Stiftung Universität Hildesheim

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Universität Hildesheim
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Gründung 1946 bzw. 2003
Trägerschaft Stiftung öffentlichen Rechts
Ort Hildesheim
Bundesland Niedersachsen
Land Deutschland
Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich
Studenten 6.897 WS 2014/15[1]
Website www.uni-hildesheim.de

Die Universität Hildesheim ist eine Stiftungsuniversität in Hildesheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist sie aus einer 1946 gegründeten pädagogischen Hochschule Alfeld, die 1970 als Abteilung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen nach Hildesheim verlegt, 1978 als wissenschaftliche Hochschule Hildesheim wieder selbständig und 1989 zur Universität Hildesheim wurde. Am 1. Januar 2003 ist die Körperschaft Universität Hildesheim von der Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim übergegangen und wurde eine der ersten Stiftungsuniversitäten in Deutschland. Diesen Schritt zur Stiftungshochschule haben zeitgleich vier andere Hochschulen in Niedersachsen vollzogen. Präsident der Stiftung ist Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Zahl der Studierenden erhöhte sich seit 2000 kontinuierlich und erreichte im Wintersemester 2014/15 eine Zahl von rund 7.100. Einen Schwerpunkt bildet traditionell das Lehramtsstudium mit zurzeit etwa 2.000 Studierenden (davon rund 20 % aus anderen Bundesländern). Die Kulturwissenschaften bilden mit rund 1.100 Studierenden die zweitgrößte Gruppe (davon rund 70 % aus anderen Bundesländern).[2]

Der Frauenanteil unter den Studierenden liegt bei etwa 73 %.[3] Auch der Anteil an Professorinnen liegt mit 43 % deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie von Menschen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft ist ein wichtiger Bestandteil des Leitbildes der Universität Hildesheim.[4] Ihr Gleichstellungskonzept wurde in beiden Runden des Professorinnenprogramms[5] – initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Ländern – positiv begutachtet (2008 bzw. 2013).[6]

Fachbereiche & Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Hildesheim gliedert sich in vier Fachbereiche, denen 27 Institute zugeordnet sind.[7]

Fachbereich I: Erziehungs- und Sozialwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Erziehungswissenschaft (Abt. Angewandte Erziehungswissenschaft, Abt. Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht
  • Institut für Psychologie
  • Institut für Sozialwissenschaften
  • Institut für Katholische Theologie
  • Institut für Evangelische Theologie
  • Institut für Geschichte
  • Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
  • Institut für Sportwissenschaft

Fachbereich II: Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Kulturpolitik
  • Institut für Philosophie
  • Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
  • Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur
  • Institut für Musik und Musikwissenschaft
  • Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft

Fachbereich III: Sprach- und Informationswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für deutsche Sprache und Literatur
  • Institut für englische Sprache und Literatur
  • Institut für Interkulturelle Kommunikation
  • Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
  • Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Fachbereich IV: Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Biologie und Chemie
  • Institut für Geographie
  • Institut für Physik
  • Institut für Technik
  • Institut für Mathematik und Angewandte Informatik
  • Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
  • Institut für Informatik

Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fächerspektrum umfasst Studiengänge in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Sprach- und Informationswissenschaften sowie in Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik.

Heute sind im Studiengang „Lehramt an Grund- Haupt- und Realschulen“ (Bachelor/Master) etwa 40 Prozent der Studierenden eingeschrieben. Rund 75,8 % dieser Studierenden sind weiblich.

Im Fachbereich Informations- und Kommunikationswissenschaften werden die Bachelor-Studiengänge Internationale Kommunikation und Übersetzen (IKÜ) und Internationales Informationsmanagement (IIM) angeboten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit den Master-Studiengang Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik (SuT) zu studieren.

Eine Vorreiterrolle übernahm die Hildesheimer Universität bei der Einführung der international orientierten Abschlüsse Bachelor und Master. Schon zum 1. Oktober 1998 wurde mit dem Weiterbildungsstudiengang "Informationstechnologie (IT)" erstmals ein Master-Studiengang mit dem Abschluss "Master of Science" (M.Sc.) eingeführt, der 2005 erfolgreich evaluiert und als Weiterbildungsstudiengang "Bildungs- und Informationstechnologie (BIT)" reakkrediert wurde. Seit dem Wintersemester 2000/01 existiert ein grundständiger Bachelor-Studiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT).

Weitere Studiengänge bestehen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Bundesweit einzigartige Bachelor-Studiengänge sind Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien sowie die Master-Studiengänge Inszenierung der Künste und Medien, Kulturvermittlung, Literarisches Schreiben sowie Philosophie und Künste interkulturell.

Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim

Der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik bietet u. a. die Studiengänge Informationsmanagement und Informationstechnologie sowie Wirtschaftsinformatik an.

