Uniformrock

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Ein Uniformrock, auch Waffenrock, ist die Jacke einer Uniform. Der Begriff wird meist nur für historische Uniformen verwendet. Als Bunter Rock wurde er Synonym für die militärische Uniform an sich. Auch die Bezeichnung Rotrock für britische Soldaten leitet sich davon ab.

Uniformrock im engeren Sinn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer des Königreichs Westphalen (1812): Grenadieroffizier im Westenrock, Offizier der Leichten Infanterie im Kollett[1] (Farbtafel von Richard Knötel)

Beim Uniformrock im engeren Sinn handelt es sich ursprünglich um einen barocken Rock (Justaucorps), bestehend aus Oberteil und angenähten Schößen, der über Hemd und Weste getragen wurde. Ab dem frühen 18. Jahrhundert wurden die Rockschöße frackähnlich beidseitig umgeschlagen. Schoßum- und Ärmelaufschläge, Krägen sowie Rabatten (Brustaufschläge) waren meist in Abzeichenfarbe gehalten. Im Rokoko wurde er immer enger geschnitten, so dass er vorne offen getragen wurde und die Schöße nach hinten wanderten. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Stehkrägen eingeführt. In den Koalitionskriegen wurden die Rabatten nach vorne so verlängert, dass der Rock im Brustbereich wieder ganz geschlossen werden konnte. Man sprach dann (da die Weste so überflüssig wurde und insbesondere im napoleonischen Frankreich und bei dessen Verbündeten) vom Westenrock, von der Kurtka (bei Ulanen) oder, wenn die Rabatten wegfielen, vom Kollett bzw. Spenzer. Im Lauf der Zeit verschwanden die Rabatten fast überall, insbesondere bei den Ulanen hielt man jedoch an ihnen fest[2]

Waffenrock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Joseph I. im weißen Waffenrock eines k.u.k. Feldmarschalls (Gemälde von Franz Xaver Winterhalter)

Der Zivilmode (Gehrock) folgend ersetzte 1843 zunächst im preußischen Heer und später auch in allen westlichen Armeen der Waffenrock Kolett bzw. Spenzer. Er hatte mittellange Schöße, die nicht mehr umgeschlagen waren, so dass er auf Vorder- und Hinterseite gleich lang war. Im Lauf der Zeit erhielt der Waffenrock kürzere Schöße, Brust- und Seitentaschen sowie statt des Stehkragens umgelegte oder offene Krägen.[2] Für verschiedene Gattungen der Kavallerie gab es Sonderformen: für Husaren die Attila, für Ulanen die Ulanka und für Kürassiere und Teile der preußischen Jäger zu Pferde den Koller.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Waffenrock – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Waffenrock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Collet. In: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4., umgearb. und stark vermehrte Auflage, Band 4: China–Deutsch-Krone, Eigenverlag, Altenburg 1858, S. 261.
  2. a b Richard Knötel, Herbert Knötel, Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde. Band 1, Augsburg 1997, S. 10 f.