Under Armour

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Under Armour, Inc.

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Rechtsform Corporation
ISIN US9043111072
Gründung 1996
Sitz Baltimore, Maryland,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Kevin Plank, CEO
Mitarbeiterzahl 15.200[1]
Umsatz 4,825 Mrd. US-Dollar[1]
Branche Bekleidung
Website www.underarmour.com
Stand: 31. Dezember 2016

Under Armour ist ein US-amerikanischer Sportartikelhersteller mit Hauptsitz in Baltimore. Ursprünglich als reine Marke für Kampfsportbekleidung und Thermo-Sportunterwäsche unter Trikots, in Sportarten wie Baseball und Basketball, und für Shoulderpads (American Football, Eishockey, Lacrosse etc.) entwickelt, gibt es von Under Armour mittlerweile auch Freizeit-T-Shirts, -Hosen, -Schuhe und -Kappen.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Under Armour führte den Markt mit der Entwicklung körperanliegender und temperaturregelnder Kleidung an, was Nike schnell mit Dri-FIT Pro und Reebok mit der NFL-Equipment-Serie imitierte.[2] Im Juni 2006 startete Under Armour in den USA eine Werbekampagne für Stollenschuhe mit dem Slogan „Klick-Klack“. Viele Soldaten, die im Irak und in Afghanistan stationiert sind, benutzen Under-Armour-Unterwäsche zur Regulierung ihrer Körpertemperatur im heißen Klima. In Teilen der US Army und anderen NATO-Streitkräften wurde solche Wäsche inzwischen verboten, da das Polyester bei Flammen oder intensiver Hitze Hautverbrennungen verursachen kann.[3] 2008 strahlte Under Armour seinen ersten Super-Bowl-Werbespot aus, in dem das Unternehmen seinen im Mai 2008 entwickelten Sport-Schuh präsentierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Jahr 1996 von Kevin Plank im Keller des Hauses seiner Großmutter in Washington, D.C. gegründet. Der damals 23-jährige Plank war College-Football-Spieler und fand die Kleidung seines Teams unzureichend. Mit einem Startkapital von 17.000 Dollar, die er als Blumenlieferant während seines Studiums verdient hatte, entwickelte er ein Funktions-Shirt und gründete Under Armour. Zu Weihnachten schrieb Plank jedes Jahr dem Nike-Chef Phil Knight eine Karte mit dem Text: „Dear Mr. Knight, Sie kennen uns noch nicht, aber Sie werden eines Tages von uns hören.“[4] 2005 ging Under Armour an die Börse. Anfang 2016 wurde eine Deutschland-Niederlassung in München eröffnet.[5]

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spätsommer 2007 eröffnete Under Armour seinen ersten Standort im Einzelhandel in der Westfield Annapolis Mall in Annapolis, Maryland. Im Mai 2008 eröffnete Under Armour einen knapp 600 m² großen Shop in Westfield bei Fox Valley in Aurora (Illinois). Die Läden sind so konzipiert, dass sie das Aussehen von Innenräumen eines Sportstadions mit richtiger Fassade, Tunneleingang und einer Rampe, die bis in den Laden geht, haben.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profisport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Under Armour war von der Saison 2008/09 bis 2011 offizieller Ausrüster von Hannover 96.

Under Armour ist außerdem Ausrüster der Football-Teams der Southern Illinois University, University of Maryland, Auburn University, der University of South Carolina, University of South Florida, Texas Tech University, University of Hawaii, der University of North Texas und der Universität Utah.

Seit Herbst 2008 ist Under Armour der einzige Sponsor für alle Sportarten an der University of Maryland, College Park.[6] Das Unternehmen ist des Weiteren seit der Saison 2009/10 offizieller Baselayer-Ausstatter des deutschen Erstligisten Borussia Dortmund.[7] In der Saison 2010/11 der mexikanischen Profifußball-Liga Apertura hat Under Armour auch die Ausrüstung von Deportivo Club Toluca und Estudiantes Tecos übernommen, zudem ist man seit der Saison 2012/13 Ausrüster des Premier-League-Klubs Tottenham Hotspur; seit 2016 auch vom FC Southampton. In Deutschland rüstet die Firma seit der Saison 2016/17 den FC St. Pauli aus.[8]