Am Institut für Informatik gibt es das Angebot eines Jungstudiums in den Studiengängen IMIT bzw. Wirtschaftsinformatik,[8] die ersten Schüler konnten 1999 regulär an Veranstaltungen teilnehmen.

Forschungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Hildesheim hat sechs Forschungszentren.[9]

Center for World Music[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Center for World Music, die musikethnologische Forschungseinrichtung der Stiftung Universität Hildesheim, zählt über 6000 Musikinstrumente aus aller Welt, rund 50.000 Tonträger und mehr als 10.000 Bücher zur Musikethnologie. Es steht für musikethnologische Forschung und interkulturelle Musikvermittlung und leistet einen Beitrag zur Verständigung der Kulturen. Direktor ist Raimund Vogels, Professor für Musikethnologie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Träger des Niedersächsischen Wissenschaftspreises 2008.

Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung (CeBU) initiiert, fördert und kommuniziert die Bildungs- und Unterrichtsforschung in den Fachgebieten der Universität und bündelt somit interdisziplinäre sowie innovationsorientierte Kooperationen. Unter expliziter Bezugnahme auf Bildungsprozesse wird Lehr-Lern-, Erziehungs- und Sozialisationsforschung im breiten Spektrum der dazu bereitstehenden und der im Entstehen begriffenen Organisationsformen untersucht.

Forum Fachdidaktische Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forum Fachdidaktische Forschung fördert als Forschungszentrum innerhalb des CeBU die interdisziplinäre fachdidaktische Forschung mit dem Ziel, die Qualität von Forschung und Lehre in den Fachdidaktiken zu stärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Das Forum vernetzt verschiedene fachdidaktische Fragestellungen und fördert den Wissenstransfer sowohl zwischen den Fachdidaktiken als auch mit den Fach- und Bildungswissenschaften.

Herder-Kolleg – Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität Hildesheim hat sich über drei Jahrzehnte ein Schwerpunkt in den Kulturwissenschaften entwickelt, der wissenschaftliche und ästhetische beziehungsweise künstlerische Praxis erkenntnisinnovativ verbindet. Die Lehr- und Forschungsansätze entstehen im Verbund von Theater-, Musik-, Medien- und Literaturwissenschaften sowie Bildender Kunst, Kulturpolitik, Philosophie und Sprachwissenschaften. Gebündelt werden sie im 2009 gegründeten „Herder-Kolleg. Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung“.

Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde an der Stiftung Universität Hildesheim das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen gegründet. Die Universität hat im Schwerpunkt Erziehungs- und Sozialwissenschaften langjährige Erfahrungen und stellt ihre Expertise niedersachsen- und bundesweit mit dem Forschungszentrum zur Verfügung. Das Zentrum ist Plattform für Forschungsvorhaben, für den interdisziplinären und internationalen Austausch, für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung, für regionale Vernetzung und für die Unterstützung von Professionalisierungsbemühungen in den Handlungsfeldern. Erforscht wird die Pädagogik der frühen Kindheit, die kindliche Entwicklung, die soziale Lage von Kindern, die Organisation von Bildungssettings und ihre rechtliche Verankerung. Auf dieser Basis können wichtige Grundlagen für die Förderung frühkindlicher Bildung und Entwicklung erarbeitet werden.

Zentrum für Geschlechterforschung (ZfG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ZfG ist die zentrale Plattform der Geschlechterforschung der Universität Hildesheim und der Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen auf diesem Gebiet. Das ZfG stärkt zum einen die Sichtbarkeit und dient der Vernetzung und Kooperation sowie der Profilierung der Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim. Zum anderen unterstützt das ZfG den Ausbau von lokalen, regionalen, bundesweiten und internationalen Forschungskooperationen. Weitere Ziele des ZfG sind die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die verstärkte Integration der Geschlechterforschung in die Lehre.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Personen haben von der Universität die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen:

Darüber hinaus verlieh die Universität an Heiko Klinge, Walter Georg Olms, Dominik Freiherr von König und Jürgen Stark die Ehrensenatorwürde und an Gerald Frank, Margot Möller-Meyer, Rolf Irle und Hans-Georg Koitz die Ehrenbürgerwürde.

Bekannte Dozenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierende und Studienanfänger/innen im Wintersemester 2014/2015 nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2014/15, S. 31 ff. (abgerufen am 2. April 2015)
  2. Universität Hildesheim: Daten und Fakten
  3. Universität Hildesheim: Entwicklung in Zahlen 2013
  4. Universität Hildesheim: Leitbild
  5. Professorinnenprogramm
  6. BMBF:Professorinnenprogramm II - im 1. Einreichungstermin erfolgreiche Hochschulen
  7. Universität Hildesheim: Übersicht Fachbereiche & Institute
  8. Universität Hildesheim: Informationen zum Jungstudium in den Studiengängen IMIT und WINF
  9. Universität Hildesheim: Forschungszentren [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stiftung Universität Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 8′ 0″ N, 9° 58′ 30″ O