Undertale

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Undertale
Undertale cover.jpg
Logo von Undertale
PublisherToby Fox
Leitende EntwicklerToby Fox
KomponistToby Fox
Erstveröffent-
lichung
Windows, macOS:
15. September 2015
Linux:
17. Juli 2016
PlayStation 4, PlayStation Vita:
15. August 2017
PlattformWindows, macOS, Linux, PlayStation 4, PlayStation Vita
Spiel-EngineGameMaker: Studio
GenreRollenspiel
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungMaus, Tastatur, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Windows XP oder neuer, 2 GB RAM, 128 MB Grafikkarte, 200 MB Speicherplatz
MediumDownload
SpracheEnglisch, Japanisch
Aktuelle Version1.06
Altersfreigabe
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

Undertale (auch UnderTale oder UNDERTALE geschrieben) ist ein Computer-Rollenspiel, das von dem US-amerikanischen Indie-Entwickler Toby Fox entwickelt und veröffentlicht wurde. Toby Fox ist verantwortlich für Skript, Design und Soundtrack; das Spiel enthält zudem Artworks der Designerin Temmie Chang. Es wurde für Windows und macOS am 15. September 2015 veröffentlicht.[1]

Bei der Veröffentlichung wurde Undertale von vielen Spielekritikern gelobt für die Geschichte, die Charaktere und auch für das Kampfsystem. Das Spiel wurde über 1.700.000 Mal verkauft und bei einigen Preisverleihungen für Auszeichnungen nominiert, unter anderem als Spiel des Jahres von verschiedenen Gaming-Publikationen. Metacritic aggregiert für die PC-Version von Undertale eine Durchschnittswertung von 92 %.[2]

Am 15. August 2017 ist Undertale auch für PlayStation 4 und PlayStation Vita erschienen.[3] Die Portierungen wurden von dem japanischen Studio 8-4 entwickelt. Die PlayStation 4-Version hat einen Metascore von 95 %.[4]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Undertale steuert der Spieler ein menschliches Kind und navigiert es durch den „Untergrund“ (engl. Underground), eine große, abgelegene Region unter der Erdoberfläche. Die Bewohner des Untergrundes, im Spiel „Monster“ genannt, sind eine Gruppe nicht-menschlicher, intelligenter Wesen, die von der Erdoberfläche verbannt wurden, nachdem sie einen Krieg gegen die Menschen verloren haben. Der Spieler bzw. das Kind fällt in eine Schlucht, die in den Untergrund führt, woraufhin es im Spielverlauf mit vielen Monstern interagiert, mit der Aufgabe, auf die Erdoberfläche zurückzukehren.

Undertale bietet, neben einem neutralen Spielverlauf und -ende, zwei spezielle Spielemodi: den sogenannten Pacifist Run (dt. „Pazifistenlauf“) und den sogenannten Genocide Run (dt. „Genozid-Lauf“). Während des Spiels muss sich der Charakter entscheiden, ob er entweder die auftauchenden Monster tötet oder sich mit diesen anfreundet. Solche Entscheidungen verändern den Verlauf des Spieles deutlich, indem sich unter anderem die Dialoge und die Geschichte gemäß den Entscheidungen verändern. Der Pacifist Run führt zum guten Ende, der Genocide Run zum schlechten.

Steuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Undertale nutzt die Vogelperspektive. In dem Spiel steuert man ein menschliches Kind per Mausklick und Tastatur. Der Spieler entdeckt eine unterirdische Welt mit Monstern, Dörfern und verschiedenen Orten und muss dabei eine Anzahl von Rätseln lösen. Der Untergrund ist das Zuhause der Monster, die man in Kämpfen herausfordern kann. Über die Weltkarte hinweg sind Speicherpunkte (engl. save points) verteilt, die den Spieler heilen und den aktuellen Fortschritt des Spielers abspeichern.[5]

Kampfsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn der Spieler einem Monster begegnet, startet ein Kampf. Während eines Kampfes kontrolliert der Spieler ein kleines Herz, das die Seele des Charakters darstellen soll. Man versucht den Attacken, die vom Gegner ausgeführt werden, auszuweichen. Dieses System ähnelt dem Shoot-’em-up-Genre.[6][7][8]

Der Spieler seinerseits kann gegen den Gegner in Kämpfen Attacken ausführen. Mit Fight (engl. für „Kämpfen“) kann der Spieler ein Monster verletzen und dadurch besiegen bzw. töten und dann Items erhalten oder an LV steigen.[9] Alternativ kann der Spieler aber auch per Act (engl. für „Agieren“/„Handeln“) mit einem Monster interagieren, zum Beispiel einen Witz erzählen oder irgendetwas Nettes sagen.[8] Als dritte Option steht dem Spieler der Befehl Spare (engl. für „Verschonen“) zur Verfügung. Wenn die Namensanzeige eines Gegners gelb leuchtet, kann man das Monster verschonen und der Kampf endet friedlich. Im Spielverlauf werden die Kämpfe schwerer und neue Hindernisse eingesetzt. Diese äußern sich in Spezialattacken seitens der Gegner, die durch abweichende Farben hervorgehoben werden: Führt der Gegner beispielsweise eine blaue Attacke aus (die Waffe des Gegners leuchtet vergissmeinnichtblau), darf der Spieler sein Herz nicht bewegen. Führt der Gegner hingegen eine orange Attacke aus (die Waffe des Gegners leuchtet orange), ist der Spieler gezwungen, sein Herz sehr wohl zu bewegen. Daneben gibt es Endgegner, welche die Kontrolle des Spielers über sein Herz manipulieren können.[7]

