Unguja Mjini Magharibi

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Unguja Mjini Magharibi
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Stadt Sansibar
Fläche 232 km²
Einwohner 593.678 (2012)
Dichte 2559 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-15

Koordinaten: 6° 12′ S, 39° 15′ O

Die Region Unguja Mjini Magharibi (engl. Zanzibar Urban/West, deutsch Sansibar-Stadt/West) ist eine von insgesamt 31 Regionen (mkoa) in Tansania, eine von fünf im Staat Sansibar und eine von drei auf der Hauptinsel Unguja. Verwaltungssitz ist die Stadt Sansibar. Die Region grenzt im Norden an die Region Unguja Kaskazini im Osten an die Region Unguja Kusini und im Süden und Westen an den Indischen Ozean.

Blick über die Stadt Sansibar
Das Hafenviertel der Stadt Sansibar

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region hat 593.678 Einwohner (Volkszählung 2012) auf einer Fläche von 232 Quadratkilometer, die Region ist damit nach Daressalaam das am dichtesten besiedelte Gebiet von Tansania.[1][2][3] Unguja Mjini Magharibi liegt im Westen der Insel Unguja und hat zwei Klimazonen. Größtenteils herrscht tropisches Monsunklima, Am nach der effektiven Klimaklassifikation, aber es gibt auch tropisches Savannenklima (Aw). Tropisches Monsunklima herrscht in der Hauptstadt. Hier fält in fast allen Monaten signifikanter Regen mit einer großen Spitze rund um den April und einer kleineren Spitze in November/Dezember. Jährlich fallen durchschnittlich 1512 Millimeter Regen, die Durchschnittstemperatur liegt bei 26,9 Grad Celsius:[4]


Klimatabelle Sansibar (Stadt)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 33,4 34,1 34,2 31,7 30,6 30 29,3 29,8 31 31,7 32,4 33 Ø 31,8
Min. Temperatur (°C) 23,6 23,6 23,5 23,4 22,7 21,8 21,2 20,5 20,2 20,6 21,9 23,1 Ø 22,2
Temperatur (°C) 28,5 28,8 28,8 27,5 26,6 25,9 25,2 25,1 25,6 26,1 27,1 28 Ø 26,9
Niederschlag (mm) 69 65 152 357 262 59 45 44 51 88 177 143 Σ 1.512
T
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33,4
23,6
34,1
23,6
34,2
23,5
31,7
23,4
30,6
22,7
30
21,8
29,3
21,2
29,8
20,5
31
20,2
31,7
20,6
32,4
21,9
33
23,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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65
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44
51
88
177
143
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1900 war Sansibar mit Pemba ein Britisches Protektorat, 1963 wurde es unabhängig und vereinigte sich im Jahr 1964 mit Tanganjika zum Staat Tansania. Zu dieser Zeit hatte Sansibar zwei Regionen, Sansibar West (auch Sansibar Stadt) und Sansibar Land, diese wurde 1967 in die beiden Regionen Nord und Süden geteilt. Die Region Sansibar West wird in Swahili „Mjini Magharibi“ genannt, was übersetzt „Stadt im Westen“ bedeutet.[5][6] Unguja Mjini Magharibi bestand ursprünglich aus den zwei Distrikten Mjini und Magharibi,[7] im Jahr 2015 wurde der Distrikt Magharibi in die zwei Distrikte Magharibi A und Magharibi B geteilt.[8]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird in die drei Distrikte Mjini, die der Stadt Sansibar entspricht, Magharibi A und Magharibi B gegliedert:[7][8][9][10]

Distrikt Einwohner

1967

Einwohner

1978

Einwohner

1988

Einwohner

2002

Einwohner

2012

Magharibi A 26.514 31.535 50.945 184.204 370.645
Magharibi B
Mjini (Stadt) 68.380 110.506 157.626 205.870 223.033
Summe 98.894 142.041 208.571 390.074 593.678

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in vielen afrikanischen Regionen ist die Bevölkerung jung, fast vierzig Prozent der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Insgesamt leben deutlich mehr Frauen als Männer in Unguja Mjini Magharibi, auf hundert Frauen kommen nur 92 Männer. Besonders stark ausgeprägt ist der Frauenüberschuss in der Altersgruppe 20 bis 29, wo weniger als 80 Männer auf 100 Frauen kommen. Die Darstellung der Stadtbewohner (schmale Balken in der Pyramide) zeigt, dass der Großteil der Bevölkerung in der Stadt lebt. Die auch hier vorhandene Ausbuchtung bei den Frauen zwischen 20 und 29 Jahren deutet auf eine Zuwanderung aus anderen Regionen hin.[11]

