Universität Luzern

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Universität Luzern
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Gründung 2000 (1574 Gründung des Jesuitenkollegiums Luzern)
Trägerschaft Kanton Luzern
Ort Luzern, Schweiz
Rektor Bruno Staffelbach
Studenten 2790 (HS 2015)[1]
Mitarbeiter 496 (Ende 2015)[2]
davon Professoren 69 (Ende 2015)
Netzwerke swissnex, Netzwerk Schweizer Wissenschaftsräte im Ausland (HS 2011)[3]
Website www.unilu.ch

Die Universität Luzern gehört mit 2790 Studierenden sowie 69 Professuren zu den kleinsten der Schweiz. Dennoch geniesst sie in manchen Bereichen, etwa mit ihrem Institut für Jüdisch-Christliche Forschung, internationales Ansehen. Seit ungefähr 1600 gibt es in Luzern Studiengänge für Philosophie und Theologie. Neben der Theologischen Fakultät und der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (ehemals Geisteswissenschaftliche Fakultät) gibt es seit 2001 auch eine Rechtswissenschaftliche Fakultät. Auf das Herbstsemester 2016 hin nahm eine vierte, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät den Studienbetrieb auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die katholische Elite mit der Reformation die Universität Basel als Bildungsstätte verlor, wurde auf Anregung von Karl Borromäus 1574 das Jesuitenkollegium Luzern gegründet. Mit der Gründung der Universität Freiburg 1889 sanken Luzerns Chancen auf eine eigene Universität. Um 1920 wurde das Projekt einer gesamtschweizerischen katholischen Universität mit Fakultäten in Freiburg und Luzern verfolgt, aber ohne Erfolg. Auch das Projekt einer konfessionsneutralen Universität scheiterte 1978 in einer Volksabstimmung. Ab 1973 anerkannte der Bundesrat die theologische Fakultät als Hochschule. Das 1985 dazugekommene Philosophische Institut wurde mit dem 1989 geschaffenen Lehrstuhl für Geschichte 1993 zur geisteswissenschaftlichen Fakultät erhoben. Im Jahr 2000 wurde das neue Universitätsgesetz vom Luzerner Stimmvolk gutgeheissen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Oktober 2000 wurde die bisherige Hochschule zur Universität.[4] 2001 wurde die rechtswissenschaftliche Fakultät gegründet. Im Jahre 2005 erfolgte die gesamtschweizerische Anerkennung durch den Bundesrat.

Das 2011 bezogene Luzerner Universitätsgebäude

Im Frühling 2006 wurde zuerst vom Stimmvolk der Stadt Luzern einer Umzonung des Grundstücks und einem Standortbeitrag von acht Millionen Schweizer Franken zugestimmt. Im November 2006 stimmte die Bevölkerung des Kantons dem Umbaukredit von rund 140 Millionen Schweizer Franken zu. Von dieser Summe entfiel rund ein Drittel auf den Kanton Luzern. Die Umbauarbeiten begannen 2007 und wurden 2011 abgeschlossen. Im September zog die Universität zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz von ihren über die Stadt verteilten Standorten in das umgebaute Postbetriebsgebäude beim Bahnhof Luzern, welches aufgrund der Verlagerung des Briefpostzentrums nach Härkingen nicht mehr gebraucht wurde. Seit September 2011 befinden sich alle Fakultäten und Institute an einem zentralen Standort an der Frohburgstrasse 3, dem vorherigen Postbetriebsgebäude.[5] 2014 wurde eine Kühlung eingebaut, nachdem sich in den ersten Jahren der Nutzung gezeigt hatte, dass im Sommer bei Vollbelegung die Temperaturen in den Hörsälen, Seminarräumen und im Lesesaal zu hoch waren.

Am 30. November 2014 hiessen die Stimmbürger des Kantons Luzern in einer Referendumsabstimmung die Revision des Universitätsgesetzes gut. Das revidierte Gesetz sieht die Schaffung einer Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät vor. Die Finanzierung des Aufbaus während der ersten vier Betriebsjahre sollte durch Drittmittel von Firmen, Stiftungen und Privaten sichergestellt werden.[6] Mit Beginn des Herbstsemesters 2016 nahm die Fakultät den Studienbetrieb mit rund 200 Studierenden auf.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität besteht aus vier Fakultäten, denen zahlreiche Institute, Seminare und Forschungsstellen zugeordnet sind. Zur Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gehören sieben Professuren. Sie ist jedoch noch nicht in Institute unterteilt.

