Reins benennt in seiner Monographie Das Undeloher Dorfbuch den ursprünglichen Namen des Ortes mit „‚Undealoh‘ (Quellhain = Wald an der Quelle des Radenbaches)“, der langobardischen Ursprungs sei.[3]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Circa 950 Personen wohnen in Undeloh auf einer Fläche von 48,2 km².

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (Stand: Kommunalwahl 2011):

  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • UWG Undeloh: 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Roter Glockenturm mit grünem Dach auf grünem Schildfuß und im rechten schwarzen Feld ein goldenes Hirschgeweih mit silbernem Schädel.

Dargestellt ist zum einen das Wahrzeichen des Ortes Undeloh (Glockenturm) und zum anderen mit dem goldenen Hirschgeweih ein „Bestandteil des Wappens der ehemaligen Gemeinde Wehlen“[4].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt mit heidetypischen Häusern mitten im Naturschutzgebiet Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Im Ortskern ist die St. Magdalenen-Kirche zu finden. Sie wurde 1189 erbaut und ist mit dem abseits stehenden Glockenturm eine der schönsten Heidekirchen. In den Sommermonaten finden hier Konzerte statt. Im Ort befinden sich sehenswerte reetgedeckte Fachwerkhäuser.[5]

Der Hungerpohl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1930er-Jahre gab es in Undeloh ein „kleines Naturwunder“[6]: einen östlich vom Dorfkern gelegenen Teich, der als „Hungerpohl oder Hungerteich“[6] bezeichnet wurde, weil er bei dauerndem Regenwetter komplett wasserlos gewesen sei, „bei großer Trockenheit dagegen voll klaren Wassers“[6]. Reins bezieht sich bei der Darstellung des Phänomens in der Monographie Das Undeloher Dorfbuch auf Überlieferungen, nach denen eine „Teuerung bevorstand, wenn der Teich wassergefüllt war. Hamburger und Lüneburger Kaufleute sollen sich in früheren Zeiten bei ihrem Handel nach dem Wasserstand des Undeloher Hungepohls gerichtet haben“[7]. Ein voller Teich habe zur Folge gehabt, dass der Getreideverkauf zurückgehalten worden sei, da die Kaufleute „mit Bestimmtheit ein Steigen der Preise erwarteten“[7]. Zurückgeführt worden sei diese seit 1930 ausgebliebene Naturerscheinung auf die Quellen des Teiches, die „nur bei langer Trockenheit zum Vorschein kamen. So war der Hungerpohl im nassen Sommer 1910 völlig ausgetrocknet, während er im trockenen Sommer 1911 mehrfach überlief.“[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidschnuckenherde in der Lüneburger Heide zwischen Undeloh und Wilsede. Überquerung der Straße.

Undeloh ist ein beliebter Heide-Ausflugsort insbesondere für den Großraum Hamburg. Gastronomie und Cafes versorgen Tagesgäste, in mehreren Hotels und der ehemaligen Jugendherberge sind Übernachtungen möglich.[8] Im Heide-Erlebnis-Zentrum wird zur Entstehung der Heide in der Eiszeit bis zu heutigen Pflegemaßnahmen informiert.

In Undeloh gibt es mehrere Anbieter für Kutschfahrten. Weitere Anbieter sind neben dem Parkplatz am Ortsrand an der für den Verkehr gesperrten Wilseder Straße auf dem Kutschenparkplatz anzutreffen.

In Undeloh können Fahrräder und E-Bikes ausgeliehen werden.[9]

Geführte Fuß- oder Radwanderungen führen zu den schönsten Plätzen in Undeloh und Umgebung oder bieten sich zum Gesundwandern in der Heide an.

Rad-, Wander- und Reitwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnung des Wanderparkplatzes

Das Wald- und Heidegebiet am westlich von Undeloh gelegenen Fahlenberg (Höhe 80 Meter) durchqueren mehrere dieser Wege. Die jeweiligen Wegemarkierungen sowie allgemeine Wegweiser mit Entfernungsangaben zu den umliegenden Orten und Weilern erleichtern die Orientierung. Es sind dies u.a. die Europawanderwege E1 und E9, der Radwanderweg Bispingen 4, die Nordic-Walking-Strecke 165, der Reitweg Heide-Route, der Freudenthalweg[10] und der Heidschnuckenweg[11]

Seeve-Radweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bis an die Elbe führende Seeve-Radweg durchquert mit seinem südlichen Ring das Gemeindegebiet von Undeloh[12]. Am Wanderparkplatz am Nordrand des Fahlenberges (Zufahrt nur von Wesel in Richtung Wehlen) weist eine Informationstafel auf Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten hin.

Naturistenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Informationstafel Seeveradweg und Markierung Naturistenweg

Der Naturistenweg Undeloh wurde von der Gemeinde für das Nacktwandern in der Natur eingerichtet.[13] Sein 10 km langer ,,b"-förmiger Verlauf ist ab dem Wanderparkplatz (s.o.) mit einem gelben ,,N"[14] in beide Richtungen gekennzeichnet.[15] Ein Hinweis auf die Existenz des Naturistenweges oder auf den Charakter dieser Einrichtung gibt es weder im Ort, noch an der Zufahrt und dem Wanderparkplatz oder gar am gemeinsamen Verlauf bzw. an Kreuzungen mit den oben genannten Wegen.

Die Schleife des Naturistenweges hat eine Länge von fast 7 km. Sie kann auch von den umliegenden Orten angewandert werden.

Der Naturistenweg ist nach dem Harzer Naturistenstieg die zweite Einrichtung dieser Art, aber erste und einzige in den alten Bundesländern. Durch die Ruhe und Einsamkeit der Lüneburger Heide ist er hier nicht zufällig in der Nachbarschaft zum Lichtheideheim Glüsingen[16] und ehemaligen Anlagen wie dem Sonnenland in Egestorf[17] oder dem Lichtschulheim des die Nackterziehung fördernden Pädagogen Dr. Martin Fränzel in Glüsingen (Betzendorf).[18]

Heidelehrwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Undeloh und Wesel führen diese Wege mit 7,2 bzw. 6,2 km Länge durch typische Teile der Heide-Kulturlandschaft.[19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächstgelegene Autobahn ist die Bundesautobahn 7 – erreichbar über die Anschlussstelle Egestorf. Während der nächstgelegene Bahnhof in Handeloh (11 km) ist, gibt es in Buchholz (22 km) ein besseres Zugangebot. Über die zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gehörige KVG Stade-Regionalbuslinie 420 ist Undeloh nach Egestorf und Salzhausen angebunden. Öffentliche Schulbusse, die Linien 4611 und 4631, fahren zu den Schulen in Egestorf, Hanstedt und Buchholz.

Kontroverse um Asylbewerberunterbringung im Jahre 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2013 war seitens des Landkreis Harburg angedacht, 29 Asylbewerbern in Undeloh unterzubringen. Der Gemeinderat lehnte dies einstimmig ab. Im Zuge der öffentlichen Debatte wurden unter anderem die Beeinträchtigung des Ortsbildes und die daraus resultierende Gefahr für Tourismus und Immobilienhandel durch die Präsenz von Menschen mit von den Einheimischen abweichenden phänotypischen Merkmalen oder kulturellen Gepflogenheiten als Argumente angeführt,[20] worüber auch in überregionalen Medien berichtet wurde.[21] Im Mai 2013 fand der Landkreis Harburg in der Nachbargemeinde Hanstedt eine Lösung, die von der örtlichen Bevölkerung mitgetragen und umgesetzt wurde.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Undeloh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  3. Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, ISBN 3-440-83009-8, S. 5.
  4. Wappen mit Beschreibungen. Samtgemeinde Hanstedt. Abgerufen am 22. Februar 2016.
  5. LHG: Undeloh – Romantischer Heideort direkt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. In: lueneburger-heide.de. Lüneburger Heide GmbH, abgerufen am 5. Juli 2015.
  6. a b c Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, S. 51.
  7. a b c Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, S. 52.
  8. Gerhard Lüer Haus. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  9. Touristeninformation Undeloh, Faltblatt Mittendrin im Naturpark Lüneburger Heide
  10. Freudenthalwanderweg. Abgerufen am 31. Mai 2017.
  11. Heidschnuckenweg Hamburg - Celle. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  12. Seeve-Radweg durch die Heide. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  13. Naturistenweg für Nacktwanderer. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  14. Klage der Gemeinde wg. Markierung des Naturistenweges. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  15. NDR-Bericht zur Wegemarkierung. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  16. Lichtheideheim. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  17. Sonnenland Egestorf. Abgerufen am 12. Mai 2017.
  18. Lichtschulheim Lüneburg Land (LLL). Abgerufen am 12. Mai 2017.
  19. Touristeninformation Undeloh, Faltblatt Mittendrin im Naturpark Lüneburger Heide
  20. Sascha Mummenhoff: „Wer schützt unsere Frauen vor den Asylanten?“ In: kreiszeitung-wochenblatt.de. Kreiszeitung Wochenblatt, 5. Februar 2013, abgerufen am 5. Juli 2015.
  21. NDR: Undeloh: Ein Dorf und die Rassismus-Vorwürfe. In: Panorama 3. Norddeutscher Rundfunk, 19. Februar 2013, abgerufen am 5. Juli 2015 (Video 7m10s).
  22. NDR: Zweifelhafter Protest: Verhindern Bürger Asyl-Unterkunft? In: Panorama 3. Norddeutscher Rundfunk, 14. Mai 2013, abgerufen am 6. Juli 2015 (Video 5m25s).