Universität Ulm

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Universität Ulm
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Gründung 1967
Trägerschaft staatlich
Ort Ulm
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Präsident Michael Weber[1]
Studenten 10.130 WS 2014/15[2]
Mitarbeiter 3.540
davon Professoren 227
Website www.uni-ulm.de

Die Universität Ulm wurde 1967 als „Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule Ulm“ gegründet und ist die jüngste Universität in Baden-Württemberg. Die Universität hat 2015/2016 rund 10.500[3] Studierende. Im Zuge der Internationalität bietet sie für all ihre Studierenden eine Sprachausbildung (UNIcert) mit verschiedenen Sprachen und Fachrichtungen. Bekannt ist die Universität durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich um die Universität in einer Wissenschaftsstadt ansiedeln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universität Ulm: Niki de Saint Phalle „Der Dichter und seine Muse“ (1978)
Südeingang der Universität Ulm

Nachdem der Wissenschaftsrat 1959 die Gründung neuer Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland gefordert hatte, wurde am 8. Juni 1960 der „Arbeitskreis Universität Ulm“ gegründet. Nachdem das Kultusministerium 1962 eine Medizinische Akademie für Ulm vorsah, bemühte sich der Arbeitskreis um die Erweiterung zu einer Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule. Der Gründungsausschuss für die Hochschule unter Vorsitz von Ludwig Heilmeyer wurde am 21. März 1964 eingesetzt. Am 25. Februar 1967 fand die offizielle Gründungsfeier der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule Ulm statt. Noch im gleichen Jahr wurde der Hochschule die Bezeichnung Universität Ulm (Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule) durch die Landesregierung Baden-Württemberg verliehen: Sie erhielt dadurch Namen und Rang einer Universität.

Am 14. Juli 1969 wurde der Grundstein für die Neubauten auf dem Oberen Eselsberg gelegt. Schrittweise wurde der Lehrbetrieb aufgenommen: Im WS 1969/70 in den Fächern vorklinische Medizin und Physik, im WS 1970/71 Mathematik, im WS 1971/72 Chemie, im SS 1972 klinische Medizin, im WS 1973/74 Biologie, im WS 1977/78 Wirtschaftsmathematik, im WS 1982/83 Zahnmedizin, im WS 1998/99 Wirtschaftsphysik, im WS 1999/2000 Wirtschaftswissenschaften und im WS 2000/2001 Wirtschaftschemie. Nach Befürwortung der Ausbaupläne der Landesregierung durch den Wissenschaftsrat startete im WS 1989/90 der Lehrbetrieb in den Fächern Elektrotechnik und Informatik. 1990 begann der Bau neuer Gebäude für die Ingenieurwissenschaften, der sogenannten Universität West. Die Architektur entwickelte Otto Steidle, die Landschaftsarchitektur stammt von Latz + Partner.

Fakultäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International Office[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Ulm pflegt zahlreiche Beziehungen und Austauschprogramme mit Partneruniversitäten im europäischen und außereuropäischen Ausland.

Das International Office berät und betreut ausländische Studierende.

Zu den weiteren Aufgaben des International Office gehören:

  • die Beratung der deutschen Studierenden, Graduierten und Promovierenden bei allen Fragen der Organisation des Auslandsstudiums
  • die Information über Stipendienmöglichkeiten für das Auslandsstudium und entsprechende Austauschprogramme
  • die Förderung der Einrichtung fachbezogener Hochschulkooperationsprogramme der Europäischen Union (Lifelong Learning Program/ERASMUS und TEMPUS)
  • die Betreuung der internationalen Hochschulpartnerschaften und Austauschprogramme der Universität Ulm
  • Beratung zum Studium für Geflüchtete

Außerdem ist das International Office Kontaktstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Fulbright-Kommission und des  British Council.

German University in Cairo (GUC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit der Universität Stuttgart ist die Universität Ulm die Patenhochschule der German University in Cairo. An dieser Privatuniversität wurde im Oktober 2003 der Studienbetrieb nach deutschem Vorbild aufgenommen. In dem durch den (DAAD), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft geförderten Projekt wurden die Curricula an den deutschen Partnerhochschulen entwickelt und an die Gegebenheiten in Ägypten adaptiert. Ebenfalls wird die für die deutsche Hochschule typische Verknüpfung von Lehre und Forschung etabliert, was auch durch die paritätische Besetzung der Lehrenden aus Deutschland und Ägypten gefördert wird. Die Universität Ulm koordiniert hier u.a. die Bewerbungsverfahren.

Internationale / englischsprachige Masterstudiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Ulm bietet zwölf englischsprachige Master Studiengänge[4] an, die sich an deutsche und internationale Studierende richten: Advanced Materials, Biology, Biophysics, Chemical Engineering, Communications Technology, Cognitive Systems, Energy Science and Technology, Finance, Master Online Advanced Oncology, Molecular Medicine, Molecular and Translational Neuroscience und Physics. Diese, überwiegend von internationalen Studierenden besuchten Studiengänge, tragen maßgeblich zur Internationalität der Universität bei, sind jedoch auch eine große Herausforderung im Bereich der Integration der internationalen Studierenden.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klinikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universität Ulm West

Das Universitätsklinikum Ulm mit über 1000 Betten und über 5700 Beschäftigten hat sich vor allem auf die Behandlung von Tumor-, Herzkreislauf- und Muskelerkrankungen spezialisiert.

Kommunikations- und Informationszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kommunikations- und Informationszentrum (kiz) ist der zentrale Dienstleister für Bibliotheks-, IT- und Medien-Dienste der Universität Ulm. Im Jahr 2002 ging das kiz aus den bis dahin eigenständigen zentralen Einrichtungen Bibliothek, Rechenzentrum, Zentrale für Photo, Grafik und Reproduktion, Sprachkommunikation und Medientechnik hervor.

Botanischer Garten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Botanische Garten Ulm wurde 1981 als zentrale Einrichtung der Universität Ulm gegründet. Er umfasst eine Fläche von etwa 28 Hektar. Er beinhaltet u. a. mehrere Gewächshäuser, den Neuen Apothekergarten Ulm und das Grüne Klassenzimmer.

Schloss Reisensburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Reisensburg ist ein Tagungs-/Konferenzort nahe Günzburg. Die Leitung untersteht dem ehemaligen Ärztlichen Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Ulm, Prof. Dr. Vinzenz Hombach. Das Gebäude ist auch für externe Veranstaltungen und Unternehmen nutzbar. Das Schloss gehört seit 1997 zur Universität.

Das Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg liegt abgeschieden auf einer idyllischen Anhöhe bei Günzburg. Als eine unselbständige Stiftung im Körperschaftsvermögen der Universität Ulm fördert es die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, die Zusammenarbeit universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen, den Wissenstransfer in Aus-, Fort- und Weiterbildung, den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Fakultätsübergreifende Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Ulm hat mehrere fakultätsübergreifende Einrichtungen:

Studentische Selbstverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AStA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die offizielle Vertretung der Studierenden in den Bereichen Uni, Sport und Kultur. Er hat 14 Mitglieder. Amtsmitglieder sind die beiden gewählten studentischen Mitglieder des Senats der Universität Ulm, die durch 12 gewählte Mitglieder, die über Listen für den AStA kandidiert haben, ergänzt werden. Der AStA-Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern, AStA-Vorsitzender ist derzeit Frederik Bonz. Zwei politische Listen sind zurzeit im AStA vertreten, von denen die Unabhängige Liste 7 von 12 Mitgliedern stellt, sowie die Juso-HSG fünf Mitglieder.

StuVe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studierenden-Vertretung (StuVe) ist das studentische Parlament an der Uni Ulm. Es setzt sich zusammen aus den 14 Mitgliedern des AStA und je einem Direktmandat aus jeder der elf Fachschaften, umfasst somit also 25 stimmberechtigte Personen. Die StuVe trifft sich in etwa dreiwöchentlich und bespricht alle fachschaftsübergreifenden Themen sowie politisches und befasst sich mit der Verwaltung. Meist folgt im Anschluss an die ausführliche StuVe-Sitzung eine sehr kurze AStA-Sitzung in welcher die getroffenen Entscheidungen der StuVe bestätigt werden. Die Sitzungsleitung der StuVe ist für gewöhnlich gerade der AStA-Vorstand, um die enge Verzahnung StuVe und AStA aufrechtzuerhalten. Die StuVe wird vom Trägerverein TStuVe e.V. unterstützt, welcher Finanzmittel bereitstellt.

Fachschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachschaften[5] vertreten die Studierenden auf der Ebene der Fächer. Sie führen unter anderem die Einführungen zu Semesterbeginn (Erstsemestereinführung, ESE) durch.

  • Fachschaft Biowissenschaften
  • Fachschaft Chemie/Wirtschaftschemie
  • Fachschaft Elektrotechnik
  • Fachschaft Informatik
  • Fachschaft Lehramt
  • Fachschaft Mathematik/Wirtschaftsmathematik
  • Fachschaft Medizin
  • Fachschaft Molekulare Medizin
  • Fachschaft Physik/Wirtschaftsphysik
  • Fachschaft Psychologie
  • Fachschaft Wirtschaftswissenschaften
  • Fachschaft Zahnmedizin

Hochschulgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Fachschaften mischen auch Hochschulgruppen[6] in den verschiedensten Belangen der Studenten mit.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Campus der Universität befindet sich auf dem 620 m hohen Oberen Eselsberg. Die Universität Ulm ist damit die höchstgelegene Universität in Deutschland.[7] Mitten durch den Campus hat der Schwäbische Albverein, in Kooperation mit der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg geleitet und markiert, der letztlich als Pilgerweg bis nach Santiago de Compostela in Spanien führt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universität Ulm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Präsident für die Universität Ulm Professor Michael Weber im ersten Wahlgang gewählt
  2. Rekord an der Uni Ulm - Über 10 000 Studierende zu Semesterbeginn (abgerufen am 14. Oktober 2014)
  3. Annika Bingmann: Semesterstart mit Studierendenrekord und neuem Präsidenten. Universität Ulm, 12. Oktober 2015, abgerufen am 11. Januar 2016.
  4. Universität Ulm-Studiengänge
  5. Fachschaften Universität Ulm
  6. Hochschulgruppen Universität Ulm
  7. Das Schwaben Radio Spatzenspiel. Ulm: Welche Universität ist in Deutschland die Höchstgelegene? SWR4 Baden-Württemberg, 20. Januar 2011, abgerufen am 11. Januar 2016.

Koordinaten: 48° 25′ 20″ N, 9° 57′ 14″ O