Ungerhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ungerhausen
Ungerhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ungerhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 0′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Memmingerberg
Höhe: 615 m ü. NHN
Fläche: 7,02 km2
Einwohner: 1098 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87781
Vorwahl: 08393
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 205
Adresse der Verbandsverwaltung: Benninger Str. 3
87766 Memmingerberg
Webpräsenz: www.ungerhausen.de
Bürgermeister: Josef Fickler (FW)
Lage der Gemeinde Ungerhausen im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Ungerhausen von Norden

Ungerhausen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungerhausen liegt etwa acht Kilometer östlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Ungerhausen. Der Ungerhauser Wald bildet ein gemeindefreies Gebiet und gehört daher nicht zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungerhausen ist aus einem Maierhof entstanden; die ersten Häuser wurden am Hungerbach erbaut. Es sollen etwa fünfzehn Gebäude gewesen sein, dazu eine gotische Kirche, deren Chor aus dem 15. Jahrhundert heute noch als St.-Johann-Kapelle etwa 500 m südwestlich vom Dorf auf freiem Feld steht.
972 ist das Dorf erstmals urkundlich erwähnt unter dem Namen Husen. Gesichertes Quellenmaterial für die Besitzverhältnisse in Ungerhausen bieten aber erst die Urkunden des 14. Jahrhunderts, die eine planmäßige Erwerbspolitik des Memminger Spitals erkennen lassen. 1430 erwarb das Oberhospital das Vogtrecht aus dem Zehnten und dem Widdum. Zwischen 1415 und 1466 hat sich auch das Kloster Ottobeuren in Ungerhausen festgesetzt. Vorübergehend war die Reichsstadt Memmingen Herrschaftsinhaber des Dorfes, das 1503 für fast ein Jahrhundert in den Besitz der Patrizierfamilie Vöhlin überging. 1594 erwarb Ottobeuren das Dorf Ungerhausen mit allen niedergerichtlichen Rechten um 55.200 Gulden.
Etwa zwei Dutzend bäuerliche Anwesen des Dorfes bestehen seit etwa 1600, mehrere seit dem 17./18. Jahrhundert. Die alte Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde 1733 bis auf den spätmittelalterlichen Chor abgerissen. Die Grundsteinlegung zum Neubau nach dem Plan von Simpert Kraemer erfolgte 1734. Vier Jahre später wurde die Kirche eingeweiht. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die politische Gemeinde gegründet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0618 Einwohner
  • 1970: 0724 Einwohner
  • 1987: 0954 Einwohner
  • 1991: 0959 Einwohner
  • 1995: 0997 Einwohner
  • 2000: 1032 Einwohner
  • 2005: 1062 Einwohner
  • 2010: 1004 Einwohner
  • 2015: 1079 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2017[2]
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60
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30
20
10
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47,8 %
10,7 %
13,2 %
10,6 %
5,4 %
3,6 %
3,7 %
5,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
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+6,1 %p
-1,1 %p
+1,0 %p
+0,2 %p
-4,9 %p

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit März 2016 Josef Fickler (* 1954) (FW). Der Vorgänger war Hans Dauner war nur von 2014 bis 2016 im Amt. Dessen Amtsvorgänger war Michael Botzenhart, der seit 1996 amtierte.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Gemeinderats:[4]

  • Freie Wähler/Freie Wählergemeinschaft: 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Mai 1984 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Blasonierung: „Über silbernem Schildfuß, darin ein mit drei silbernen Großbuchstaben P belegter schwarzer Balken, gespalten von Rot und Schwarz, vorne ein halber golden bewehrter silberner Adler am Spalt, hinten eine goldene Rosette.“

Seit dem Mittelalter ist im Gemeindegebiet das Kloster Ottobeuren als Grundherr und Gerichtsherr nachweisbar. 1748 erwarb die Abtei den Blutbann und damit die hohe Gerichtsbarkeit. Der Adler und die Rosette sind dem Wappen der Abtei Ottobeuren entnommen. Der Balken mit den drei Großbuchstaben „P“ im unteren Teil des Wappens erinnert an die Memminger Patrizierfamilie Vöhlin, die im 16. Jahrhundert zeitweise als Ortsherr in Ungerhausen nachweisbar ist.

Der Entwurf und die Gestaltung stammt vom Freisinger Theodor Goerge.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Schwarz - Gelb - Rot (1:1:1) gestreift.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 122 und im Bereich Handel und Verkehr 41 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 374. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 23 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 535 ha, davon waren 192 ha Ackerfläche und 344 ha Dauergrünfläche.

Im Gewerbegebiet an der Bundesautobahn A 96 haben sich mehrere Firmen aus dem nahen Memmingen angesiedelt; darunter die Azzett-Seifenfabrik und eine Außenstelle des Heizungsbauunternehmens Müller. Des Weiteren ist dort auch eine McDonald’s-Filiale zu finden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof in Ungerhausen

Der Ort liegt an der Bahnstrecke Buchloe–Memmingen, der Bahnhof, an dem die Günztalbahn nach Ottobeuren abzweigte, ist jedoch nur noch ein Betriebsbahnhof. Im Rahmen der Regio-S-Bahn Donau-Iller soll ein Haltepunkt eingerichtet werden.[5] Die nächsten Bahnhöfe liegen in Memmingen und Sontheim. Durch die Auffahrt zur Bundesautobahn 96 ist Ungerhausen an das überregionale Straßennetz angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt (Stand 2014) eine Kindertageseinrichtung mit 79 Plätzen, von denen 50 belegt sind; von den Besuchern sind neun weniger als drei Jahre alt, 14 Kinder sind sechs Jahre und älter. Schulen bestehen in der Gemeinde nicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ungerhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 4. März 2018
  3. Ex-Bürgermeister von Ungerhausen greift Gemeinderat an, all-in.de am 2. September 2014.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  5. Regionalverband Donau-Iller: Regio-S-Bahn Donau-Iller Ergebnisse der Hauptstudie (PDF; 0,5 MB), 7. Oktober 2014, abgerufen am 17. Februar 2015