United-Airlines-Flug 175

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United-Airlines-Flug 175
UA175 path.svg

Flugroute von UA175, veröffentlicht durch die 9/11-Untersuchungskommission

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Sicherheitsrelevantes Ereignis
Ort World Trade Center
Datum 11. September 2001
Todesopfer 65 + ca. 600 (WTC 2)
Überlebende 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Boeing 767-222
Betreiber United Airlines
Kennzeichen N612UA
Abflughafen Logan International Airport
Zielflughafen Los Angeles International Airport
Passagiere 51 und 5 Entführer
Besatzung 9
Listen von Flugunfällen
Die entführte Boeing 767 im Dezember 1999

Am 11. September 2001 wurde eine Boeing 767-200 auf dem United-Airlines-Flug 175 (Flugnummer: UA175 bzw. UAL175) als zweites von vier Flugzeugen in den USA von fünf Terroristen entführt und um 9:03 Uhr in den Südturm des World Trade Centers in New York City gelenkt. In den benachbarten Nordturm war zuvor schon American-Airlines-Flug 11 gelenkt worden. Der Südturm hielt der Wirkung des Einschlags kürzer stand und stürzte nach 56 Minuten ein. Alle 65 Insassen des Flugzeugs und ca. 600 Personen im Südturm starben bei der Kollision und dem anschließenden Einsturz. Die fünf Entführer waren Marwan Al-Shehhi (mutmaßlicher Pilot), Hamsa Alghandi, Ahmed Alghandi, Fayez Banihammad und Mohand Alsheri.

Flugverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizze des World Trade Centers mit Ort des Einschlags von Flug UA175 in den Südturm (WTC 2)

Die Boeing 767 sollte planmäßig um 8:00 Uhr EDT vom Logan International Airport in Boston zu einem Linienflug zum Los Angeles International Airport starten. Tatsächlich verließ das Flugzeug um 7:59 Uhr das Gate, musste aber in einer Halteposition bis zur Startfreigabe um 8:14 Uhr warten.

Um 8:37 Uhr wurde die Besatzung von der Flugsicherung auf eine südwärts fliegende Boeing 767 der American Airlines (es handelte sich um den American-Airlines-Flug 11) aufmerksam gemacht und zu einer Kursänderung um 30 Grad nach rechts aufgefordert.

Um 8:41 Uhr hörten die Piloten von UA175 verdächtigen Funkverkehr mit, in dem Personen aufgefordert wurden: Stay in your seats! („Bleiben Sie an ihrem Platz!“), und berichteten dies an die Bodenkontrolle.[1]

Um 8:42 Uhr wich Flug UA175 von der vorgegebenen Flugroute ab. Um 8:44 Uhr teilte ein Pilot des US-Airways-Flugs 583 der Flugkontrolle mit, dass er gerade ein Notsignal von Flug UA175 aufgefangen habe.

Um 8:46 Uhr befand sich das Flugzeug etwa 80 Kilometer (50 Meilen) nördlich von New York City und flog in Richtung Baltimore. Ab diesem Zeitpunkt sendete Flug UA175 nach einigen Berichten kein Transpondersignal mehr. Die Untersuchung durch die Flugaufsicht sagt dazu, dass der Transpondercode zweimal geändert, aber der Transponder zu keinem Zeitpunkt abgestellt wurde. Dadurch konnte die Flugsicherung die Flugdaten kontinuierlich verfolgen.[1]

Um 8:46 Uhr schlug die erste entführte Maschine im Nordturm ein. Der Einschlag bewirkte auch eine erdbebenartige Erschütterung im Südturm.[2]

Um 8:58 Uhr ging die Maschine in einer Flughöhe von 8700 Metern (28.500 Fuß) in den Sinkflug über. Die Sinkrate betrug mehr als 1500 Meter (5.000 Fuß) pro Minute.[1][3]

Um 9:03 Uhr Ortszeit (15:03 Uhr Sommerzeit in Deutschland) flog UA175 nach einer weiten Linkskurve mit 510 Knoten (ca. 940 km/h) von Süden[4] in den Südturm, etwa in Höhe zwischen dem 77. und dem 85. Stockwerk.[5] Einige Trümmer stürzten auf der Nordseite des Turms heraus zu Boden. Darunter befanden sich Teile des Fahrwerks, die zwei Blocks entfernt das Dach sowie zwei Stockwerke des Gebäudes 45-47 Park Place durchbrachen. Eine Turbine schlug in der Church Street auf.

Insassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An diesem Tag bildeten der Flugkapitän Victor Saracini, sein Erster Offizier Michael Horrocks sowie die Flugbegleiter Robert Fangman, Amy Jarret, Amy King, Kathryn Laborie, Alfred Marchand, Michael Tarrou und Alicia Titus die neunköpfige Besatzung. Eingecheckt hatten 56 Passagiere.

Drei Passagiere, Pete Hanson, Brian David Sweeney und Garnet Bailey, sowie der Flugbegleiter Robert Fangman konnten nach der Entführung von Bord Telefongespräche führen. Letzterer berichtete von der Tötung der Piloten.

Folgen des Einschlags im Südturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschlag von Flug UA175 im Südturm (Aufnahme von Norden)

Beim Einschlag von UA175 kam es zu einer Explosion des Kerosins und einem darauf folgenden Gebäudebrand ausgehend von den Etagen zwischen dem 77. und dem 85. Stockwerk. Alle 65 Personen an Bord von UA175 mussten bei der Geschwindigkeit und der folgenden Explosion sofort tot gewesen sein. Auf Fotos sind an drei Gebäudeseiten Explosionsflammen aus den Fassaden heraus zu erkennen. Der Anflug wurde live von verschiedenen Fernsehstationen gezeigt, die den brennenden Nordturm filmten. Vom Einschlag existieren viele verschiedene Fotografien aus verschiedenen Blickwinkeln.

Eine unbekannte Anzahl an Personen im Südturm wurde unmittelbar durch den Einschlag des Verkehrsflugzeugs getötet. Durch die zerstörten Treppenhäuser bzw. das verqualmte Treppenhaus war es den Menschen oberhalb der Einschlagstelle weitgehend unmöglich zu fliehen. Durch Hitzeeinwirkung und Qualm in die Enge getrieben, stürzten sich bereits nach wenigen Minuten die ersten Opfer aus den zerstörten Fenstern der oberen Etagen in den Tod, um nicht zu verbrennen. Um 9:59:04 Uhr Ortszeit (EDT), 56 Minuten nach dem Einschlag des Flugzeugs, kollabierte der Südturm komplett. Ungefähr 600 Menschen, darunter viele Feuerwehrleute und anderes Rettungspersonal, befanden sich noch in dem Turm und wurden mit wenigen Ausnahmen bei dessen Einsturz getötet. Nur bei einem Teil der später aufgefundenen Leichenteile gelang die Identifizierung mittels Zahnbefunden und DNA-Analyse.

Die meisten der im Südturm (WTC 2) arbeitenden Menschen, die sich um 9:03 Uhr unterhalb der Einschlagstelle befanden, ca. 8.000 Personen, überlebten. Es gab zahlreiche Verletzte und traumatisierte Personen.

Erinnerung, Mahnung, Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungstafel am World Trade Center Memorial

In Manhattan befindet sich seit 2014 das World Trade Center Memorial (Gedenkstätte mit einem Museum zur Erinnerung an die Opfer).

In den Vereinigten Staaten ist eine sehr vielfältige Kultur der Erinnerung und Mahnung im Zusammenhang mit dieser und den anderen Entführungen und ihren Folgen entstanden. Dazu gehören auch viele Websites von Angehörigen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alle englischsprachig)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c NTSB Report for Flight 175 (PDF; 510 kB) In: NTSB. 19. Februar 2002. Abgerufen am 18. April 2007.
  2. Veröffentlichung der Seismogramme der LCSN Station PAL (Palisades, NY) vom 11. September (Lamont-Doherty Earth Observatory).
  3. Flight 175: As the World Watched (TLC documentary; engl.). The Learning Channel. December 2005. Abgerufen am 6. März 2011.
  4. Daniel R. Bower, Ph. D.: National Transportation Safety Board, Radar Data Impact Speed Study. Office of Research and Engineering, Washingston D.C., 7. Februar 2002, abgerufen am 15. April 2017 (englisch).
  5. NIST NCSTAR 1-5: Reconstruction of the Fires in the World Trade Center Towers (National Institute of Standards and Technology, October 2005)

Koordinaten: 40° 42′ 42″ N, 74° 0′ 49″ W