Universität Koblenz-Landau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Universität Koblenz)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Universität Koblenz-Landau
Logo
Gründung 1990
Ort Koblenz und Landau
Bundesland Rheinland-Pfalz
Land Deutschland
Präsidentin May-Britt Kallenrode
Studierende 16.981 (WS 2017/18)[1]
Mitarbeiter 1.401 (April 2018)
davon Professoren 175 (April 2018)
Jahresetat ca. 78 Mio. EUR (2015)
Drittmittel: 14.489.516 EUR (2016)
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-koblenz-landau.de

Die Universität Koblenz-Landau – in den Jahren 1969 bis 1990 Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz – ist eine Universität mit acht Fachbereichen an zwei Campus in Koblenz und Landau sowie dem Sitz ihrer Präsidentin in Mainz. Sie ist mit über 16.000 Studierenden die zweitgrößte Universität in Rheinland-Pfalz. Etwa 61 % der Studierenden der Universität studieren Lehramtsstudiengänge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Metternicher Eule auf den Campus Koblenz
Blick vom Studentenwohnheim auf den Campus Koblenz
Universitätsbibliothek Koblenz

Die 1990 gegründete Universität fußt auf mehreren Vorgängerinstitutionen in Koblenz, Landau, Worms, Kaiserslautern und Trier. 1903 wurde in Koblenz mit dem Königlich Preußischen Lehrerinnenseminar eine erste Bildungsstätte für Lehrkräfte gegründet, aber bereits 1925 wieder geschlossen. Während des Nationalsozialismus wurde erneut Lehrerbildung betrieben, jedoch auf niedrigem Niveau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pädagogische Akademie in Rheinland-Pfalz gegründet, welche 1960 in sechs Pädagogische Hochschule in Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Trier und Worms umgewandelt wurde. Diese gingen dann in der am 1. Oktober 1969 gegründeten Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz (EWH) auf, welche neben Landau und Koblenz auch Abteilungen in Mainz und in Worms hatte. 1970 erhielt die EWH das Promotions- und Habilitationsrecht. 1978 wurde die Abteilung in Worms aufgelöst und die Abteilung Sonderpädagogik in Mainz 1985 an die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz verlagert.

Am 1. Oktober 1990 wurde die EWH zur Universität Koblenz-Landau umgewandelt sowie die Fachbereiche Informatik in Koblenz und Psychologie in Landau eingerichtet. Die Universität verfügt seitdem über acht Fachbereiche. 1992 wurde das Institut für Sonderpädagogik von der Johannes Gutenberg-Universität wieder an den Campus Landau zurückgeführt.

Bei Ausschachtungsarbeiten für den Neubau eines Zentralgebäudes der Universität Koblenz-Landau wurde am 20. Mai 1999 eine britische 1800 kg schwere Luftmine gefunden. Dies war einer der größten Bombenfunde nach dem Zweiten Weltkrieg in Koblenz und führte bei der Entschärfung zur bis dahin größten Evakuierung der Bevölkerung.[2] Nach dem Umzug der Universität vom Koblenzer Stadtteil Oberwerth in den Stadtteil Metternich im Jahr 2002 besitzt sie in Koblenz einen der neuesten Campusse in Deutschland. In Landau konnten 2004 zusätzlich zum alten Campus neue Gebäude in Betrieb genommen werden. Weitere kamen im Jahr 2010 hinzu, als neuer „Aufgang von der Stadt zum Campus“. Der Hauptcampus wird gerade modernisiert und erweitert.

Struktur der Universität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgang zwischen den Gebäuden I und K am Campus Landau

Die Universitätsleitung besteht aus einer kollegialen Hochschulleitung mit der Präsidentin May-Britt Kallenrode, dem Vizepräsidenten Harald v. Korflesch (Campus Koblenz), der Vizepräsidentin Gabriele Schaumann (Campus Landau) und dem Kanzler Michael Ludewig.

