Undeloh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Undeloh
Undeloh
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Undeloh hervorgehoben
53.19689.976485Koordinaten: 53° 12′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Hanstedt
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 48,2 km²
Einwohner: 944 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 21274,
29640 (Heimbuch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04189
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 036
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilseder Straße 7
21274,
29640 (Heimbuch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text Undeloh
Webpräsenz: www.undeloh.de
Bürgermeister: Albert Homann
Lage der Gemeinde Undeloh im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Undeloh (niederdt. Unnel) ist eine Gemeinde im Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Undeloh liegt in der Lüneburger Heide vier Kilometer nordöstlich des Wilseder Berges. Durch das Gemeindegebiet fließen die Seeve, der Weseler Moorbach, der Weseler Bach, der Radenbach und der Wilseder Bach.

Undelohs Nachbargemeinden sind Handeloh, Buchholz, Hanstedt, Egestorf, Bispingen und Schneverdingen.

Die Gemeinde Undeloh besteht aus sechs Ortsteilen: Undeloh, Wehlen, Wesel, Meningen, Thonhof und Heimbuch. Als neuester Ortsteil wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1972 die ehemalige Nachbargemeinde Wehlen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (Stand: Kommunalwahl 2011):

  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • UWG Undeloh: 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Roter Glockenturm mit grünem Dach auf grünem Schildfuß und im rechten schwarzen Feld ein goldenes Hirschgeweih mit silbernem Schädel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Undeloh ist ein beliebter Heide-Ausflugsort insbesondere für den Großraum Hamburg.

Die nächstgelegene Autobahn ist die Bundesautobahn 7 – erreichbar über die Anschlussstelle Egestorf. Während der nächstgeleger Bahnhof derjenige ist Handeloh (11 km) ist, gibt es in Buchholz (22 km) ein besseres Zugangebot. Über die zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gehörige KVG Stade-Regionalbuslinie 420 ist Indeloh nach Egestorf und Salzhausen angebunden. Öffentliche Schulbusse, die Linien 4611 und 4631, fahren zu den Schulen in Egestorf, Hanstedt und Buchholz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ort liegt mitten im Naturschutzgebiet Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Im Ortskern ist die St. Magdalenen-Kirche zu finden. Sie wurde 1189 erbaut und ist mit dem abseits stehenden Glockenturm eine der schönsten Heidekirchen. In den Sommermonaten finden hier Konzerte statt. Im Ort befinden sich sehenswerte reetgedeckte Fachwerkhäuser.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Name Undeloh bedeutet „Quellhain“. Reins benennt in seiner Monographie Das Undeloher Dorfbuch den ursprünglichen Namen des Ortes mit „‚Undealoh‘ (Quellhain = Wald an der Quelle des Radenbaches)“, der langobardischen Ursprungs sei.[4]

Bis in die 1930er-Jahre gab es in Undeloh ein „kleines Naturwunder“: einen östlich vom Dorfkern gelegenen Teich, der als „Hungerpohl oder Hungerteich“, bezeichnet wurde, weil er bei dauerndem Regenwetter komplett wasserlos gewesen sei, „bei großer Trockenheit dagegen voll klaren Wassers“. Reins bezieht sich in seiner Darstellung des Phänomens auf Überlieferungen, nach denen eine „Teuerung bevorstand, wenn der Teich wassergefüllt war. Hamburger und Lüneburger Kaufleute sollen sich in früheren Zeiten bei ihrem Handel nach dem Wasserstand des Undeloher Hungepohls gerichtet haben“. Ein voller Teich habe zur Folge gehabt, dass der Getreideverkauf zurückgehalten worden sei, da die Kaufleute „mit Bestimmtheit ein Steigen der Preise erwarteten“. Zurückgeführt worden sei diese seit 1930 ausgebliebene Naturerscheinung auf die Quellen des Teiches, die „nur bei langer Trockenheit zum Vorschein kamen. So war der Hungerpohl im nassen Sommer 1910 völlig ausgetrocknet, während er im trockenen Sommer 1911 mehrfach überlief“.[5]

Für Nacktwanderer wurde von der Gemeinde der Naturistenweg Undeloh (ab Wanderparkplatz zwischen Wesel und Wehlen) eingerichtet.[6]

Kontroverse[Bearbeiten]

Anfang 2013 war seitens des Landkreis Harburg angedacht, 29 Asylbewerbern in Undeloh unterzubringen. Der Gemeinderat lehnte dies einstimmig ab. Im Zuge der öffentlichen Debatte wurden unter anderem die Beeinträchtigung des Ortsbildes und die daraus resultierende Gefahr für Tourismus und Immobilienhandel durch die Präsenz von Menschen mit von den Einheimischen abweichenden phänotypischen Merkmalen oder kulturellen Gepflogenheiten als Argumente angeführt,[7] worüber auch in überregionalen Medien berichtet wurde.[8] Im Mai 2013 fand der Landkreis Harburg in der Nachbargemeinde Hanstedt eine Lösung, die von der örtlichen Bevölkerung mitgetragen und umgesetzt wurde.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Undeloh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  3. LHG: Undeloh – Romantischer Heideort direkt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. In: lueneburger-heide.de. Lüneburger Heide GmbH, abgerufen am 5. Juli 2015.
  4.  Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, ISBN 3-44083-009-8, S. 5.
  5.  Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, ISBN 3-44083-009-8, S. 51-52.
  6. DFK: Nacktwandern bei Undeloh. In: dfk.org. Deutscher Verband für Freikörperkultur, 2013, abgerufen am 5. Juli 2015.
  7. Sascha Mummenhoff: „Wer schützt unsere Frauen vor den Asylanten?“ In: kreiszeitung-wochenblatt.de. Kreiszeitung Wochenblatt, 5. Februar 2013, abgerufen am 5. Juli 2015.
  8. NDR: Undeloh: Ein Dorf und die Rassismus-Vorwürfe. In: Panorama 3. Norddeutscher Rundfunk, 19. Februar 2013, abgerufen am 5. Juli 2015 (Video 7m10s).
  9. NDR: Zweifelhafter Protest: Verhindern Bürger Asyl-Unterkunft? In: Panorama 3. Norddeutscher Rundfunk, 14. Mai 2013, abgerufen am 6. Juli 2015 (Video 5m25s).