Stiftung Universität Hildesheim

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Stiftung Universität Hildesheim
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Gründung 1946 bzw. 2003
Trägerschaft Stiftung öffentlichen Rechts
Ort Hildesheim
Bundesland NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich[1]
Studierende 8416 WS 2018/2019[2]
Mitarbeiter 777
Netzwerke DFH[3]
Website www.uni-hildesheim.de

Die Universität Hildesheim ist eine Stiftungsuniversität in Hildesheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pädagogische Hochschule Alfeld – Universität Hildesheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist die Universität aus einer 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld, die wegen der Zerstörung Hildesheims in das weitgehend unversehrte Alfeld gelegt worden war. Unter dem Direktor Hans Abmeier verzeichnete sie im ersten Studienjahr 1946/47 erst 110, dann mehrere Jahre hindurch etwa 50 Einschreibungen für das Volksschullehramt. Sie sollte den katholischen Bevölkerungsteil in der britischen Zone mit Lehrkräften versorgen, ohne dass die Konfession eine Aufnahmebedingung war. Kaplan Hans-Otto Knackstedt lehrte katholische Theologie, Dommusikdirektor Otto Brauckmann die Musik. Unter dem Direktor und katholischen Philosophen Franz Flintrop wurde die PH um 1960 unabhängiger vom Kultusministerium aufgestellt und schließlich unter Rektor Günter Klages 1970 als Abteilung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen nach Hildesheim verlegt.

1978 wurde sie als Wissenschaftliche Hochschule Hildesheim unter dem Rektor Heinz-Wilhelm Alten erneut selbständig und 1989 zur Universität Hildesheim mit Ernst Cloer als Rektor. Der Didaktiker und Germanist Wolfgang Menzel war 1995–1998 der Rektor. Ulla Bosse war 1998–2002 die erste Präsidentin.[4]

Stiftungsuniversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2003 ist die Körperschaft Universität Hildesheim von der Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim übergegangen und wurde eine der ersten Stiftungsuniversitäten in Deutschland. Diesen Schritt zur Stiftungshochschule haben zeitgleich vier weitere Hochschulen in Niedersachsen vollzogen, nämlich die Universitäten Göttingen und Lüneburg, die Hochschule Osnabrück und die Tierärztliche Hochschule Hannover. Präsident der Stiftung ist Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Zahl der Studierenden erhöhte sich seit 2000 kontinuierlich und erreichte im Wintersemester 2016/17 eine Zahl von rund 8.200. Einen Schwerpunkt bildet traditionell das Lehramtsstudium mit zurzeit etwa 3.000 Studierenden (davon rund 13 % aus anderen Bundesländern). Die Kulturwissenschaften bilden mit rund 1.300 Studierenden die zweitgrößte Gruppe (davon rund 65 % aus anderen Bundesländern).[5]

Der Frauenanteil unter den Studierenden liegt bei etwa 73 %.[6] Auch der Anteil an Professorinnen liegt mit 43 % deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie von Menschen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft ist ein wichtiger Bestandteil des Leitbildes der Universität Hildesheim.[7] Ihr Gleichstellungskonzept wurde in beiden Runden des Professorinnenprogramms[8] – initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Ländern – positiv begutachtet (2008 bzw. 2013).[9]

Fachbereiche & Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Hildesheim gliedert sich in vier Fachbereiche, denen 27 Institute zugeordnet sind.[10]

Fachbereich 1: Erziehungs- und Sozialwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Erziehungswissenschaft (Abt. Angewandte Erziehungswissenschaft, Abt. Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht
  • Institut für Psychologie
  • Institut für Sozialwissenschaften
  • Institut für Katholische Theologie
  • Institut für Evangelische Theologie
  • Institut für Geschichte
  • Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
  • Institut für Sportwissenschaft

Fachbereich 2: Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Kulturpolitik
  • Institut für Philosophie
  • Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
  • Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur
  • Institut für Musik und Musikwissenschaft
  • Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft

Fachbereich 3: Sprach- und Informationswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für deutsche Sprache und Literatur
  • Institut für englische Sprache und Literatur
  • Institut für Interkulturelle Kommunikation
  • Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
  • Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Fachbereich 4: Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Biologie und Chemie
  • Institut für Geographie
  • Institut für Physik
  • Institut für Technik
  • Institut für Mathematik und Angewandte Informatik
  • Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
  • Institut für Informatik

Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fächerspektrum umfasst Studiengänge in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Sprach- und Informationswissenschaften sowie in Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik.

