Union Valdôtaine

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Union Valdôtaine
Parteivorstand Ego Perron (Presidente/Président)
Gründung 13. September 1945
Koalition Stella Alpina, Fédération Autonomiste
Ideologie autonomistisch
Internationale Verbindungen keine
Europäische Partei keine
EP-Fraktion keine
Abgeordnete 0
Senatoren 1
Europa­abgeordnete 0
Haupt­sitz ItalienItalien 29, avenue des maquisards
11100 Aosta
Partei­zeitung Le Peuple valdôtain
Website www.unionvaldotaine.org

Die Union Valdôtaine (französisch für Vereinigung des Aostatals) ist eine Regionalpartei in Italien.

Sie regiert in der Region Aostatal und ist derzeit mit einem Senator im italienischen Parlament vertreten.

Auf europäischer Ebene war die Partei dem Bündnis Europäische Freie Allianz angeschlossen, wurde jedoch von diesem 2007 ausgeschlossen.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Art. 1 des Parteistatuts

L’Union Valdôtaine, Mouvement politique qui se rattache aux principes du fédéralisme global, a comme finalité d’assurer l’épanouissement du caractère ethnique et linguistique du peuple valdôtain; d’en servir les intérêts culturels, politiques, sociaux et économiques; de favoriser la coopération entre les communautés ethniques.

Die Union Valdotaine, eine politische Bewegung die sich auf die Grundsätze des globalen Föderalismus beruft, setzt sich als Ziel, die Entfaltung der ethnischen und sprachlichen Eigenschaft des Volkes des Aostatals zu gewährleisten; dessen kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen zu dienen; die Kooperation zwischen den ethnischen Gemeinschaften zu begünstigen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei entstand am 13. September 1945, einen Tag nachdem die italienische Regierung unter Ferruccio Parri zwei Dekrete verabschiedet hatte, das dem Aostatal erste Autonomierechte zugestand. Die Union verstand sich als Sammelbewegung von autonomistischen Politikern, die sich auf die politischen ideale des getöteten Antifaschisten Emile Chanoux beriefen. Konkret wollte man einen Ausbau der noch sehr bescheidenen Autonomie sowie deren internationale Absicherung erreichen.

Am 19. Oktober wurde die Partei von den alliierten Besatzern zugelassen.

Das provisorische Führungskomitee bildeten Albert Deffeyes, Lino Binel, Paul-Alphonse Farinet, Ernest Page, Victor Rosset, Major Joconde Stévenin, Robert Berton, Amédée Berthod, Félix Ollietti, Severino Caveri, Maria Ida Viglino, Flavien Arbaney und Aimé Berthet. Severino Caveri wurde zum ersten Vorsitzenden, Albert Deffeyes zu seinem Stellvertreter bestellt.

1946 organisierte die Partei Großdemonstrationen in Pont-Saint-Martin, Morgex und Aosta, um die Autonomiebestrebungen zu untermauern.

Die Jahre von 1949 bis 1966[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Regionalwahlen 1949 trat die Union Valdotaine zusammen mit der Democrazia Cristiana an. Die gemeinsame Liste erreichte 43,6 %, erhielt aufgrund des Mehrheitswahlrechtes 28 von 35 Sitzen. Severino Caveri wurde vom Regionalrat zum Präsidenten der Regionalregierung gewählt. Die Allianz scheiterte jedoch, und bei den nachfolgenden Wahlen 1954 konnte die Union nur mehr einen Sitz im Regionalrat für sich beanspruchen.

Danach bewegte sich die Union Valdotaine zunehmend auf das linke Parteienspektrum hinzu, und konnte so bei den Parlamentswahlen 1958 sowohl den Senats- als auch den Kammersitz der kleinen Region für sich gewinnen. Bei den Regionalwahlen ein Jahr später gewann die Koalition aus Union Valdôtaine, Partito Socialista Italiano und Partito Comunista Italiano (sog. Lista del leone, dt. Löwenliste) die Mehrheit im Regionalrat, Oreste Marcoz wurde neuer Präsident der Region.

Bei den italienischen Parlamentswahlen am 18. April 1963 wurden wieder beide Sitze von der UV erobert. Bei den Regionalwahlen im Oktober desselben Jahres konnte die Parte 20,4 % auf sich vereinen, erlangte aufgrund des neuen Verhältniszwahlrechts 7 Sitze. Séverin Caveri wurde wieder Regierungspräsident.

1966 zerbrach die Koalition, als die Sozialisten die Seiten wechselten und mit der Democrazia Cristiana ein Bündnis eingingen.

Krise und Abspaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Danach stürzte die Union Valdôtaine in eine tiefe Krise. Zuerst spaltete sich der konservative Flügel ab, und gründete den Rassemblement Valdôtain (RV, Zusammentreffen des Aostatals), der sich zwischenzeitlich Mouvement Autonomiste Valdôtain nannte und mit den italienischen Christdemokraten im Regionalrat eine Koalition schmiedete. 1973 verließ ebenfalls der sozialdemokratische Flügel die Union, um die Union Valdôtaine Progressiste (UVP) zu gründen. Bei den Regionalwahlen 1973 kam die UV dann auf mäßige 11,5 %.

Selbst die Democrazia Cristiana wurde von der Spaltungswelle überrollt. Aus ihr gingen die Democratici Popolari (DP) hervor, die 1973 22,4 % der Stimmen bekamen.

In dieser turbulenten Zeit schaffte es die Union 1970 erstmals den Bürgermeister von Aosta zu stellen. Oreste Marcoz musste aber nach nur einem Jahr aufgeben.

Die Wiederlangung der Macht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Union Valdôtaine konnte 1974 mit Mario Andrione den Vorsitz der Regionalregierung wiederlangen, in dem sie sich mit ihren abgespalteten Schwesterparteien zusammentat und sich von DC und PSI tolerieren ließ. Bei den Regionalwahlen 1978 konnte die wiedererstärkte Partei 24,7 % erreichen, wuchs 5 Jahre später auf 27,1 %.

Nachdem Mario Andrione aufgrund der Casino-Affaire 1984 zurücktreten musste, übernahm Augusto Rollandin die Regierung, die von UV, DC, DP, UVP und PRI unterstützt wurde. Bei den Regionalwahlen 1988 kam die Union dann auf 34,2 %, Rollandin regierte mit einer dennoch um die Sozialisten erweiterte Koalition fort.

Die Legislaturperiode 1988–1993 war eine besonders turbulente. 1990 wurde die UV aus der Regierung gedrängt und der Christdemokrat Giovanni Bondaz neuer Regierungspräsident, auch unter Beteiligung der Autonomistes Démocrates Progressistes, die gemeinsame Liste von DP und RV.

Bei den Parlamentswahlen 1992 konnten sich beide Kandidaten der Union, Luciano Caveri und Cesare Dujany gegen das Kartell der in der Region regierenden Parteien durchsetzen. Daraufhin kam es zu einer neuen Regierungskrise, woraufhin die UV wieder in die Regierungsverantwortung kam: neuer Regionalpräsident wurde Ilario Lanivi, von der kurzlebigen Partei Autonomisti Indipendenti (AI). 1993 eroberte die Union Valdôtaine 37,3 % der Stimmen, 13 Regionalratssitze und mit Dino Viérin die Präsidentschaft. Bei den Wahlen 1998 baute sie ihre Stimmen aus und erlangte mit 17 Sitzen nur einen weniger als die absolute Mehrheit.

Von 2000 bis 2003 konnte die Partei zum ersten und bis heute einzigen Mal einen Abgeordneten ins Europaparlament zu entsenden: Luciano Caveri, der allerdings auf der Liste von Prodis Democratici stand.

Bei den Wahlen 2003 gelang ihr schließlich erstmals die Absolute zu erreichen. Carlo Perrin wurde zum Präsidenten der Region gewählt, zwei Jahre danach musste er den Posten an Luciano Caveri abtreten. Die daraufhin von Perrin gegründete Liste Autonomie Liberté Démocratie konnte der Union bei den Parlamentswahlen 2006 beide Sitze wegnehmen.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Parlamentswahlen 2008 konnte die Union mit dem Wahlkartell Vallée d’Aoste den Senatssitz zurückerobern.

Bei den Regionalwahlen im selben Jahr hat sie die absolute Mehrheit verloren (44,4 %) und bildet zusammen mit der Stella Alpina und der Fédération Autonomiste eine Regierung, die wieder einmal von Augusto Rollandin angeführt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]