Union Pacific (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Union Pacific
Originaltitel Union Pacific
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1939
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Cecil B. DeMille
Drehbuch Walter DeLeon
C. Gardner Sullivan
Jesse Lasky jr.
Produktion Cecil B. DeMille
Musik Sigmund Krumgold
John Leipold
Victor Young
Gerard Carbonara
Leo Shuken
Kamera Victor Milner
Schnitt Anne Bauchens
Besetzung

Union Pacific ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahr 1939, den Regisseur Cecil B. DeMille nach dem Roman 1937 erschienenen Roman Trouble Shooter von Ernest Haycox für Paramount Pictures drehte.

Handlung[Bearbeiten]

Zwischen den Eisenbahngesellschaften Union Pacific und Central Pacific kommt es zu einem Wettrennen. Zielort ist die Stadt Ogden in Utah. Bankdirektor Asa Barrows will die Central Pacific unterstützen. Er heuert den Abenteurer Sid Campeau an, damit er die Arbeiten der Union Pacific sabotiert.

Drei Jahre später schickt die Union Pacific die erste Lok auf die Schienen, die vom Lokomotivführer Monahan geführt wird. Jeff Butler soll dabei für Ordnung und Sicherheit auf der Strecke sorgen. Probleme machen besonders Spiel- und Trunksucht der Arbeiter, was von Campeau und dessen Partner Dick Allen, der Jeff aus seiner Zeit bei der Armee kennt, in die Wege geleitet wurde. Zudem werden die Arbeiten ständig von Indianerüberfällen unterbrochen. Dick und Jeff sind nicht nur Gegner am Schienenstrang. Beide fühlen sich zu Monahans Tochter Mollie hingezogen, die wiederum Jeff mag.

Campeau versucht, die Arbeiter wegen zu spät gezahlter Löhne aufzuwiegeln. Barrows wird von General Ulysses S. Grant gezwungen, Geld bereitzustellen. Der Bankdirektor heckt den Plan aus, das geliehene Geld durch einen Diebstahl des Geldsacks wiederzubekommen. Campeau beauftragt Dick mit dem Überfall. Tatsächlich gelingt es Dick, den Geldsack aus dem Zug zu stehlen, wird aber schon bald von Jeff verfolgt. Dick versteckt den Sack in Mollies Postwagen. Als er zurückkehren will, ist er von Jeff eingeholt worden. Nun erscheinen auch Campeau und seine Männer. Mollie akzeptiert die Verlobung mit Dick, um Jeff einen freien Abzug zu verschaffen.

Jeff sucht mit einigen Männern Campeaus Saloon auf. Er kann ein Geständnis Campeaus abringen und lässt dann das Lokal zerstören. Danach geht Jeff zur Kirche, um Dick noch vor der Hochzeit mit Mollie wegen des Raubes zu verhaften. Jeff kommt allerdings zu spät. Mollie verhilft ihrem neuen Ehemann zur Flucht und wird von der Eisenbahngesellschaft gefeuert. An nächsten Morgen kehrt Dick zu Mollie zurück, um mit ihr wegzugehen. Doch ein Überfall der Indianer verhindert dies. Den Angriff überleben nur Jeff, Mollie und Dick, alle anderen Arbeiter sind tot, der Zug vom Gleis gestürzt. Die drei Überlebenden können per Telegraf in Cheyenne um Hilfe bitten. Die Indianer greifen unterdessen immer weiter an, während die Armee eine Einheit zur Rettung schickt. Bei dem Kampf wird Mollie angeschossen. Jeff lässt bei der Ankunft der Armee Dick entkommen, der Jeff daraufhin von Barrows Plänen unterrichtet. Er verspricht, Mollie in Ogden aufzusuchen.

