United States Sixth Fleet

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United States Sixth Fleet
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Verbandsabzeichen
Aufstellung 12. Februar 1950
Land Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Streitkräfte Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Teilstreitkraft United States Navy
Typ Flotte
Unterstellung United States Naval Forces Europe-Africa
Stationierungsort Neapel, Italien
Befehlshaber
Vizeadmiral Lisa M. Franchetti
Befehlshaberin Vice Admiral Lisa M. Franchetti (2018)

Die United States Sixth Fleet (deutsch 6. US-Flotte) ist die für das Mittelmeer und den gesamten östlichen Atlantik zuständige Flotte der US Navy. Sie ist eine der sechs aktiven Flotten der US-amerikanischen Seestreitkräfte. Ihr Hauptstützpunkt befindet sich in Gaeta und das Hauptquartier auf dem Flughafen Neapel-Capodichino (Naval Support Activity Naples) in Italien. Sie ist Teil des militärischen Großverbandes United States Naval Forces Europe-Africa (NAVEUR-NAVAF). Die Flotte war ursprünglich nur im Mittelmeer stationiert, übernahm dann ab 2011 auch teilweise den Verantwortungsbereich der aufgelösten 2. US-Flotte im Atlantik.

Die Sechste Flotte besteht aus mehreren Überwasserkampfschiffen und Flugzeugen in Kampf- und Unterstützungseinheiten, die sich auf mindestens eine Flugzeugträgerkampfgruppe, eine amphibische Gruppe, eine Marineexpeditionseinheit (MEU), eine Logistikgruppe und eine U-Boot-Gruppe aufteilen.

Verantwortungsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verantwortungsbereich (area of responsibility) der 6. US-Flotte und damit auch der US Naval Forces Europe-Africa besteht aus fast dem halben Atlantik vom Nordpol mit der Barentssee, der Nordsee und der Ostsee sowie dem Mittelmeer mit der Adria und dem Schwarze Meer, bis in den südöstlichen Atlantik mit der Antarktis und dem südwestlichen Indischen Ozean.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 6. US-Flotte ist derzeit in folgende Task Forces gegliedert:

  • Task Force 63 (CTF-63): Logistikkräfte, darunter Versorgungsschiffe, Tanker und in Zusammenarbeit mit dem Sealift Logistics Command (SEALOGEUR) des Military Sealift Command.
  • Task Force 64 (CTF-64): Luft- und Raketenabwehr einschließlich strategische U-Boote mit ballistischen Raketen (SSBN) sowie das landgestützte Aegis Ashore Missile Defense System der Naval Support Facility (NSF) in Devesulu, Rumänien
  • Task Force 65 (CTF-65): Im Kern die Commander Destroyer Squadron (CDS-65) mit mehreren Überwasserkampfschiffen. Bis 2011 als Task Force 60 (CTF-60) bestehend auch immer aus einer Flugzeugträgerkampfgruppe.
  • Task Force 67 (CTF-67): Seefernaufklärung und U-Boot-Abwehr
  • Task Force 68 (CTF-68): Marineexpeditionseinheit (MEU)
  • Task Force 69 (CTF-69): U-Boot-Ortung und U-Boot-Abwehr

Zuvor gab es noch die Task Force 61 (CTF-61) mit der amphibischen Komponente bspw. mit Hubschrauberträger, Docklandungsschiffe und die Task Force 62 (CTF-62) als Landungskomponente mit einem Marineinfanteriebataillon und verladene Panzer, Artillerie und Pioniermitteln auf amphibische Landungsschiffe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überwasserkampfschiffe der 6. US-Flotte im Mittelmeer 1954
Emblem der 6. US-Flotte um 1970

Die 6. US-Flotte entstand am 12. Februar 1950 aus der 1948 gegründeten United States Sixth Task Fleet, die wiederum aus der United States Naval Forces Mediterranean (NAVMED).

Während des Kalten Krieges war die 6. US-Flotte das maritime Rückgrat im NATO-Kommandobereich Allied Forces Southern Europe (AFSOUTH) zum Schutz der Südflanke gegenüber dem Warschauer Pakt und gehörte innerhalb des Verteidigungsbündnisses zur Naval Striking and Support Forces Southern Europe (STRIKEFORSOUTH), seit 2004 zur Naval Striking and Support Forces NATO (STRIKFORNATO). Geopolitisch ist das Mittelmeer als Hauptversorgungsweg u. a. von Erdöl besonders wichtig und war es aufgrund der Aktivitäten der Schwarzmeerflotte, die 5. Eskadra der sowjetischen Marine und der sowjetischen Handelsschiffe. Wichtig waren dabei die Meerengen am Bosporus, der Dardanellen, der Straße von Gibraltar, der Straße von Sizilien und der Suezkanal. Auch die Überwachung, Aufklärung wie auch das Eindämmen und Eingreifen in Krisen in Ägypten, Libyen und im Libanon fielen in den vergangenen Jahrzehnten in den Aufgabenbereich der Flotte.

Von 1950 bis 1980 gehörten faktisch immer zwei Flugzeugträgerkampfgruppen zur Flotte.

Nach dem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO 1962 wurde der Heimathafen der Flotte von Villefranche-sur-Mer verlegt nach Gaeta in Italien.

Am 20. September 2005 wurden dann die US Naval Forces Europe mit der 6. US-Flotte zusammengelegt. Der Kommandeur der NAVEUR kommandiert also seit 2005 die US Naval Forces Europe und das JFC Naples, wobei sein Stellvertreter das Kommando über die in Gaeta, Italien, stationierte 6. US-Flotte innehat. Am 1. Oktober 2007 wurde das United States Africa Command (AFRICOM) aufgestellt und ist seit dem 1. Oktober 2008 aktiv. Die United States Naval Forces Africa und die United States Naval Forces Europe teilen sich dabei die Strukturen und Ressourcen.

Liste der bisherigen Flaggschiffe der 6. US-Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: United States Sixth Fleet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien