Universität-Bibel-Freundschaft

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Universität-Bibel-Freundschaft (UBF; engl.: University Bible Fellowship) ist eine weltweit agierende evangelikale[1] Missionsorganisation mit dem Ziel der bibelorientierten Hochschulevangelisation. Der Hauptsitz der Organisation ist in Chicago, Vereinigte Staaten.

Ursprung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gründungsdatum der UBF gilt der 22. bzw. 23. April 1961, als Sara Barry (* 1930), eine Missionarin der US-amerikanischen Southern Presbyterian Church, in Gwangju in Südkorea mit der Bibelarbeit unter den Studenten begann. Ihr erster Name war CSC (Christian Student Center).[2] In Daejeon begann ab Juli 1962 eine Studentenmission von sieben Studenten des Daejeon College und ab September 1962 eine Studentenmission durch Melicent Huneycutt, ebenfalls eine US-amerikanische Missionarin der Southern Presbyterian Church. Diese beiden Gruppen aus Daejeon schlossen sich zusammen, um sich einige Jahre später wiederum mit der Gruppe aus Gwangju zu vereinen. Die Gruppe wurde anschließend in UBF umbenannt und weitete ihre Aktivitäten an andere koreanischen Universitätsstädte aus.

1969 gingen drei koreanische Krankenschwestern namens Inkyung Seo, Hwaja Lee und Dongran Sul als UBF-Missionarinnen nach Deutschland.[3] Seitdem sandte UBF Korea kontinuierlich Laienmissionare aus, zunächst nach Deutschland und in die USA, später in andere Länder.[4] Bis 2006 wurden 1.463 Missionare ausgesandt, wobei die Missionare der zwischenzeitlich aus der UBF hervorgegangenen Campus Mission International (CMI) getrennt gezählt wurden.[5] Unter den nicht konfessionsgebundenen Gemeinden Koreas hatte UBF damit die meisten Missionare ausgesandt. Zu ihrem 50. Jubiläum veranstaltete UBF am 29. Mai 2011 in Seoul einen Weltmissionsbericht, an dem ca. 5.000 Menschen teilgenommen haben.[6]

Organisation und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UBF hat nach eigenen Angaben ca. 1.500 Missionare ausgesandt und ist mit eigenständigen Gemeinden in ca. 88 Ländern weltweit vertreten. Die Gemeinden halten jeweils eigene Gottesdienste ab. Die Größe der außerkoreanischen Gemeinden variiert von einer einzigen Familie bis hin zu 200 Gottesdienstbesuchern in den größeren Gemeinden. In Europa sind ca. 400 Missionare tätig.[7]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland sind fünf Vereine unter dem Namen "Universitäts-Bibel-Freundschaft" aktiv.[8] Externe Informationen über die Mitgliederstärke oder Anzahl der deutschen Gemeinden gibt es aktuell nicht, nach eigenen Angaben hat die Organisation in Deutschland 15 Gemeinden.[9]

Die Gemeinden der UBF arbeiten finanziell selbstständig. Enge Bindungen der Missionare bestehen jeweils zum aussendenden Heimatzentrum (vornehmlich in Korea). Dazu existieren die koordinierenden Funktionen des Generaldirektors, des International Advisory Boards und der Kontinental-Koordinatoren. Bisherige Generaldirektoren waren die Gründer Dr. Samuel Lee (bis 2002) und Sarah Barry (bis 2005) sowie Dr. John Jun (bis 2011) und Dr. Abraham Kim (seit 2011).

Lokal, regional und überregional halten die UBF-Gemeinden regelmäßig Konferenzen ab.[10] Die UBF ist in Deutschland keine Körperschaft des öffentlichen Rechts und finanziert sich aus Spenden. Die meisten UBF Missionare finanzieren sich selbständig. Dr. Wonsuk Ma, der Direktor von OCMS, bezeichnete dies in seinem "UBF Case Study" als "UBF Professional Self-supporting Lay Missionaries".[11] In Deutschland sind die Gemeinden in Köln, Bonn, München, Heidelberg und Mannheim jeweils eingetragene Vereine (e.V.).

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lehre der UBF stützt sich auf die Bibel. Sie bekennt sich zum dreieinigen Gott (Christentum), zur Bibel als dem inspirierten Wort Gottes, zur Sühnung durch den stellvertretenden Opfertod Jesu Christi, zur Auferstehung Jesu Christi und Wiederkunft Christi und zum aus allen Gläubigen bestehenden Leib Christi. Die Organisation bezeichnet sich auf ihrer Webseite selbst als evangelikal.[12] Die UBF-Gemeinden in Deutschland gebrauchen im Gottesdienst und bei der Bibelarbeit vornehmlich die Lutherbibel. Für das Bibelstudium gibt die UBF Fragebögen heraus, dazu ein Heft für die tägliche Bibellese, das „Tägliche Brot“.[13]

Missionsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Missionsmodell von UBF ist Ausbilden und Aussenden von Laienmissionaren. Laiemissionare haben Aufgaben sowohl als Berufstätige, als auch als Missionare. [14][15]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptaktivitäten der UBF sind Bibelstudium zu zweit (engl.: one-to-one Bible study), Schreiben und Austauschen der Stellungnahmen, Lebensgemeinschaften, Leiter-Training und Gebet am frühen Morgen.[16] UBF hält regelmäßig regionale, nationale und internationale Bibelkonferenzen ab. UBF bietet Studenten und Jugendlichen Gelegenheiten, Theater, Orchester, Sport und Singalong mitzumachen.[17][18] UBF unterstützt Medical Missions. In Uganda wurde Bethesda Mission Hospital gegründet.[19][20]

Ökumene / Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA ist UBF Mitglied der National Association of Evangelicals (NAE), des Evangelical Council for Financial Accountability (ECFA) und Cross Global Link.[21]

In Korea ist UBF Mitglied von The Korea World Missions Association(KWMA) und Korean Inter-Missions Network(KIMNET).[22][23]

In Deutschland arbeiten einige UBF-Gemeinden lokal mit Deutsche Evangelische Allianz zusammen. Deutschlandweit hat sich die UBF in den letzten Jahren vermehrt der überkonfessionellen Zusammenarbeit geöffnet. Bei einer Jugendkonferenz im Sommer 2011 nahmen Vortragende vom Bibelseminar Bonn, vom Oxford Center for Mission Studies und von Mission-Net teil.[24]

Die UBF war Aussteller auf dem MissionNet-Kongress vom 28. Dezember 2011 bis 2. Januar 2012 in Erfurt. UBF arbeitet mit Open Doors Deutschland zusammen und nahm am Shockwave 2011 und 2012 teil.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 2002 kam es weltweit zu internen Auseinandersetzungen über die weitere Ausrichtung der UBF. Als die Bemühungen um eine Reform scheiterten, trennten sich einige Gruppen von der UBF und gründeten die Campus Mission International (CMI).[25]

Während UBF in ihrem Ursprungsland Südkorea als christliche Gemeinde anerkannt wird, ist sie in anderen Ländern, wie in Deutschland, Kanada oder den USA, umstritten und an einigen Hochschulen sogar verboten.[26][27] UBF ist trotz interner Kritik und Abspaltungen noch aktiv, vor allem in Bonn. UBF wurde es durch die deutsche Hochschulrektorenkonferenz untersagt, an deutschen Hochschulen zu missionieren.[28] Pfarrer Andrew Schäfer vom Referat Sektenfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland verweist durch einen Auszug auf das Lexikon neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen kritisch auf die Glaubenspraxis der UBF.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knut Backhaus: University Bible Fellowship. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 428.
  2. Sara Barry's Brief von 23. April 1961 an Presbyterian Mission.
  3. ubf.org - The forming of the UBF movement
  4. ubf.org - Pioneering History
  5. Korea Research Institute for Missions 2006 (PDF; 36 kB)
  6. UBF Weltmissionsbericht 2011 - Pressemitteilung von Christian Today(Koreanisch)
  7. UBF Europe: The 40-Years History of UBF European Campus Mission. Ji-Seong Press Ltd, 2009, S.388-391
  8. Abfrage über handelsregister.de vom 10. Juni 2014
  9. germanyubf.org - Gemeinden in Deutschland
  10. ubf.org
  11. Wonsuk Ma: Korean Diaspora and Christian Mission. Regnum Books, Oxford 2011, ISBN 978-1870345897, S. 234-238
  12. UBF-Website About UBF
  13. taeglichesbrot.org - Tägliches Brot
  14. Laien-Missionare: Pressemitteilung von Christian Today (Koreanisch)
  15. Lee, Hyun-Jung; Laiemissionare; Kumran Press 2010; ISBN 9788959229505 (Koreanisch)
  16. Wonsuk Ma: Korean Diaspora and Christian Mission. Regnum Books, Oxford 2011, ISBN 978-1870345897, S.238-240
  17. Weihnachtstheater von Bonn und Mainz UBF
  18. UBF Orchester auf der Europäischen UBF Bibelkonferenz 2009
  19. ubf.org über Medical Mission
  20. Uganda Medical Missions
  21. ubf.org - Memberships
  22. - Members of The Korea World Missions Association
  23. KIMNET Networked Organisations
  24. ubf.org - Young Leaders’ Conference
  25. a b University Bible Fellowship (UBF) In: Harald Baer et al. (Hrsg.): Lexikon neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen. Orientierungen im religiösen Pluralismus. Herder, Freiburg i. Br. 2005, Sp. 1338–1342. Hier als Auszug wiedergegeben auf www.ekir.de
  26. Infos auf Sekten-Sachsen.de
  27. The Manitoban, Eine Studentenzeitung der University of Manitoba, Canada
  28. Artikel in der FAZ: „Wie ein stummes Schaf sein“-Sektierer an der Uni