Unfallkrankenhaus Berlin

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Unfallkrankenhaus Berlin
Trägerschaft Unfallkrankenhaus Berlin Verein für Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung Berlin e. V.
Ort Berlin-Biesdorf
Koordinaten 52° 31′ 8,6″ N, 13° 33′ 56,6″ OKoordinaten: 52° 31′ 8,6″ N, 13° 33′ 56,6″ O
Geschäftsführer

Ärztlicher Leiter
Kaufmännischer Direktor
Ernst Haider und
Axel Ekkernkamp
Walter Schaffartzik

Marcus Aulmann
Fachgebiete siehe Medizinisches Spektrum
Zugehörigkeit genossenschaftlich
Gründung 1997
Website Unfallkrankenhaus Berlin
Hauptzufahrt des Unfallkrankenhauses

Das Unfallkrankenhaus Berlin ist eine berufsgenossenschaftliche Unfallklinik in Berlin-Biesdorf vorrangig für die Behandlung von Unfallverletzten und Notfallpatienten aus dem Berlin-Brandenburger Raum.

Das Unfallkrankenhaus Berlin wurde am 3. September 1997 in gemeinsamer Trägerschaft des Landes Berlin und gewerblicher Berufsgenossenschaften eröffnet. Zum 1. Juli 2003 zog sich das Land Berlin aus der Trägerschaft zurück, so dass die gewerblichen Berufsgenossenschaften – zusammengefasst im gemeinnützigen Verein Unfallkrankenhaus Berlin Verein für Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung Berlin e. V. – seitdem alleiniger Träger sind.

Das Unfallkrankenhaus Berlin ist als ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin an nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt und kooperiert eng mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Die Klinik ist ein Schwerpunktkrankenhaus mit 550 Betten, 25 Fachbereichen und Abteilungen, 20 Stationen und einer Aufnahmestation sowie 13 Operationssälen. Jährlich werden über 87.000 Patienten behandelt (Stand im Jahr 2013).[1]

Bis Ende 2013 entstand am Blumberger Damm ein Klinikanbau für weitere drei Fachrichtungen des Unfallkrankenhauses (in der folgenden Übersicht mit (*) gekennzeichnet).[2] Zusätzlich übernahm die Klinikleitung die meisten früheren Gebäude des Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses und nutzt diese für ihre Verwaltung. Im Jahr 2015 gab es auf dem Gelände nur noch drei Häuser für Bereiche des Vivantes Klinikums.

Medizinisches Spektrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
  • Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie
  • Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie
  • Behandlungszentrum für Rückenmarkverletzte
  • Klinik für Urologie und Neuro-Urologie
  • Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Klinik für Neurochirurgie (*)
  • Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (*)
  • Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde (*)
  • Klinik für Innere Medizin
  • Klinik für Neurologie mit Stroke Unit und Frührehabilitation
  • Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  • Zentrum für Sportmedizin
  • Zentrum für Klinische Forschung
  • Zentrum für spezialisierte rehabilitative Medizin
  • Zentrum für neurovaskuläre Diagnostik und Therapie
  • Zentrum für Notfalltraining
  • Psychotraumatologie
  • Institut für Laboratoriumsmedizin
  • Institut für Radiologie
  • Institut für Pathologie
  • Zentralapotheke

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Klinik auf dem Gelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. November 1893 wurde im Bereich Wuhletal die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf eröffnet. Dies war eine außerhalb der Berliner Stadtgrenze angelegte Psychiatrische Klinik, die über einen Eisenbahnanschluss der ehemaligen Königlichen Ostbahn verfügte. Nach den Erkenntnissen des Arztes Wilhelm Griesinger sollten Geisteskranke vor allem durch Arbeitstherapie und Erholungsmöglichkeiten in großen Parks genesen können, die Vorschläge führten zur Einrichtung von Werkstätten, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Tierunterkünften und einem autarken Versorgungssystem (Trink- und Abwasser, Energieversorgung, Heizung).

Nach der Erstbebauung wurden in mehreren Etappen Erweiterungsbauten vorgenommen, so dass schließlich gegen 1940 44 Einzelgebäude einschließlich einer Krankenhauskirche vorhanden waren. Außerdem befand sich auf der Fläche ein Wohngebiet für die Angestellten der Klinik (Landhausring).

Das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus, 1968 so benannt, steht aufgrund seiner Architektur, der Einordnung der Gebäude in den Landschaftsraum Wuhletal sowie der großzügigen Gestaltung der Park- und Freianlagen seit 1989 unter Denkmalschutz.[3]

Gebäude und Struktur des Krankenhauses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Intensivtransporthubschrauber "Christoph Berlin" auf dem Dach des Unfallkrankenhauses

Das Hauptgebäude des UKB ist ein Nord-Süd-Längsbau mit vier Querriegeln. Die östlichen Gebäudeteile sind untereinander in der Höhe und niveaugleich verbunden, die westlichen ebenfalls. Die westlichen und östlichen Trakte können jedoch nur über das Erdgeschoss und den hier verlaufenden Zentralgang erreicht werden.

Das Bauensemble entstand nach Entwürfen des Architekturbüros Karl Schmücker und Partner und wurde 1997 in Betrieb genommen. Bauherr war der Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften e. G. im Land Berlin.[4]

Am 1. Oktober 2014 wurde ein neuerrichtetes Gebäude an der Ecke Warener Straße /Blumberger Damm direkt neben dem UKB eröffnet. Das Gesundheitszentrum am ukb bietet auf einer Nutzfläche von 10.000 m² eine Poliklinik, ein Therapiezentrum, Arztpraxen, eine Abnehmakademie sowie zahlreiche Dienstleistungsangebote aus dem Gesundheitsbereich (Apotheke, Hörgeräteakustiker, Podologie).[5]

Die historischen Gebäude des früheren Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses (bis auf zwei Häuser; Stand August 2015) hat die Direktion des Unfallkrankenhauses schrittweise vom Vivantes Klinikum Kaulsdorf übernommen. In einigen sind Dienstleister des Unfallkrankenhauses untergebracht wie die kaufmännische Leitung, die Informationstechnologie, ein Gästehaus und ein Kulturkindergarten. Der frühere Verwaltungskomplex des Griesinger-Krankenhauses konnte an einen Investor (Arcadia) verkauft werden, der hier 32 Eigentumswohnungen errichtet.[6]

Situationsdarstellung im Herbst 2015
Die Ziffern bezeichnen die historischen Bauten auf dem Gelände. Der ukb-Hauptbau befindet sich auf der linken Seite und trägt die Buchstaben A, B, C, D, E, F

Kunst im UKB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der großen Parkfläche und im östlichen Zugang des Haupthauses gibt es Springbrunnen. Den langen Zentralgang schmücken einige moderne Kunstwerke, die gedanklich mit einem Krankenhaus zusammenhängen. Außerdem gibt es hier eine Fotoausstellung und wechselnde Gemäldeaustellungen. In den meisten Stationen sind gute Reproduktionen bekannter Kunstwerke wie van Gogh (Sonnenblumen) oder Renoir (Seerosenanlage) auf den Gängen zu sehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unfallkrankenhaus Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten
  2. Pressemitteilung vom 21. Februar 2012.
  3. Berliner Denkmaldatenbank: Gebäude des Krankenhauses
  4. Informationen zu den Architekten und zum Bauauftraggeber laut der im Boden vor dem Haupteingang eingelassenen Gedenktafel.
  5. Übersicht zum Gesundheitszentrum am ukb; abgerufen am 20. August 2015.
  6. Laut einem Bauschild auf dem Gelände an der Kirschallee, August 2015: „Hier entstehen 32 hochwertige Eigentumswohnungen“.