Seit Anfang 2013 steht der Golfprofi Jordan Spieth unter Vertrag. Die Umsätze im Golf Segment haben sich seitdem verdreifacht. Außerdem steht der US-amerikanische Basketballspieler Stephen Curry bei Under Armour unter Vertrag.[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sponsoring von Under Armour beim Zweitligisten FC St. Pauli stieß auf Kritik, da etwa Belieferung von Militär und Rabatte für Veteranen nicht zur pazifistisch-alternativen Darstellung des Vereins passen würden.[10]

Trophäenjagd

Under Armours Outdoor-Abteilung unterhält für Trophäenjäger das Programm „UA Hunt“. Als Teil ihrer Marketingstrategie schuf UA Hunt die Fernsehserie Ridge Reaper und sponsert erfolgreiche Trophäenjäger, die als Athleten bezeichnet werden. Mit Slogans wie ImmerTödlich, NiemalsErwischt, die auf Eigenschaften und Fähigkeiten erfolgreicher Jäger hinweisen, versucht das Unternehmen, das Jagdinteresse der US-Bevölkerung zu steigern. UA Hunt machte 2015 Umsätze von über einer Milliarde US-Dollar. Im Januar 2016 initiierte Under Armour eine Marketingkampagne mit Trophäenjägerinnen, zu ihnen gehörte die US-Amerikanerin Sarah Bowmar. Im August 2016 erregte ein von Bowmar gefilmtes Video weltweite Aufmerksamkeit. Es zeigt, wie ihr Mann mit einem Speer einen Bären trifft und diesen dann entkommen lässt. Der Bär wurde am folgenden Tag tot aufgefunden. Das Video zeigte Bowmar in grotesken Posen nach dem Speerwurf und am nächsten Tag über dem Kadaver des Tieres. Under Armour wurde dafür kritisiert und beendete einige Tage nach Bekanntwerden des Videos den Vertrag mit Bowmar. Bis dahin war das Sponsoring von Trophäenjägern durch Under Armour wenig bekannt gewesen.[11][12]

Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende März 2018 bestätigte Under Armour, dass Ende Februar 150 Millionen Nutzerkonten mit Nutzernamen und E-Mail-Adressen sowie Passwörtern gehackt worden waren. Betroffen waren Kunden, die die Kalorienzähler-App MyFitnessPal genutzt hatten.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Under Armour 2016 Form 10-K Report. In: files.shareholder.com, abgerufen am 19. März 2017
  2. Robert J. Terry: Analysts: Brand crossover risky for Under Armour. In: bizjournals.com. 26. September 2005, abgerufen am 13. September 2017.
  3. Holt, Stephen: Marines Ban Polyester Clothing In Iraq. In: Marine Corps News. 10. April 2016, abgerufen am 30. November 2007.
  4. Philipp Vetter: Under Armour: Das ist der wirkliche Gegner von Adidas und Nike. In: welt.de. 31. Juli 2015, abgerufen am 13. September 2017.
  5. Under Armour Deutschland: UA-Gründer Kevin Plank zeigt sein neues Office in München. In: exklusiv-muenchen.de. 28. Februar 2016, abgerufen am 13. September 2017.
  6. Under Armour says 'Aloha' to University of Hawaii. In: bizjournals.com. 25. Februar 2008, abgerufen am 2. März 2008.
  7. Under Armour und Borussia Dortmund starten mit Baselayer-Ausstattungsvertrag in eine gemeinsame Zukunft. In: bvb.de. 13. März 2009, abgerufen am 13. September 2017.
  8. Under Armour wird neuer Ausrüster des FC St. Pauli. (Memento des Originals vom 17. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcstpauli.com Website FC St. Pauli, 23. Juli 2015.
  9. Nike, Puma & Under Armour – Zahlen & Fakten. In: allstar-sport.eu. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  10. St. Pauli wird immer unsympathischer. In: sportbild.bild.de. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  11. Ed Mazza: Josh Bowmar Films Himself Spearing A Bear, Then Giggling Over The Kill. In: The Huffington Post, 16. August 2016, abgerufen am 15. Oktober 2016 (englisch).
  12. Lara O’Reilly: Under Armour drops deal with hunter who filmed husband using a 7-foot spear to brutally kill a bear. In: Business Insider, 19. August 2016, abgerufen am 15. Oktober 2016 (englisch).
  13. Fitness-App von Under Armour gehackt. In: Süddeutsche Zeitung, 30. März 2018, abgerufen am selben Tage.