Heute sind im Studiengang „Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen“ (Bachelor/Master) etwa 40 Prozent der Studierenden eingeschrieben. Rund 75,8 % dieser Studierenden sind weiblich.

Im Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften werden die Bachelor-Studiengänge Internationale Kommunikation und Übersetzen (IKÜ) und Internationales Informationsmanagement (IIM) angeboten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die Master-Studiengänge Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache (DaZ/DaF), Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik (SuT), Internationales Informationsmanagement (Informationswissenschaft oder Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation) oder Medientext und Medienübersetzung zu studieren.

Eine Vorreiterrolle übernahm die Universität bei der Einführung der international orientierten Abschlüsse Bachelor und Master. Schon zum 1. Oktober 1998 wurde mit dem Weiterbildungsstudiengang „Informationstechnologie (IT)“ erstmals ein Master-Studiengang mit dem Abschluss „Master of Science“ (M.Sc.) eingeführt, der 2005 erfolgreich evaluiert und als Weiterbildungsstudiengang „Bildungs- und Informationstechnologie (BIT)“ reakkrediert wurde. Seit dem Wintersemester 2000/01 existiert ein grundständiger Bachelor-Studiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT).

Weitere Studiengänge bestehen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Bundesweit einzigartige Bachelor-Studiengänge sind Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien sowie die Master-Studiengänge Inszenierung der Künste und Medien, Kulturvermittlung, Literarisches Schreiben sowie Philosophie und Künste interkulturell.

Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim

Der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik bietet u. a. die Studiengänge Informationsmanagement und Informationstechnologie, Wirtschaftsinformatik, Angewandte Informatik sowie das Master-Studienprogramm Data Analytics an.

Am Institut für Informatik gibt es das Angebot eines Jungstudiums in den Studiengängen IMIT bzw. Wirtschaftsinformatik,[11] die ersten Schüler konnten 1999 regulär an Veranstaltungen teilnehmen.

Die Universität unterhält mehrere internationale Partnerschaften. So wird beispielsweise der Doppelbachelor ""Interkulturelle Kommunikation: deutsch-russische Beziehungen" als Studienvariante des Bachelors Internationales Informationsmanagement (Schwerpunkt Angewandte Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation) angeboten. Im Zuge dessen verbringen die Studierenden ein Jahr an einer Partneruniversität, die Staatliche Universität Nowgorod[12]. Im Master wird das Joint Degree "Global Studies on Management and Information Science (GLOMIS)" als Variante des Masterstudiengangs Internationales Informationsmanagement - Informationswissenschaft angeboten. Hier studieren die Studierenden ein Jahr an der Heimatuniversität und ein Jahr an einer Partneruniversität in Südkorea, entweder an der Pai Chai University (배재대학교) in Daejeon oder der Chungbuk National University (충북대학교) in Cheongju[13].

Forschungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität hat sechs Forschungszentren.[14]

Center for World Music[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Center for World Music, die musikethnologische Forschungseinrichtung der Stiftung Universität Hildesheim, zählt über 6000 Musikinstrumente aus aller Welt, rund 50.000 Tonträger und mehr als 10.000 Bücher zur Musikethnologie. Es steht für musikethnologische Forschung und interkulturelle Musikvermittlung und leistet einen Beitrag zur Verständigung der Kulturen. Direktor ist Raimund Vogels, Professor für Musikethnologie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Träger des Niedersächsischen Wissenschaftspreises 2008.

Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung (CeBU) initiiert, fördert und kommuniziert die Bildungs- und Unterrichtsforschung in den Fachgebieten der Universität und bündelt somit interdisziplinäre sowie innovationsorientierte Kooperationen. Unter expliziter Bezugnahme auf Bildungsprozesse wird Lehr-Lern-, Erziehungs- und Sozialisationsforschung im breiten Spektrum der dazu bereitstehenden und der im Entstehen begriffenen Organisationsformen untersucht.

