Unified Glare Rating

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Das Unified Glare Rating (UGR; deutsch vereinheitlichte Blendungsbewertung) wurde von der Internationalen Beleuchtungskommission CIE (Commission International de l'Eclairage) entwickelt. Es ist ein Verfahren, das die Bewertung der Blendung weltweit vereinheitlichen soll. Je niedriger der UGR-Wert, desto geringer ist die psychologische Blendung.

Bei der UGR-Formel handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Formel zur Berechnung des CIE Glare Index.[1]

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren, bei denen die Blendung durch die Leuchtdichten einer einzelnen Leuchte beurteilt wurde, wird beim UGR-Verfahren die Blendung der gesamten Beleuchtungsanlage für eine definierte Beobachterposition berechnet.

Die DIN EN 12464-1 gibt den UGR-Referenzwert für einen Standardraum an. Moderne Lichtplanungsprogramme ermöglichen eine genaue Berechnung des UGR-Wertes für eine definierte Beobachterposition im Raum. Zusätzlich erfolgt die Angabe des Elevationswinkels 65°, 75° oder 85° für Leuchtdichten < 1.000 Candela/Quadratmeter (Verhältnis Lichtstärke/Fläche). Hierbei handelt es sich um den Grenzwinkel, oberhalb dessen die Leuchte rundum eine Leuchtdichte von 1.000 Candela/Quadratmeter hat.[2][3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Schwierigkeit verschiedener Sehaufgaben, sind laut DIN EN 12464-1, unterschiedliche UGR-Werte einzuhalten:[4]

  • Technisches Zeichnen: UGR ≤ 16
  • Lesen, Schreiben, Unterrichtsräume, Computerarbeit, Kontrollarbeiten: UGR ≤ 19
  • Arbeiten in Industrie und Handwerk, Empfang: UGR ≤ 22
  • Grobe Arbeiten, Treppen: UGR ≤ 25
  • Flure: UGR ≤ 28

In Räumen mit Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen darf der UGR-Wert nicht größer als 19 sein, unabhängig vom Beleuchtungsniveau. Leuchtenhersteller bieten entsprechende UGR-Tabellen an.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die UGR-Berechnung wurde entwickelt, um sie auf Lichtquellen anzuwenden, die eine kleine, aber homogen abstrahlende Fläche besitzen, wie z. B. frei strahlende Leuchtstofflampen, oder Leuchten mit Streuscheiben. Große Flächen, wie z. B. Lichtdecken mit hinterleuchteten Spannfolien, kleine inhomogene Lichtquellen wie Strahler oder bestimmte Downlights ergeben bei dem Berechnungsverfahren einen Wert, der nicht mehr mit der empfundenen Blendung korreliert. Besonders LED-Lichtquellen, die häufig aus einer Vielzahl von einzelnen Lichtpunkten bestehen, sind von diesem Mangel betroffen.

Verschiedene Untersuchungen legen nahe, dass die UGR-Berechnung, ebenso wie die meisten anderen Blendberechungen, eine geringe Korrelation zur empfundenen Blendung aufweisen.[5][6]

Von Takahashi et al. wurden Änderungen vorgeschlagen, um eine verbesserte Berechnung der Blendung zu erreichen.[7] Bislang sind jedoch keine entsprechenden Normungen in Sicht, die eine verbesserte Blendbewertung ermöglichen. Der Aufwand, eine solche in der Lichtindustrie einzuführen, muss auch als groß eingeschätzt werden, da die gängigen Lichtberechnungssoftwares, wie z. B. DIALux oder Relux zur Berechnung nur EULUMDAT-Informationen heranziehen und diese Daten jedoch unzureichend für die Beschreibung inhomogener Leuchtdichten an Lichtquellen sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Publikationen der CIE Division 3 (Memento des Originals vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cie.co.at.
  2. DIN EN 12464-1.
  3. Präsentation über UGR und GI der TU Berlin PDF-Datei.
  4. ZVEI-Leitfaden zur DIN EN 12464-1 (Memento vom 30. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 522 kB) ZVEI-Leitfaden zur Planung mit der DIN EN 12464-1, aufgerufen am 8. September 2011.
  5. http://alexandria.tue.nl/extra2/afstversl/tm/Geerdinck_2012.pdf (PDF; 1997 kB; 2,0 MB) Leonie Geerdinck: Glare perception in terms of acceptance and comfort. August 2012, Graduation Report an: Faculty Industrial Engineering & Innovation Sciences, Technische Universiteit Eindhoven.
  6. http://lrt.sagepub.com/content/early/2012/04/17/1477153512444527.abstract (Memento des Originals vom 5. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/lrt.sagepub.com Robert D Clear: Discomfort glare: What do we actually know? In: Lighting Research and Technology. April 2013 vol. 45 no. 2 141-158 doi:10.1177/1477153512444527.
  7. https://www.jstage.jst.go.jp/article/jlve/31/3/31_3_128/_article (PDF; 698 kB) Hiroshi TAKAHASHI, Yoshinori KOBAYASHI, Shou ONDA, Takashi IRIKURA: Position Index for the Matrix Light Source. In: Journal of Light & Visual Environment. Vol. 31 (2007) No. 3 S. 128–133.