Schüler vor ihrer Schule in Sansibar

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: 24 Prozent der über Fünfjährigen sprachen Swahili, 65 Prozent Englisch und Swahili. Der Anteil der Analphabeten lag bei 11 Prozent (Stand 2012).[12]
  • Gesundheit: Für die medizinische Betreuung der Bevölkerung stehen in der Region 5 private Krankenhäuser und 78 Gesundheitszentren zur Verfügung. Von diesen sind 27 öffentlich und 51 privat geführt (Stand 2018).[13] Im Jahr 2012 waren 23 Prozent der Haushalte Mitglied einer Sozialversicherung.[14]
  • Wasser: Im Jahr 2012 bekamen 72 Prozent der privaten Haushalte ihr Trinkwasser aus Wasserleitungen. 32 Prozent hatten die Wasserleitung im Haus, 16 Prozent im Garten und 23 Prozent benutzten eine öffentliche Wasserleitung. Insgesamt hatten 92 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sicherem und sauberem Wasser.[15]
  • Elektrizität: Für ihre Beleuchtung verwendeten 69 Prozent der 113.000 Haushalte elektrische Energie, 27 Prozent verwendeten Kerosinlampen (Stand 2012).[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der Betriebe in der Region stieg von 8570 im Jahr 2004 auf 13.280 im Jahr 2016, davon waren 395 in der Landwirtschaft, 1460 im Produktionssektor, 8820 im Handel und 2605 im Dienstleistungssektor aktiv. Diese Betriebe beschäftigten 86.775 Mitarbeiter, zwei Drittel davon mit Dienstleistungen, im Verhältnis zur Anzahl der Betriebe wenige (17.569) im Handel.[17] Unguja Mjini Magharibi ist eine überdurchschnittlich wohlhabende Region in Tansania. Während landesweit 58 Prozent der Haushalte einkommensschwach sind, sind dies nur 12 % in Unguja Mjini Magharibi. Dagegen gehören 52 Prozent in der Region zu den oberen Einkommensschichten, verglichen mit 12 Prozent landesweit.[18]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 113.000 Haushalten im Distrikt beschäftigten sich 26.000 mit der Landwirtschaft, überwiegend angebaut wurden Maniok und Bananen. Rund 16 Prozent der Haushalte besaßen auch Nutztiere. Es wurden 270.000 Hühner, 20.000 Rinder und 15.000 Ziegen gehalten (Stand 2012).[19]

Fischerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 wurden in der Region 10.723 Tonnen Fisch gefangen.[20]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 1460 Betrieben im Produktionssektor gehörten 1243 zum verarbeitenden Gewerbe, meist sind es Familienbetriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern (Stand 2016).[21]

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt in der Stadt Sansibar

In der Region Unguja Mjini Magharibi gibt es mit 8820 Betrieben mehr als die Hälfte der Handelsfirmen von ganz Sansibar. Die Betriebe sind überwiegend Kleinstbetriebe im Familienbesitz.[22]

Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 gab es 2605 Firmen im Dienstleistungssektor, die wichtigsten Bereiche waren Transport (15 %), Erziehung (13 %), Finanz- und Versicherungswesen (10 %) und Unterkunft und Verpflegung (8 %). Auch hier waren es größtenteils Familienunternehmen, die Betriebe waren aber größer als in den anderen Wirtschaftsbereichen.[23]

Die Alte Festung in der Steinernen Stadt
Im Forodhani Garten
Der Sultanspalast in der Steinernen Stadt