Die Zahl der Studierenden hat sich seit 1990 vervierfacht. Inzwischen sind über 16.000 Studierende eingeschrieben, jeweils etwa die Hälfte in Koblenz und in Landau. Diese geteilte Struktur der Universität mit zwei ca. 150 Kilometer voneinander entfernten Campus und einem gemeinsamen Präsidialamt in Mainz ist bundesweit einmalig. Die beiden Campus haben je vier Fachbereiche:

Campus Koblenz
Fachbereich 1: Bildungswissenschaften, Fachbereich 2: Philologie / Kulturwissenschaften, Fachbereich 3: Mathematik / Naturwissenschaften, Fachbereich 4: Informatik
Campus Landau
Fachbereich 5: Erziehungswissenschaften, Fachbereich 6: Kultur- und Sozialwissenschaften, Fachbereich 7: Natur- und Umweltwissenschaften, Fachbereich 8: Psychologie

Die Universität hat neben seinen acht Fachbereichen und seinen Einrichtungen ein DFG-Graduiertenkolleg, eine Graduiertenakademie, eine Graduiertenschule und ein Interdisziplinäres Promotionszentrum zur Qualifikation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eingerichtet.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Koblenz-Landau richtet die Forschung und Lehre an drei miteinander vernetzten, interdisziplinären Profilbereichen aus: Bildung, Mensch, Umwelt. Der Ausbau des Studien- und Weiterbildungsangebots, die Intensivierung der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die stärkere internationale Ausrichtung aller Bereiche der Universität sind weitere Entwicklungsziele.

Das Logo symbolisiert die Ausrichtung der Forschung an den drei interdisziplinären Profilbereichen: Bildung, Mensch, Umwelt der Universität Koblenz · Landau.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität nimmt innerhalb des Landes Rheinland-Pfalz eine herausragende Rolle in den Bildungswissenschaften und der Lehrerbildung ein. Sie bietet als einzige Universität des Landes Lehramtsstudiengänge für alle Schularten an. Diese Kernkompetenz prägt den Profilbereich. Wichtige Merkmale sind auch die Kombination von Pädagogik und Fachdidaktik, die große Bedeutung der außerschulischen Lernorte und Schülerlabore sowie die Verknüpfung von Wissenschaft und schulpädagogischen Praxis z. B. über die CampusSchule-Netzwerke.

Mensch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Profilbereich wird geprägt von den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, in denen insbesondere Sprachen, Kunst und Kultur, Politik und Wirtschaft analysiert werden, von der Psychologie als Humanwissenschaft sowie der Informatik, die umfangreiche IT-basierte Dienstleistungen für den Menschen entwickelt, optimiert und auf ihre Praxistauglichkeit erprobt.

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei wissenschaftliche Ansätze charakterisieren diesen Profilbereich. Der umweltwissenschaftliche Ansatz thematisiert die naturwissenschaftlich beschreibbare Umwelt, die Informatik beschäftigt sich mit der technisch-digitalen Umwelt und die Geistes- und Sozialwissenschaften begreifen Umwelt als kulturelle bzw. gesellschaftliche Umgebung.

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehramtsstudiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einzige Universität in Rheinland-Pfalz bietet die Universität Koblenz-Landau Lehramtsstudiengänge für alle Schularten an. An beiden Campus kann sowohl der Bachelor als auch der Master für das Lehramt an einer Grundschule, Realschule plus sowie für das Gymnasium erworben werden. Zudem lassen sich am Campus Landau lehramtsbezogene Bachelor und Master für die Förderschule und am Campus Koblenz für Berufsbildende Schulen studieren.[3]

  • Lehramtsbezogener Bachelorstudiengang
  • Lehramtsbezogene Masterstudiengänge
  • Zertifikatsstudiengang Darstellendes Spiel

Bachelorstudiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angewandte Naturwissenschaften
  • BioGeoWissenschaften
  • Computervisualistik
  • Erziehungswissenschaft
  • Informatik
  • Informationsmanagement
  • Kulturwissenschaft
  • Mathematische Modellierung
  • Mensch und Umwelt: Psychologie, Kommunikation, Ökonomie
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Sozial- und Kommunikationswissenschaften
  • Umweltwissenschaften
  • Wirtschaftsinformatik
  • Zwei-Fach-Bachelor

Masterstudiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Applied Physics
  • BioGeoWissenschaften
  • Ceramic Science and Engineering
  • Chemie und Physik funktionaler Materialien
  • Computervisualistik
  • Ecotoxicology
  • E-Government
  • Erziehungswissenschaft
  • Germanistik - Dynamiken der Vermittlung [4]
  • Informatik
  • Informationsmanagement
  • Kulturwissenschaft
  • Mathematical Modeling of Complex Systems
  • Psychologie
  • Sozial- und Kommunikationswissenschaften[5]
  • Umweltwissenschaften/ Environmental Sciences
  • Web Science[6]
  • Wirtschaftsinformatik

Postgraduales Fernstudium und Berufsbegleitende Weiterbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW)[7] ist eine seit 1991 bestehende zentrale Einrichtung der Universität Koblenz-Landau. Es ist die älteste Fernstudieneinrichtung an Hochschulen in Rheinland-Pfalz und hat sich auf das Angebot postgradualer Fernstudiengänge und berufsbegleitende Fernstudienkurse spezialisiert. Es bietet auch Weiterbildungen im Präsenzformat (z. B. Seminare) an. Das Bildungsformat bei einem Fernstudium folgt dabei dem 'Blended-Learning-Konzept', d. h. einer Kombination aus Phasen des angeleiteten Selbststudiums mit Hilfe schriftlicher Lernunterlagen und Präsenzphasen.