Theologische Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theologische Fakultät gilt als die älteste katholisch-theologische Lehr- und Forschungsinstitution der Schweiz.[7]

  • Institut für Jüdisch-Christliche Forschung
  • Institut für Sozialethik
  • Ökumenisches Institut
  • Religionspädagogisches Institut (das in Zusammenarbeit mit Pädagogische Hochschule Luzern eine Ausbildung zum Religionslehrer anbietet)
  • Theologisches Seminar
  • Institut für kirchliche Weiterbildung
  • Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ethnologisches Seminar
  • Health Sciences and Health Policy
  • Historisches Seminar
  • Seminar für Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung
  • Ökonomisches Seminar
  • Philosophisches Seminar, mit den Schwerpunkten Politische Philosophie (Martin Hartmann) und Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie (Christiane Schildknecht)
  • Politikwissenschaftliches Seminar
  • Religionswissenschaftliches Seminar
  • Soziologisches Seminar; eines der grössten der Schweiz, mit methodologischer Ausrichtung (Rainer Diaz-Bone)

Rechtswissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Center for Conflict Resolution
  • Center for Law and Sustainability
  • Institut für Unternehmensrecht
  • Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht – KOLT
  • lucernaiuris – Institut für Juristische Grundlagen
  • Luzerner Zentrum für Sozialversicherungsrecht
  • Staatsanwaltsakademie
  • Zentrum für Recht und Gesundheit
  • Zentrum für Religionsverfassungsrecht

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Studiengänge der Universität Luzern sind zweistufig. Nach sechs Semestern schliessen die Studierenden mit dem Bachelor ab. Nach weiteren drei bis vier Semestern erlangen sie den Master. Die Studienleistungen werden mit Credit Points gemessen.

Theologische Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Theologischen Fakultät lässt sich katholische Theologie im Bachelor und Master studieren, Religionspädagogik im Bachelor, Religionslehre, Kirchenmusik und Religion-Wirtschaft-Politik im Master.

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet Bachelor- und Master-Studiengänge in den folgenden Fächern an:

Ebenfalls an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät können die folgenden integrierten Studiengänge besucht werden:

Rechtswissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet Bachelor- und Masterstudiengänge im Fach Rechtswissenschaft an.

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät startete im Herbstsemester 2016 mit einem Bachelorstudiengang in Wirtschaftswissenschaften. Der Start eines Masterstudiengangs ist auf das Herbstsemester 2018 oder 2019 vorgesehen. Im Master werden die Vertiefungsrichtungen Politische Ökonomie, Unternehmerische Führung mit den Bereichen Human Resource Management und Unternehmerschule sowie Integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie angeboten.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität studierten im Herbstsemester 2015 insgesamt 2790 Studenten, davon 1437 Studierende auf der Bachelor- und 967 auf der Masterstufe und 326 im Doktoratsstudium. Aufgeteilt nach Fakultäten umfasst die Rechtswissenschaftliche Fakultät 1326 Studierende, gefolgt von der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit 1178 und der Theologischen Fakultät mit rund 269 Studenten. Ausserdem belegen 285 Personen ein Nachdiplomstudium.

Die Mitarbeiterzahl betrug Ende 2015 insgesamt 496 Stellen, davon waren 69 Professuren (48 Männer und 21 Frauen).[2] Im akademischen Mittelbau waren 321 Personen (168 Frauen und 153 Männer) und im administrativen Bereich 198 Personen (51 Männer und 147 Frauen) beschäftigt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universität Luzern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studierendenstatistik, Herbstsemester 2015 (PDF; 690 kB)
  2. a b Personalstatistik, 2015 (PDF; 16 kB)
  3. Internationale Netzwerke der Universität Luzern
  4. Max Huber: Universität Luzern im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Neue Saiten aufziehen espazium.ch (TEC21 – Schweizerische Bauzeitung), Artikel vom 12. Januar 2012, überarbeitet am 25. August 2015
  6. Medienmitteilung, unilu.ch, 30. Juni 2015.
  7. Theologische Fakultät unilu.ch, abgerufen am 6. November 2014

Koordinaten: 47° 2′ 58″ N, 8° 18′ 44″ O; CH1903: 666380 / 211304