Universität Neapel Federico II

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Universität Neapel ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur gleichnamigen Hochschule für Sinologie und Orientalistik siehe Universität Neapel L’Orientale.

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Universität Neapel Federico II
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Motto Ad Scientiarum Haustum et Seminarium Doctrinarum
Gründung 5. Juni 1224
Trägerschaft staatlich
Ort Neapel, Italien
Rektor Massimo Marrelli
Studenten ca. 100.000 (2006)
Mitarbeiter ca. 8.000 (2006)
Website www.unina.it

Die Universität Neapel „Federico II“ auch Universität Neapel „Friedrich II“ (italienisch: Università degli Studi di Napoli – Federico II) oder bis 1987 einfach nur Universität Neapel – ist eine staatliche Universität in Neapel und mit über 100.000 Studenten und 8.000 wissenschaftlichen Angestellten eine der größten Universitäten in Italien. Derzeitiger (2010) Rektor der Universität ist Prof. Massimo Marrelli[1][2][3].

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität Neapel Federico II auf dem Corso Umberto I

Die Universität Neapel wurde am 5. Juni 1224 vom Römisch-deutschen Kaiser und König von Sizilien Friedrich II. gegründet, nach dem die Universität seit 1987 benannt und der auf dem Siegel der Universität abgebildet ist. Das genaue Datum ist allerdings fiktiv; die Mitteilung über die Gründung, deren Abfassung Petrus de Vinea zugeschrieben wird, enthält keine Zeitangabe und wurde wohl erst im Juli verbreitet, wie Richard von San Germano in seiner Chronik berichtet.[4] Die Existenz des studium war allerdings erst nach 1240 dauerhaft gesichert.

Um die höhere Bildung in Italien gegenüber der Universität Bologna und anderen norditalienischen Hochschulen zu dezentralisieren, setzte sich Friedrich II. – gegen den Willen der damaligen Päpste – sehr für eine aufgeklärte naturwissenschaftliche Lehre ein, weshalb die Universität Neapel europaweit die erste Universität wurde, die ohne päpstliche Bulle lehrte. Dieses Spannungsfeld während der Gründung war lange charakteristisch für das Studium an der Universität Neapel, und Thomas von Aquin war einer der bekanntesten Studenten und späteren Dozenten in Neapel[5].

Damit die neugegründete Universität sich gegenüber älteren Universitäten etablieren konnte, verbot Friedrich unter Androhung von Leibes- und Geldstrafen den Bürgern des Königreiches das Studium an ausländischen Universitäten, insbesondere in Bologna. Auch andere Bildungseinrichtungen innerhalb des Königreiches durften nicht die gleichen Disziplinen unterrichten, wie die Universität in Neapel. Deshalb erfolgte eine Reihe von Schlie­ßungen besagter Schulen. [6]


Das hochschulpolitische Ziel Friedrichs II. beschränkte sich nicht nur auf die Ausbildung geeigneter Beamten für den Staatsdienst, sondern umfasste die Bildung einer breiten, gelehrten Elite, die das Kaisertum sowohl durch juristische Elemente und als auch durch kulturelle Leistungen festigen konnte. [7]

Fakultäten[Bearbeiten]

Die Universität Neapel (oder auch: L'Ateneo fridericiano, wie sie genannt wird) gliedert sich in insgesamt 13 Fakultäten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Ludwig Hampe, Zur Gründungsgeschichte der Universität Neapel (Mitteilungen aus der Capuaner Briefsammlung V). Heidelberg 1924.(Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philos.-histor. Klasse. 14,10.)
  • Antonino Sambataro, Federico II e lo "studium" di Napoli. il potere, la cultura e il diritto in età normanno-sveva, Catania 1994.
  • Massimo Oldoni, La promozione della scienza. L'Università di Napoli. In: Intellectual Life at the Court of Frederick II Hohenstaufen, hrsg. v. William Tronzo, Washington 1994, S. 251-262
  • Michele Fatica, Il fondatore dell'università di Napoli. In: Federico II di Svevia. Stupor mundi, hrsg. v. Franco Cardini, Roma 1994, S. 119-142.
  • Rüegg Walter, Geschichte der Universität in Europa, Band 1 Mittelalter. C.H. Beck, München 1993.ISBN 978-3-406-36952-0

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.dde.unina.it/index.php?option=com_comprofiler&task=userProfile&user=107&Itemid=75&lang=en
  2. http://www.unina.it/ateneo/organigramma/organiAteneo/rettoreEPro.jsp
  3. http://corrieredelmezzogiorno.corriere.it/napoli/notizie/universita/2010/29-giugno-2010/federico-ii-massimo-marrelli-testa--1703292496896.shtml
  4. Regesta Imperii V.1 Nr. 1537; Reg.Imp: V.4 S. 193
  5. http://www.unina.it/ateneo/cenni/cenniStoriciEnglish.jsp
  6. Van Eickels, Klaus/ Brüsch, Tania: "Kaiser Friedrich II., Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters". Patmos, Düsseldorf 2000. ISBN 3491691346. S.134
  7. Nardi, Paolo: Die Hochschulträger, in: Rüegg Walter (Hrsg.): "Geschichte der Universität in Europa, Band 1 Mittelalter". C.H. Beck, München 1993.ISBN 978-3-406-36952-0. S.92.

Weblinks[Bearbeiten]