Um Ogden zu erreichen, müssen die Gleise über Schnee gelegt werden, der unter dem Gewicht nachgibt. Bei einem Unfall wird der Lokomotivführer Monahan getötet. Dennoch kann die Union Pacific das Wettrennen nach Ogden gewinnen. Als der letzte Streckennagel eingeschlagen wird, kommt es zwischen Campeau und Dick zu einem Streit, in dessen Folge Dick getötet wird. Mollie und Jeff finden nun zueinander.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, der Film sei ein groß angelegter patriotischer Western mit spektakulären Actionszenen; überdurchschnittliche Kinounterhaltung.[1]

Frank S. Nugent von der New York Times bezeichnete den Film als ganz prima, farbenprächtig, spektakulär und von ausgezeichneter Herkunft.[2]

Die Variety benannte den Film grundlegend als Super-Western.[3]

Der Evangelische Film-Beobachter vertrat die Auffassung, der Film sei gut anzusehen und schon für Jugendliche ab 14 Jahren ebenso spannend wie interessant.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Farciot Edouart, Gordon Jennings und Loren L. Ryder erhielten 1940 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste visuelle Effekte.

1975 wurde der Film mit dem Western Heritag Award bedacht.

Der Film hatte im Wettbewerb der erstmals veranstalteten Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1939 gezeigt werden sollen, die aber aufgrund des Polenfeldzugs Deutschlands nicht stattfanden. 2002 fand bei den 55. Filmfestspielen eine Retrospektive statt, bei der die Wettbewerbsfilme aus dem Jahr 1939 gezeigt wurden. Eine Jury vergab ehrenhalber den Hauptpreis an Union Pacific.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film feierte am 27. April 1939 in Omaha/Nebraska seine Premiere. In Deutschland kam er erstmals am 1939 in einer gekürzten Fassung unter dem Titel Die Frau gehört mir in die Kinos. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1965 wieder aufgeführt.

Zahlreiche Nebenrollen waren mit bekannten Schauspielern besetzt. So spielten u.a. Regis Toomey, Ward Bond, Lon Chaney jr., Monte Blue, Iron Eyes Cody, Max Davidson, Richard Denning, Will Geer, Elmo Lincoln, Walter Long, Nestor Paiva, Cyril Ring und Joe Sawyer kleine, teilweise im Abspann nicht erwähnte, Rollen.

Das Szenenbild stammte von Roland Anderson und Hans Dreier. Als Regieassistent arbeitete u.a. auch Charles Barton.

Das Budget betrug ca. eine Million US-Dollar.[5] Drehorte waren u.a. Cache/Oklahoma, Cedar City/Utah, Council Bluffs/Iowa, Kanab/Utah und Stockton/Kalifornien.

Die Produktion des Films erfolgte in der typischen großzügigen Art DeMilles, wobei er sich der Unterstützung der Union Pacific Railroad versichern konnte, die dem Produktionsteam Konstruktionspläne, Lokomotiven und Waggons zur Verfügung stellte. Eine mehrere Meilen lange Gleisanlage wurde in Utah gebaut, die so groß war, dass Paramount eine Eisenbahnlizenz erwerben musste. DeMille war nach Fertigstellung des Films der Privatmann mit dem meisten Eisenbahnmaterial in den USA.

Ebenso zum typischen DeMille-Stil gehörte der Nachbau der Stadt Cheyenne. Für den Überfall der Indianer wurden Hunderte von Navajos engagiert. Der im Film gezeigte goldene Nagel (Iron Strike) war das Original, das von der Stanford University ausgeliehen wurde.

Für seinen letzten Schwarzweißfilm musste Regisseur DeMille, der sich vor den Dreharbeiten einer Operation unterziehen musste, auf einer Bahre getragen werden. Für die Überwachung der Kameraeinstellungen, die mittels Kränen vorgenommen wurden, musste eine spezielle Plattform gebaut werden.

Die Premiere war ein ebenso großes Spektakel. Drei Tage lang wurden DeMille und seine Stars per Zug, gezogen von einer Originallok, durch die Staaten gezogen und machten werbewirksame Stops. Partys und Paraden wurden dabei abgehalten, ebenso ein monumentaler Kostümball. Der Film startete im Premierenkino in Omaha durch einen Knopfdruck des Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Nach der Premiere führten DeMille und seine Stars die Zugfahrt weiter, bis sie nach 15 Tagen die Ostküste erreichten.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Union Pacific (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  2. Kritik der New York Times (engl.)
  3. Kritik der Variety (engl.)
  4. Ev. Presseverband München, Kritik Nr. 181/1965
  5. Budgetangabe (IMDb)
  6. Frank Miller auf TCM (engl.)