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptattraktion für den Fremdenverkehr ist die Steinerne Stadt in Sansibar mit der alten Festung, dem Sklavenmarkt und dem Forodhani Garten.[24]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hafen: Die Modernisierung des Hafens in den Jahren 2005 bis 2008 wurde von der Europäischen Union gefördert.[25] Der Hafen hat zwei Liegeplätze mit Kailängen von 240 und 113 Metern, es können Containerschiffe mit einem Tiefgang von bis zu zehn Metern anlegen. Rund 95 Prozent von Sansibars Import und Export werden hier abgewickelt.[26]
  • Flughafen: Der internationale Flughafen Abeid Amani Karume hat eine Pistenlänge von 2462 Metern und wird von Fluglinien aus Afrika und Europa angeflogen (Stand 2020).[27]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stone Town: Die Steinerne Stadt von Sansibar wurde im Jahr 2000 zum UNESCO Welterbe erklärt. Sie besitzt ein fast vollständig erhaltenes Stadtbild mit afrikanischen, arabischen, indischen und europäischen Kulturelementen, die in einem Zeitraum von über tausend Jahren entstanden sind.[28]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Bureau of Statistics & Office of Chief Government Statistician: Basic Demographic and Socio-Economic Profile, Tanzania Zanzibar. Dar es Salaam, Zanzibar 2014, auf www.tanzania.go.tz, PDF-Dokument S. 52 (englisch)
  2. Coastal Profile for Tanzania 2014. (PDF) The Government of Tanzania, S. 57, abgerufen am 5. Januar 2020.
  3. Environmental and Social Management Framework. (PDF) Ministry of Education and Vocational Training, 20. April 2015, S. 18, abgerufen am 5. Januar 2020.
  4. Climate Zanzibar Urban/West: Temperature, climate graph, Climate table for Zanzibar Urban/West - Climate-Data.org. Abgerufen am 4. Januar 2020.
  5. Tanzania Regions. Abgerufen am 4. Januar 2020.
  6. Google Übersetzer. Abgerufen am 4. Januar 2020.
  7. a b Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 15, abgerufen am 4. Januar 2020.
  8. a b Magharibi B, District Profile. (PDF) The Revolutionary Government of Zanzibar, Juni 2017, S. 1, abgerufen am 4. Januar 2020.
  9. Zanzibar Figures 2018. (PDF) Office of the Chief Government Statsticia, Juni 2019, S. 12, abgerufen am 4. Januar 2020.
  10. Zanzibar in Figures 2018. (PDF) Office of the Chief Government Statisticia, Juni 2019, S. 47, abgerufen am 5. Januar 2020.
  11. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 19–20, abgerufen am 4. Januar 2020.
  12. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 69, abgerufen am 4. Januar 2020.
  13. Zanzibar in Figures 2018. (PDF) Office of the Chief Government Statisticia, Juni 2019, S. 35, abgerufen am 5. Januar 2020.
  14. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 121, abgerufen am 4. Januar 2020.
  15. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 109–110, abgerufen am 4. Januar 2020.
  16. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 114, abgerufen am 4. Januar 2020.
  17. Census of Establishments 2016. (PDF) In: http://www.ocgs.go.tz/publication.php?page=2#. Office of Chief Government Statistician-Zanzibar, März 2017, S. 21, 24, 30, abgerufen am 3. Januar 2020.
  18. Zanzibar Report 2017. FinScope Tanzania, S. 19, abgerufen am 5. Januar 2020.
  19. Tanzania Regional Profiles, 53. Mjini Magharibi Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 122–126, abgerufen am 4. Januar 2020.
  20. The Annual bulletin of agricultural statistics 2018. (PDF) In: http://www.ocgs.go.tz/publication.php?page=2#. Office of Chief Government Statistician-Zanzibar, S. 3, abgerufen am 4. Januar 2020.
  21. Census of Establishments 2016. (PDF) In: http://www.ocgs.go.tz/publication.php?page=2#. Office of Chief Government Statistician-Zanzibar, März 2017, S. 40–41, abgerufen am 4. Januar 2020.
  22. Census of Establishments 2016. (PDF) In: http://www.ocgs.go.tz/publication.php?page=2#. Office of Chief Government Statistician-Zanzibar, März 2017, S. 43–44, abgerufen am 4. Januar 2020.
  23. Census of Establishments 2016. (PDF) In: http://www.ocgs.go.tz/publication.php?page=2#. Office of Chief Government Statistician-Zanzibar, März 2017, S. 46–48, abgerufen am 4. Januar 2020.
  24. Popular things to do in Zanzibar Town. Abgerufen am 5. Januar 2020.
  25. European Union Assistance to Tanzania. (PDF) Oktober 2011, S. 3, abgerufen am 5. Januar 2020.
  26. Zanzibar Ports Corporation. Abgerufen am 5. Januar 2020.
  27. Zanzibar - Tanzania. Abgerufen am 5. Januar 2020 (amerikanisches Englisch).
  28. UNESCO World Heritage Centre: Stone Town of Zanzibar. Abgerufen am 5. Januar 2020 (englisch).