Herder-Kolleg – Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität hat sich über drei Jahrzehnte ein Schwerpunkt in den Kulturwissenschaften entwickelt, der wissenschaftliche und ästhetische beziehungsweise künstlerische Praxis erkenntnisinnovativ verbindet. Die Lehr- und Forschungsansätze entstehen im Verbund von Theater-, Musik-, Medien- und Literaturwissenschaften sowie Bildender Kunst, Kulturpolitik, Philosophie und Sprachwissenschaften. Gebündelt werden sie im 2009 gegründeten „Herder-Kolleg. Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung“.

Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde an der Stiftung Universität Hildesheim das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen gegründet. Die Universität hat im Schwerpunkt Erziehungs- und Sozialwissenschaften langjährige Erfahrungen und stellt ihre Expertise niedersachsen- und bundesweit mit dem Forschungszentrum zur Verfügung. Das Zentrum ist Plattform für Forschungsvorhaben, für den interdisziplinären und internationalen Austausch, für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung, für regionale Vernetzung und für die Unterstützung von Professionalisierungsbemühungen in den Handlungsfeldern. Erforscht wird die Pädagogik der frühen Kindheit, die kindliche Entwicklung, die soziale Lage von Kindern, die Organisation von Bildungssettings und ihre rechtliche Verankerung. Auf dieser Basis können wichtige Grundlagen für die Förderung frühkindlicher Bildung und Entwicklung erarbeitet werden.

Zentrum für Geschlechterforschung (ZfG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ZfG ist die zentrale Plattform der Geschlechterforschung der Universität Hildesheim. Das ZfG stärkt zum einen die Sichtbarkeit und dient der Vernetzung und Kooperation sowie der Profilierung der Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim. Zum anderen unterstützt das ZfG den Ausbau von lokalen, regionalen, bundesweiten und internationalen Forschungskooperationen. Weitere Ziele des ZfG sind die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die verstärkte Integration der Geschlechterforschung in die Lehre.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Personen haben von der Universität die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen:

Darüber hinaus verlieh die Universität an Heiko Klinge, Walter Georg Olms, Dominik Freiherr von König, Jürgen Stark und Uwe Schiedeck die Ehrensenatorwürde und an Gerald Frank, Margot Möller-Meyer, Rolf Irle und Hans-Georg Koitz die Ehrenbürgerwürde.

Bekannte Dozenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stiftung Universität Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präsidium auf uni-hildesheim.de (zuletzt abgerufen am 31. Juli 2019).
  2. Stiftung Universität Hildesheim: Studierendenzahl im Wintersemester 2018/2019, abgerufen am 4. Februar 2019.
  3. Netzwerk. Liste der Hochschulen im Netzwerk der DFH. In: www.dfh-ufa.org. Deutsch-Französische Hochschule, abgerufen am 6. Oktober 2019.
  4. 70 Jahre im Dienst der Bildung. (PDF) In: hildok.bsz-bw.de. Universität Hildesheim, 2016, abgerufen am 6. Januar 2019.
  5. Universität Hildesheim: [1]
  6. Universität Hildesheim: Entwicklung in Zahlen 2013
  7. Universität Hildesheim: Leitbild
  8. Professorinnenprogramm
  9. BMBF: Professorinnenprogramm II – im 1. Einreichungstermin erfolgreiche Hochschulen (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)
  10. Universität Hildesheim: Übersicht Fachbereiche & Institute
  11. Universität Hildesheim: Informationen zum Jungstudium in den Studiengängen IMIT und WINF@1@2Vorlage:Toter Link/www.uni-hildesheim.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  12. Dr Jörg Diederich Pressestelle: Doppelstudiengang IKK: Deutsch-russische Beziehungen. 11. April 2016, abgerufen am 24. Oktober 2019 (norwegisch).
  13. Dr Jörg Diederich Pressestelle: Joint Degree: Global Studies on Management and Information Science (IIM-GLOMIS). 18. September 2013, abgerufen am 24. Oktober 2019 (norwegisch).
  14. Universität Hildesheim: Forschungszentren (Memento vom 11. März 2013 im Internet Archive) auf www.uni-hildesheim.de

Koordinaten: 52° 8′ 0″ N, 9° 58′ 30″ O