Einige der Monster unterhalten sich mit dem Spieler während eines Kampfes und das Spiel informiert den Spieler über die Aktionen und Gefühle des Gegners. Wenn der Spieler einen Endgegner in einem zweiten Spiel herausfordert, basieren die Dialoge, mit denen sich der Gegner mit dem Spieler unterhält, auf dem Kampfverlauf und -ausgang, der im ersten Spiel des Spielers stattfand.[10] Monster attackieren unterschiedlich, abhängig davon, wie der Spieler mit ihnen interagiert.[10][6]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrundgeschichte

Vor vielen, vielen Jahren lebten Menschen und Monster friedlich gemeinsam auf der Erde. Doch eines Tages brach überraschend ein schwerer Krieg zwischen Menschen und Monstern aus, den die Menschen schließlich gewannen. Die Monster wurden mit Hilfe eines mächtigen Zaubers in ein riesiges, unterirdisches Höhlensystem verbannt. Man umgab den einzigen Zugang zur Unterwelt mit einer Barriere, die zwar Eintritt gewährt, aber niemanden wieder hinauslässt. In der Unterwelt gefangen, gründeten die Monster ein neues Königreich. Über dieses Reich regierten König Asgore und Königin Toriel, ihr gemeinsamer Sohn war der kleine Prinz Asriel.

Eines Tages fiel ein kleines Menschenkind in die Schlucht, welche ins unterirdische Reich führt. Man hatte Mitleid mit dem Kind und das Königspaar adoptierte es schließlich. Asriel und Chara (so der wirkliche Name des Kindes) wurden beste Freunde und spielten viel miteinander. Doch bald darauf wurde das Kind schwer krank. Trotz aller Versuche, die Krankheit zu heilen, verstarb Chara. Todunglücklich beschloss Asriel, dem Kind seinen letzten Wunsch zu erfüllen: in die Menschenwelt zurückkehren zu dürfen. Um aber die mächtige Barriere durchschreiten zu können, musste eine Menschenseele geopfert werden. Asriel schaffte es schließlich dank Charas Opfer, die Barriere zu überwinden, Chara in ihr Heimatdorf zu bringen und dort niederzulegen. Die Dorfbewohner aber, die noch nie ein Monster gesehen hatten, glaubten irrtümlich, Asriel habe Chara getötet und so attackierten die Menschen Asriel. Tödlich verwundet kehrte der Prinz in die Unterwelt zurück und zerfiel vor den Augen seiner Eltern zu Staub. Zutiefst erschüttert und von Leid zerrüttet, erließ König Asgore den Befehl, dass fortan jeder Mensch, jung wie alt, erschlagen werden sollte, sobald er den Untergrund betreten würde.

Doch Königin Toriel missfiel dieser Befehl, weil sie, basierend auf den schönen Erinnerungen mit Asriel und Chara, stets auch an das Gute im Menschen glaubte. Angewidert zog sich Toriel in die Ruinen nahe der Eingangsschlucht zurück. Sie wollte jedem heruntergefallenen Menschen helfen und dadurch eine Chance bieten, den Bewohnern der Unterwelt zu beweisen, dass es immer noch gute Menschen gibt. In der Zwischenzeit beauftragte König Asgore die Wissenschaftlerin Dr. Alphys damit, mehr über die menschliche Seele herauszufinden. Dr. Alphys und ihr Vorgänger, Dr. Gaster, hatten entdeckt, dass menschliche Seelen eingefangen werden können, weil sie - im Gegensatz zu Monsterseelen - nicht vergehen, nachdem sie den menschlichen Körper verlassen haben. Eine ominöse Kraft namens „Entschlossenheit“ sorgte für das Fortbestehen der Menschenseele. Diese ominöse Macht wollte König Asgore nun dazu nutzen, die magische Barriere zur Oberwelt zu vernichten und die Menschenwelt zu überrennen. Dafür brauchte er sieben menschliche Seelen, sechs davon hatte er bereits einsammeln lassen.