Bereich Humanwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inklusion und Schule (M.A.)“ (Master of Arts)
  • Personal und Organisation (M.A.)“ (Master of Arts)
  • Didaktik und Inklusion (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Grundlagen inklusiver Pädagogik (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Grundlagen des Personalmanagements (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Organisationales Lernen (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)

Bereich Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereich Naturwissenschaften und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Angewandte Umweltwissenschaften (M.Sc.)“ (Master of Science)
  • Energiemanagement (M.Sc.)“ (Master of Science)
  • „Erneuerbare Energien und Energiewirtschaft (MAS)“ (Master of Advanced Studies)
  • „Deutsches Umweltrecht“ (Zertifikat)
  • „Europäisches Umweltrecht“ (Zertifikat)
  • „Betriebliches Umweltmanagement und Umweltökonomie“ (Zertifikat)
  • „Anwendungsorientiertes Energiemanagement (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Energiemanagement: Politik und Recht (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Grundlagen des Energiemanagements (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • „Konventionelle und Regenerative Energieerzeugung (CAS)“ (Certificate of Advanced Studies)
  • Grundwasserökologie in der Wasserversorgung und im Umweltschutz“ durch das Institut für Grundwasserökologie (IGÖ) GmbH (Zertifikat)

Ehemalige Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studiengänge Kunstpädagogik, Lehramt Kunst, Sozialkunde und der postgraduale Master of Arts in Gesundheitsmanagement wurden eingestellt. Aufgrund der im Juli 2012 vom Senat beschlossenen Konzentration des Fachs Musik am Campus Koblenz nahm das Institut für Musikwissenschaft und Musik am Campus Landau zum WS 2012/13 die letzten Musikstudenten auf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roman Heiligenthal, Evangelischer Theologe und Präsident der Universität von 2005 bis 2017
  • Josef Klein, Sprachwissenschaftler und Präsident der Universität von 2000 bis 2005
  • Hermann Saterdag, Bildungsforscher, Präsident der EWH von 1988 bis 1990 sowie Präsident der Universität von 1988 bis 2000
  • Siegfried Wibbing, Theologe, Rektor der EWH von 1970 bis 1972 sowie Präsident der EWH von 1984 bis 1988
  • Franz Fippinger, Präsident der EWH von 1972 bis 1984

Studentische Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amnesty International; Campus Radau (Uni-Radio); freiLOS; Objektiv (filmische Dokumentationen); Umweltgruppe; Queerulanten; Uni-Kino; Uni-Kneipe „Fatal“; Sommercafé; Hochschulsport; Sommer-Uni; StadttUni.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universität Koblenz-Landau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Studierende an Hochschulen im Wintersemester 2017/2018
  2. Mai 1999 - Der Bombenfund in: uni-koblenz.de
  3. Siehe Uni-Homepage Universität Koblenz-Landau, Lehramtsstudiengänge (Bachelor/Master of Education). Stand: März 2013
  4. [1], abgerufen am 10. Juni 2017.
  5. Universität Koblenz-Landau, Institut für Sozialwissenschaften, abgerufen am 15. Juni 2012.
  6. WeST, Information about the Master Programme in Web Science
  7. s. Universität Koblenz-Landau, Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung, Fernstudiengänge
  8. uni-koblenz-landau.de: Fachberichte Informatik, letzter Abruf: Februar 2018
  9. uni-koblenz-landau.de: Arbeitsberichte aus dem Fachbereich Informatik, letzter Abruf: Februar 2018
  10. uni-landau.de: Landauer Schriften zur Kommunikations- und Kulturwissenschaft, letzter Abruf: Mai 2010
  11. uni-koblenz-landau.de: Koblenzer Geographisches Kolloquium, letzter Abruf: Februar 2018
  12. Verlag Empirische Pädagogik, letzter Abruf: Februar 2018

GeoHack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Campus Koblenz) (Campus Landau)

Koordinaten: 50° 0′ 11,2″ N, 8° 15′ 35,5″ O