Die Geschichte des Spielers setzt an diesem Zeitpunkt an. Als kleines Kind (das eigentlich „Frisk“ heißt) fällt er in die Unterwelt und begegnet zunächst einem hinterhältigen Monster namens Flowey in Gestalt einer kleinen, goldenen Blume. Zum Glück wird das Kind von Toriel gerettet und schließlich, nach einigen Hürden, in das Königreich eingelassen. Während des Abenteuers entdeckt der Spieler, dass der böse Flowey in Wahrheit die herz- und gefühllose Wiedergeburt von Asriel ist. Dank eines heimlichen Experiments an Chara mit Seelenenergie während ihrer tödlichen Krankheit hatte Asriel ungewöhnliche Kräfte erworben. Die Experimente dienten nur dem Zweck, auch Monsterseelen Unvergänglichkeit zu verleihen. Und so konnte Asriel im Augenblick seines Todes in eine goldene Blume hineinfahren. Doch mit diesem Akt büßte Asriel nach und nach all seine positiven Emotionen und seine Empfindungen ein. Und schon bald bereute Asriel seine Entscheidung, denn als Blume erkannte ihn niemand wieder. Und so begann Asriel, zunächst aus Kummer, bald aus Neid und Missgunst und schließlich gar aus purer Langeweile, die Bewohner der Unterwelt gegeneinander auszuspielen. Auch scheint er die Menschen, die nach Chara in die Unterwelt kamen, in ihr Verderben gelockt zu haben.

Die drei Spielenden

Wenn der Spieler es schafft, ohne einen einzigen Mord zu König Asgore vorzudringen und diesen zu stellen (sogenannte "Wahre Pazifisten-Route"), geht Toriel empört dazwischen und ermahnt die Kontrahenten zur Vernunft. Daraufhin treffen auch andere Nebencharaktere (darunter Dr. Alphys) ein und sprechen sich Mut zu. Plötzlich erscheint Flowey und nimmt alle Freunde als Geiseln. Dann nimmt er die Gestalt von Asriel an und es beginnt der eigentliche Endkampf. Gewinnt der Spieler, erscheint der echte Asriel und bricht in Tränen aus. Danach klärt er den Spieler über alles auf und lässt alle gestohlenen Seelen frei. Anschließend zerstört er die Barriere. Das Gute Ende zeigt Toriel, Asgore, Dr. Alphys und alle Freunde, wie sie mit Frisk die Menschenwelt betreten und sich darauf freuen, eine neue Welt kennenzulernen.

Spielt man die Wahre Pazifisten-Route und freundet sich mit Dr. Alphys an, so erhält man auch Zugang zum sogenannten „Wahren Labor“. Neben Zusammenstößen mit geisterartigen Phantomen erfährt man hier zwei Dinge: Den Grund für Alphys’ Schüchternheit und (später dann auch in Relation zu Asriels Dialogen) was wirklich geschah, als Chara verstarb sowie den Grund für ihren Tod.

Wenn der Spieler es bis zu König Asgore schafft, aber mehrere Monster getötet hat (was zum neutralen Spielende führt), entbrennt ein erbitterter Endkampf zwischen Kind und König. Wird Asgore bezwungen, erscheint Flowey und vernichtet Asgores Seele. Dann stiehlt Flowey die sechs Menschenseelen, mutiert zu einer Gestalt namens „Omega Flowey“ und greift Frisk direkt an. Gewinnt der Spieler auch diesmal, kann er Flowey verschonen und die Unterwelt verlassen.

Wenn der Spieler aber wirklich alle Monster getötet hat (sogenannter Genocide Run) und König Asgore gegenüber steht, wird Asgore mit einem Schlag niedergemetzelt. Anschließend erscheint Flowey und versucht, sich bei Frisk einzuschmeicheln. Doch auch Flowey wird niedergestreckt. Dann erscheint Chara und offenbart, dass der Spieler die ganze Zeit von ihr manipuliert und angestachelt worden war. Auch Chara hatte ihre Seele damals nicht hergeben wollen. Sie wurde als „Frisk“ wiedergeboren, weil es ihre Seele in die Menschenwelt geschafft hatte (dank Asriel), doch durch ihr Opfer war Charas Seele nun genauso lieblos und gefühlskalt wie Asriels Seele nach dessen Transformation. Chara gibt dann eine Wahl zwischen zwei Optionen: Die Welt löschen oder nicht löschen. Was auch immer gewählt wird, das Spielende gipfelt darin, dass die Welt gelöscht wird, womit Frisk auch getötet wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Undertale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Website zu Undertale auf steampowered.com (Deutsch).
  2. Metascore Undertale (PC) auf metacritic.com, abgerufen am 14. März 2017
  3. Jens Bischoff: Undertale: Umsetzungen des 2D-Rollenspiels für PS4 und Vita angekündigt auf 4players.de, abgerufen am 16. Juni 2017
  4. Metascore Undertale (PS4) auf metacritic.com, abgerufen am 22 August 2017
  5. Undertale - Walkthrough, Tips, Review. In: Jay is games. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  6. a b Laura Hudson: In Undertale, you can choose to kill monsters — or understand them. In: Boing Boing. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  7. a b The RPG Scrollbars: Undertale. In: Rock Paper Shotgun. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  8. a b Review: Undertale. In: Destructoid. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  9. Undertale is an EarthBound Inspired Indie RPG. In: The Escapist. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  10. a b WebCite query result. In: www.webcitation.org. Abgerufen am 20. Februar 2016.